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Gesellschaft

«Das tolle Wetter war ein Geschenk für unseren Start auf dem Bachtel-Kulm»

Die neuen Wirte im Restaurant Bachtel-Kulm haben viel zu tun. Das erneuerte Berggasthaus erlebt einen wahren Ansturm.

«Das tolle Wetter war ein Geschenk für unseren Start auf dem Bachtel-Kulm»

Nebel unten, Sonne oben

Die offizielle Einweihung folgt erst. Doch das komplett sanierte Restaurant Bachtel-Kulm wird seit Mitte November 2025 bereits überrannt. Die neuen Pächter sind vom Zuspruch überwältigt.

«Wir haben damit gerechnet, dass das Interesse am neuen Restaurant gross ist», meint Sahin Albas. Zusammen mit Musti Baskapan führt er seit Mitte November 2025 das während 18 Monaten komplett sanierte Restaurant Bachtel-Kulm. Doch was dann nach der inoffiziellen Eröffnung des Berggasthauses geschah, hat jede Erwartung übertroffen.

Grossen Anteil daran hatte das schöne Wetter, das an vielen Tagen nur ganz oben auf dem Oberländer Ausflugsberg zu geniessen war. Denn unten lag Nebel, viel Nebel. «Ich bin ja seit sechs Jahren auch auf dem Hasenstrick am Wirten, doch eine solche Nebellage habe ich seither nicht erlebt», meint Albas, der im Führungsduo für Administration und Marketing verantwortlich zeichnet.

«An den betriebsamsten Tagen im vergangenen Dezember warteten die Leute teilweise über eine Stunde auf einen Sitzplatz», meint Ayse Baskapan rückblickend. Sie leitet zusammen mit ihrem Mann Musti den Service. Die Warteschlange zog sich vom Restaurant hinunter um zwei Kurven bis auf die Höhe der vormaligen Besenbeiz. Wie gross der Ansturm war, lässt sich auch daran messen, dass es neben den 100 Sitzplätzen im Restaurant weitere 80 auf der Terrasse gibt.

Verständnisvolle und zufriedene Gäste

Erschwerend kam in den Anfangszeiten hinzu, dass sich die Abläufe zuerst einspielen mussten. Und dann gab es auch noch Aussetzer im Servicesystem. Die Bestellungen liessen sich nicht mehr über das Eingabegerät des Personals abwickeln. Doch das alles hätten sie gut gemeistert, meint Sahin Albas. «Wir sind jedenfalls hier oben absolut zufrieden. Das tolle Wetter war ein Geschenk für unseren Start auf dem Bachtel-Kulm.»  

Ayse Baskapan ist dankbar, dass die – allermeisten – Gäste Verständnis für die Situation hatten und Geduld aufbrachten. In den letzten Monaten hat sie in Gesprächen mit Gästen hin und wieder auch Skepsis gespürt, was diese im «Bachtel-Kulm» erwartet. Noch hätten Erfahrungen mit dem vormaligen Pächter nachgewirkt.

Doch im Unterschied zu damals seien heute alle Ausflügler – rund 70 Prozent kämen zu Fuss oder per Velo auf den Bachtel – auch mit schweren Schuhen, Rucksack und Hund willkommen, erklärt Ayse Baskapan. Als viel Schnee gelegen sei und Skitourengänger unterwegs gewesen seien, hätten auch einige extra angerufen, ob sie mit Skischuhen in die Gaststube dürften. Ayse Baskapan konnte sie beruhigen: Sie durften. «Wir sind hier bodenständig. Das zeigt sich ja bereits vom Ambiente her.»

Kleine Karte, hohe Qualität

Tatsächlich gibt es im Restaurant viel Platz zwischen den Holztischen und -stühlen. Das ganze Interieur haben die neuen Pächter angeschafft. Freundlich wirkt die Gaststube auch durch die grossen Fenster, die viel Licht hereinlassen. «Und die Qualität der Speisen ist gut», hält Stefan Krebs fest. Er ist im Vorstand der Genossenschaft Bachtel-Kulm, der das Restaurant gehört, und fungiert neu als Wirtebetreuer. «Unsere Karte ist klein gehalten. Doch wir legen viel Wert auf regionale Produkte», unterstreicht Ayse Baskapan.

Von den Genossenschaftern habe er zu 95 Prozent positive Rückmeldungen zur Neugestaltung des Restaurants und zum jetzigen Betrieb erhalten, ergänzt Genossenschaftspräsident Hubi Rüegg. Die neuen Pächter zeigen sich von der Ausstattung des Berggasthauses auch begeistert. Die Küche ist grosszügig und gut eingerichtet. «Da haben wir uns inspirieren lassen für die geplante Küchensanierung im ‹Hasenstrick›», hält Albas fest. Die Abläufe seien gut durchdacht, bis hin zum Nebenraum für den Saal im oberen Stock. So konnten dort oben jüngst sogar 64 Mitglieder des Skiclubs am Bachtel bedient werden.

Nachbesserungsbedarf auf der Terrasse

Einziger Kritikpunkt ist die Terrasse. «Aus Kostengründen haben wir die nur gekiest», merkt Hubi Rüegg selbstkritisch an. Das aber gibt Probleme mit der Stabilität der Tische oder auch mit den Steinchen, die von draussen ins Lokal gebracht werden. «Das müssen wir bald mit Verbundsteinen verbessern.»

Als grosses Plus bei der Personalsuche hat sich erwiesen, dass im «Bachtel-Kulm» nun vier Zimmer zur Verfügung stehen. «Unserem Saisonpersonal müssen wir solche Unterkünfte anbieten können, sonst kämen die gar nicht», meint Albas. Ihr Konzept mit einem flexiblen Einsatz des Personals von ihren drei Betrieben – neben dem «Bachtel-Kulm» und dem «Hasenstrick» führen die Pächter auch noch das Hotel Swiss Star in Wetzikon – habe sich bewährt. So könnten die Spitzen gut abgedeckt werden.

Ein spezielles Lied zur Eröffnung

Dabei wird jeder Betrieb von einem Kernteam betreut. Im Falle des «Bachtel-Kulms» besteht dieses aus neun Personen, vier in der Küche und fünf im Service. Dieses wird schon bald noch mehr zu tun bekommen: Demnächst wird auch der Kiosk eröffnet werden. «Dort sind wir etwas im Verzug», meint Albas. Doch auf die offizielle Eröffnung hin, die am 11. April über die Bühne gehen wird, wird er bereit sein.

An jenem Samstag wird die Genossenschaft ein grosses Fest mit einem Programm von 10 bis 16 Uhr veranstalten. Den ganzen Tag über werden verschiedene Musikgruppen zu hören sein, unter anderen auch der Männerchor Hinwil. Dieser hatte vor 175 Jahren oben auf dem Bachtel die erste Trinkhütte betrieben. Und der Sänger René Bisang wird mit dem «Bachtel-Song» auftreten. Die prominentesten Festredner werden Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) sowie der Hinwiler Gemeindepräsident Andreas Bühler (SP) sein.

Auch wenn das schöne Wetter an jenem Tag nicht garantiert ist, wird wieder ein Grossansturm an Gästen erwartet. Deshalb wird die Bachtelstrasse ab Orn gesperrt. Dafür zirkulieren zwei Shuttelbusse ab dem Parkplatz Hasenstrick und dem Parkplatz Orn.    

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