Kinderhospiz in Fällanden nimmt den Betrieb langsam auf
Zur Entlastung von Familien
Wieder einmal durchschlafen, Essen serviert bekommen oder einfach Zeit füreinander haben: Das Kinderhospiz Flamingo in Fällanden zeigt sich nach der Eröffnung mit seinem Angebot zufrieden.
Dass das neue Angebot des Kinderhospizes in Fällanden in der Startphase noch nicht ausgelastet sein werde, sei den Verantwortlichen von Beginn an klar gewesen, sagt die Kommunikationsbeauftragte Nicola Presti auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Um eine hohe Qualität zu erreichen, würden zu Beginn nicht alle Plätze auf einmal belegt. «So können wir uns mit unserer Einrichtung und den vielen neuen Prozessen vertraut machen», sagt Elisabeth Brenninkmeijer, Geschäftsführerin des Kinderhospizes. Bis jetzt zeige sich jedoch eine erfreuliche Entwicklung. Und die Zahl der Anfragen und der Interessierten wachse kontinuierlich.
Unterschiedliche Diagnosen
Seit der Eröffnung am 6. Januar nahm das Kinderhospiz bereits fünf kranke Kinder mit ihren Familien auf. Die Familien blieben für bis zu 15 Tage und kamen aus den Kantonen Luzern, Schwyz und Zürich. In den ersten Wochen waren bis zu drei Familien gleichzeitig im Haus.
Platz hat es aktuell für bis zu fünf Kinder mit ihren Familien, im nächsten Jahr wird die Kapazität auf bis zu acht Familien ausgebaut. Trotz unterschiedlichen Diagnosen der Kinder seien die Familien rasch vertraut gewesen und hätten sich intensiv ausgetauscht, erklärt Presti.
Die Kinder und Jugendlichen, die mit ihren Familien das Angebot des Kinderhospizes nutzen, leiden an lebensverkürzenden Krankheiten und werden das Erwachsenenalter meistens nicht mehr erleben. Der Grossteil der Kinder und Jugendlichen steht jedoch nicht kurz vor dem Tod und ist in stabilem Zustand.
Eltern kurz vor dem Burn-out
Das Haus bietet zwar pädiatrische Palliativpflege. Im Vordergrund steht jedoch auch die Unterstützung der Bezugspersonen, die rund um die Uhr für die kranken Kinder da sind. Oft sind sie erschöpft oder stehen kurz vor einem Burn-out. Ziel ist es, diese Angehörigen zu entlasten.
Das Angebot werde bislang als «überaus positiv» beurteilt, sagt Presti. Für das Pflegepersonal sei es ein Ansporn, dass sich die Lebensqualität der Eltern bereits nach wenigen Tagen merklich verbessere. Die Familien könnten Angebote nutzen, die auch kleine Auszeiten vom sehr herausfordernden Alltag ermöglichten.
Zweites Kinderhospiz in der Schweiz
Beim Kinderhospiz Flamingo in Fällanden handelt es sich um das erste Kinderhospiz im Kanton Zürich. Der Bau wurde zu einem grossen Teil durch Spenden finanziert. Für den Betrieb benötigt die Institution nun jährlich rund 2,8 Millionen Franken an Spendengeldern. Der Aufenthalt kostet für eine Familie 80 Franken pro Tag.
Das erste Kinderhospiz in der Schweiz nahm 2024 in Bern seinen Betrieb auf. Und auch die Stadt Zürich liebäugelt mit einer solchen Institution. So überwies das Stadtparlament kürzlich ein Postulat an den Stadtrat. Dieser muss nun prüfen, wie ein Hospiz im Rahmen der städtischen Gesundheitsversorgung eingerichtet werden könnte.