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Schulbesuch in Turbenthal

Das wollen Tösstaler Sek-Schüler über Journalismus wissen

Redaktorin Bettina Schnider verlegte ihren Arbeitsort für drei Lektionen ins Klassenzimmer der Sek Turbenthal-Wildberg. Die Schülerinnen und Schüler hatten viele Fragen an sie.

Die Schülerinnen und Schüler in Turbenthal lernten diese Woche Neues über Journalismus.

Foto: Rolf Hug

Das wollen Tösstaler Sek-Schüler über Journalismus wissen

Schulbesuch in Turbenthal

Redaktorin Bettina Schnider verlegte ihren Arbeitsort für drei Lektionen ins Klassenzimmer der Sek Turbenthal-Wildberg. Die Schülerinnen und Schüler hatten viele Fragen zu den Themen Journalismus und Fake News.

Am Dienstag arbeitete ich für einmal nicht im Redaktionsbüro in Wetzikon, sondern verlegte meinen Arbeitsort in ein Klassenzimmer an der Sekundarschule in Turbenthal. Die Schülerinnen und Schüler der drei 3.-Sek-Klassen haben im Fach Medien und Informatik viel über Fake News und Journalismus gelernt. Von mir wollten sie deshalb mehr über meinen Arbeitsalltag als Lokalredaktorin wissen.

Dabei ging es zum einen ums Thema Fake News, zum anderen aber auch um den Einsatz von KI und das Vorgehen bei Recherchen. Im Anschluss an meine Präsentation durften die Schülerinnen und Schüler Fragen stellen. Eine kleine Auswahl habe ich hier zusammengetragen.

Was war die lustigste Fake-News-Meldung, die Sie je gelesen haben?

Für mich sind Fake News nicht lustig, denn Fake News sind absichtlich falsche oder irreführende Informationen. Absichtlich «Blödsinn» zu erfinden, geht an einem Tag im Jahr, und zwar am 1. April. Auch dort sind dem Humor aber Grenzen gesetzt. Ein 1.-April-Scherz in der Zeitung soll vor allem unterhalten. Fake News wollen das nicht. Es geht gezielt darum, absichtlich falsche Informationen zu verbreiten. Selbst wenn der Inhalt noch lustig wäre, ist es die Absicht nicht.

Welche Recherche war bisher Ihre spannendste?

Am spannendsten für mich war die Entwicklung im sogenannten Schuleklat von Pfäffikon. Im Frühling 2024 haben wir darüber berichtet, dass Eltern einen schwulen Lehrer mit Vorwürfen zu seinem Sexualkundeunterricht eingedeckt hatten. Die Vorwürfe waren haltlos, aber der Lehrer verlor den Rückhalt seiner Vorgesetzten. Schliesslich verliess er die Schule. Ich habe vor allem nach der ersten Hauptgeschichte zahlreiche weitere Artikel geschrieben und recherchiert. Das war eine sehr intensive Zeit, aber auch eine sehr spannende. Es gab eine Demonstration, der Schulpräsident trat zurück, es gab kritische Fragen an der Gemeindeversammlung und so weiter. Da an vorderster Front dabei zu sein, fand ich sehr interessant. Trotzdem war es auch immer ein Team-Effort. Wir unterstützen uns in der Redaktion gegenseitig.

Sind Sie bei der Arbeit schon auf Fake News hereingefallen?

Ich hoffe nicht. Bisher weiss ich zumindest nichts davon, dass ich je einer falschen Meldung auf den Leim gekrochen bin. Aber wir müssen immer vorsichtig sein, wenn Leute Informationen an uns herantragen. Es gibt auch im Tösstal und im Oberland Menschen, die beispielsweise in den sozialen Medien Dinge behaupten, die nicht stimmen. Hier müssen wir als Journalistinnen und Journalisten kritisch bleiben und nach bestem Wissen und Gewissen abklären, ob dies der Realität entspricht. Was mir aber immer wieder passiert, ist, dass ich einen Fehler mache. Kürzlich habe ich den Namen eines Politikers falsch geschrieben. Das war mir sehr peinlich. Wir mussten dies in der gedruckten Zeitung korrigieren. Aber das gehört zu meinem Beruf dazu. Ich muss zu meinen Fehlern stehen.

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