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Projekt für Windpark ob Wald

Windmessmast auf dem Batzberg wurde weggeflogen

In zweieinhalb Stunden ist der Messmast auf dem Batzberg demontiert worden. Ob dort ein Windpark zu stehen kommt, wird nun geprüft.

In zweieinhalb Stunden ist der Windmessmast auf dem Batzberg abgebaut worden.

Foto: Christian Brändli

Windmessmast auf dem Batzberg wurde weggeflogen

Projekt für Windpark ob Wald

Der Messmast auf dem Batzberg ist weg. Nun wird gerechnet: Ob auf dem Hügelzug zwischen Wald und Rüti Windräder zu stehen kommen, entscheidet sich erst in einigen Monaten. 

Rund zweieinhalb Stunden lagen am Freitagmorgen Rotorengeräusche in der Luft. Doch um 9.30 Uhr dominierte auf dem Batzberg zwischen Wald und Rüti wieder das Vogelzwitschern. Der Abbau des 120 Meter hohen, schlanken Windmessmasts ging wesentlich schneller vor sich als dessen Aufbau Ende November 2024. Da Regen und Wind im Anzug waren, begann das elfköpfige Team schon früh mit den Arbeiten.

Flug um Flug wurden die maximal 800 Kilogramm schweren Mastteile einige hundert Meter weggeflogen und schön entlang einem Zufahrtsweg aufgereiht – bereit für den endgültigen Abtransport per Strasse.

Während Zürich Wind im Zürcher Unterland drei Messmasten für mögliche Windparks erst kürzlich aufgestellt hat, ist im Oberland der erste Messmast für eines der Zürcher Eignungsgebiete für Windenergie bereits wieder abmontiert worden.  

Mast blieb länger stehen als ursprünglich geplant

Neben Angestellten einer Helikopter- und einer Seilbahnfirma standen auch Leute des EW Wald auf dem Batzberg im Einsatz. Ihr Arbeitgeber prüft in Partnerschaft mit der SN Energie AG und den St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken, wie hoch das Windenergiepotenzial dort oben ist.

Ursprünglich war vorgesehen, dass der Mast weniger lang auf dem Hügelzug stehen sollte. Doch es zeigte sich bald, dass eine Messperiode von sechs Monaten zu kurz ist, um verlässliche Langzeitprognosen machen zu können. Deshalb sind es nun 16 Monate geworden. Zentral dabei ist, dass somit Daten in einer zweiten Winterperiode gewonnen werden konnten.

Lidar-Gerät schon abgebaut

Bereits Ende Januar hat das Konsortium Batzbergwind die Lidar-Messungen abgeschlossen, die an zwei Standorten stattfanden. Dieses Gerät erfasst seine Daten elektrooptisch. Es kann Temperatur, Zusammensetzung und Partikelgrösse in Wolken aus der Ferne erheben. Möglich ist dies dank Laserstrahlen.

Lidar unterscheidet sich damit von einem Radar, der auf Radiowellen basiert. Das System kann sowohl horizontale wie auch vertikale Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen messen.    

Weitere Informationen Ende August

Wie Daniel Diggelmann erklärt, folgt nun die Auswertung der Messergebnisse. Er ist Geschäftsführer der Walder Energieberatungsfirma e3hus GmbH und Mitglied der Leitung des Windparkprojekts. Die Analyse nimmt mindestens drei Monate in Anspruch. Ende August will das Konsortium die Öffentlichkeit an einem Anlass in Wald über die Messresultate und das weitere Vorgehen informieren.

Bei der jetzigen Analyse werden unter Berücksichtigung des Windertragsgutachtens auch die Anzahl möglicher Windräder und ihr Anlagetyp vordefiniert. Zudem wird ein Groblayout erstellt. Dieses zeigt auf, wie sich die heute vorgesehenen drei Windräder ideal auf dem Batzberg platzieren liessen.

Als Faustregel gilt laut Diggelmann, dass die einzelnen Windturbinen in der Hauptwindrichtung mindestens fünfmal den Rotordurchmesser entfernt voneinander stehen müssen. Bei einer Ausrichtung auf Südwestwind und einem Rotordurchmesser von 160 Metern müssten die Anlagen also rund 800 Meter auseinander zu stehen kommen. Seitlich beträgt der Abstand jeweils den dreifachen Rotordurchmesser. «Und dann muss natürlich auch noch der Abstand zu den Siedlungen eingehalten werden», ergänzt Diggelmann.     

Investitionen von bis zu 30 Millionen

All diese Angaben sind notwendig für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung eines möglichen Windparks auf dem Batzberg. Stimmt der Energieertrag, kommen laut Diggelmann Investitionen von immerhin 25 bis 30 Millionen Franken für drei Anlagen auf das Projektkonsortium zu.

Die Zürcher Baudirektion geht davon aus, dass sich mit drei 220 Meter hohen Windenergieanlagen auf dem Batzberg jährlich ein Ertrag von 25 Gigawattstunden erzielen lässt. Dies entspräche dem Energiebedarf von Wald in einem Winterhalbjahr.

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