«Die allererste Muschel findet man nie»
Experte für Quaggamuscheln
Piet Spaak würde sich selbst nicht als Wassermenschen bezeichnen – und doch erklärt er seit Jahren, wie eine unscheinbare Muschel unsere Seen grundlegend verändert.
Mit den ersten warmen Tagen werden am Greifensee wieder die Boote eingewassert. In Maur am Hafen neben dem Forschungsschiff des Wasserforschungsinstituts der ETH (Eawag) steht Piet Spaak und blickt über den spiegelglatten See. Er denkt dabei weniger an die neue Saison als an das, was unsichtbar mitfahren könnte.
Spaak lebt seit 1996 in Wetzikon und ist einer, der Feuer fängt, wenn er spricht. Über Seen, über Veränderungen, über eine Muschel, die kaum jemand kannte, heute aber ganze Ökosysteme beschäftigt und zudem auch hohe Kosten verursacht: die Quaggamuschel.
Der 66-Jährige ist ein gefragter Experte, wenn es um diese invasive Art geht, die 2016 das erste Mal im Bodensee gesichtet worden war. Im Rhein und im Genfersee soll sich die Muschel schon einige Jahre davor angesiedelt haben. Noch sind im Pfäffiker- und im Greifensee keine Muscheln gefunden worden. Ob das bedeutet, dass die Seen auch wirklich noch quaggamuschelfrei sind, bleibt unklar.

