Bundesrat bestätigt Fahrplan für Oberlandautobahn
Projekt mit hoher Priorität
Die Autobahnlücke zwischen Oberuster und dem Betzholz soll bis spätestens 2045 geschlossen sein. Die Strecke bringt in den Augen des Bundesrats einen hohen Nutzen.
Nach dem Nein des Volks im Jahr 2024 zu diversen Autobahnausbauten hat Bundesrat Albert Rösti (SVP) ein ETH-Gutachten erstellen lassen, das aufzeigen sollte, welche Projekte für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in der gesamten Schweiz, auf der Strasse und der Schiene, tatsächlich notwendig sind.
Im vergangenen Oktober wurde das Resultat präsentiert. Im Bericht wurde der Lückenschliessung der Oberlandautobahn höchste Priorität attestiert. Bis spätestens 2045 soll eine durchgehende Autobahn von Uster bis zum Betzholz Realität sein.
Oberland auf der Liste
Nun hat der Bundesrat bestätigt, dass er das auch so sieht. Beim Ausbau des Nationalstrassennetzes sollen jetzt laut Bundesrat Projekte den Vorrang erhalten, die einen hohen Nutzen aufweisen und rascher umsetzbar sind.
Während schweizweit 30 Nationalstrassenprojekte gestrichen werden, darunter etwa auch die Glattalautobahn bei Wallisellen, bleibt das Ausbauvorhaben im Oberland auf der kurz gewordenen Liste dieser Vorhaben mit hohem Nutzen.
Variantenentscheid offen
2020 hat der Kanton Zürich die Zuständigkeit für die Oberlandautobahn an den Bund übertragen können. Mit der Übergabe hat der Kanton Zürich auch die Idee ins Spiel gebracht, die Lücke mit einem Tunnel ab Wetzikon bis ins Betzholz zu schliessen. Im Richtplan eingetragen ist noch eine Verbindung von Wetzikon zum Anschluss Ottikon der Forchautostrasse.


Mittlerweile hat der Bund zahlreiche weitere Varianten studiert. Dazu gehört ein von den meisten Anliegergemeinden favorisierter direkter Tunnel vom heutigen Autobahnende in Oberuster zum Betzholz bei Hinwil. Dieser käme tief unten im Fels zu liegen.
Bis Ende 2026 will das Bundesamt für Strassen entscheiden, welche der drei Grundvarianten – Richtplan, langer, direkter Tunnel oder ein Tunnel von Wetzikon ins Betzholz – nun weiterverfolgt wird.
Zwei Milliarden teuer
Gemäss Studie wird die Schliessung der Lücke in der Oberlandautobahn fast zwei Milliarden Franken kosten. Wie viel es letztlich sein wird, wird von der gewählten Variante abhängen.
Für etwas weniger Geld wäre die – umstrittene – Richtplanvariante zu haben. Der lange, direkte Tunnel käme demgegenüber am teuersten zu stehen, brächte aber gemäss den Verkehrsplanern die geringsten Beeinträchtigungen für Anwohner und die Natur.