Ein Hinwiler gibt Ustertag-Teilnehmern ein Gesicht
Als die Landbevölkerung aufbegehrte
Am nächsten Sonntag wird wieder des Ustertages von 1830 gedacht. Ein Oberländer Journalist hat sich auf die Spuren der Unterzeichner des damaligen Memorials gemacht – und Aussergewöhnliches zutage gefördert.
Am kommenden 23. November wird ab 14 Uhr in der reformierten Kirche wieder des Ustertages gedacht. Dabei wird der Astrophysiker Thomas Zurbuchen vor einigen hundert Zuhörerinnen und Zuhörern als Hauptredner auftreten.
Rund 200 Jahre vorher, genau am 22. November 1830, war es gleich eine ganze Reihe von Rednern und eine viel grössere Teilnehmerschar – die Rede ist von rund 12’000 Männern –, die in Uster zusammenkamen.
Wer seine Unterschrift gab
Die Landbürger forderten mehr politische Rechte und legten mit ihrer Versammlung den Boden für den liberalen Bundesstaat. In einem Memorial hielten sie ihre Forderungen fest. Diese Denkschrift wurde von rund 2500 Männern unterzeichnet.
Der Hinwiler Journalist Lukas Leuzinger hat sich zum Ziel gesetzt, genauer zu beleuchten, wer diese Leute waren, die gegen die Stadtzürcher Obrigkeit aufbegehrten.
Einige Porträts von 1200 Unterzeichnern
Seit August hat Leuzinger regelmässig Porträts von einzelnen Unterzeichnern auf der eigens kreierten Website https://lukasleuzinger.substack.com/ aufgeschaltet. Dabei hat er beispielsweise ausgemacht, dass verschiedene Unternehmer, deren Firmen es später zu Weltruhm bringen sollten, am Ustertag dabei waren. Auch zeigt er auf, dass die Wurzeln der erfolgreichen Bankierdynastie Vontobel in Irgenhausen liegen oder dass ein revoltierender Müller es später zum Statthalter schaffte.
Manche Wege von Memorial-Unterzeichnern verliefen aber auch verschlungen. Einige wechselten später die politische Seite oder ein Bäretswiler Kleinfabrikant wurde zum Brandstifter – und ein Bekannter von ihm brachte seinen früheren Mitstreiter ins Gefängnis. Einer wird gar neun Jahre später beim Züriputsch von einer Kugel tödlich getroffen.
Nachfolgend sind einige Schicksale, die Lukas Leuzinger aufgearbeitet hat, herausgepickt.
Ustertag-Teilnehmer Nr. 2512: Johann Jakob Steffan

Der Wädenswiler befeuert die liberale Volksbewegung, wechselt die Seite und endet als konservativer Revolutionär.
Von den drei Rednern, die an der Versammlung am 22. November 1830 in Uster sprachen, war Johann Jakob Steffan (Nr. 2512 auf der Liste der Unterzeichner des Memorials) der am wenigsten bekannte. Er hatte kein bedeutendes Amt inne und machte danach keine grosse Karriere. Es gibt auch keinen Eintrag über ihn im Historischen Lexikon der Schweiz.
Und doch war er vielleicht jener der drei Redner, der den grössten Einfluss auf den Lauf der Geschichte hatte. Jedenfalls beschreiben die erhaltenen Berichte von Zeitzeugen fast ausnahmslos (manche bewundernd, andere mit Abscheu), dass Steffan die versammelte Menge so richtig in Fahrt brachte. So berichtet Ignaz Thomas Scherr, dass im Verlauf der Rede «die Gemüthswogen den Verstand bedeckten».
Steffan, der aus einer alteingesessenen Wädenswiler Familie stammte, begnügte sich nicht damit, das vorbereitete Memorial vorzulesen, sondern führte dieses auch noch in ausserordentlich überschwenglicher Weise aus. Schliesslich fragte er die Anwesenden, ob sie weitere Wünsche hätten. Darauf kam ein Schwall von Zurufen aus der Versammlung. Darunter waren auch radikale Forderungen, etwa jene nach einem Verbot von Webmaschinen. Steffan versprach, dass man alles berücksichtigen werde. Der Historiker Karl Dändliker, Verfasser der dreibändigen «Geschichte der Schweiz», macht die damals genährten Hoffnungen, die später enttäuscht wurden, dafür verantwortlich, dass sich der Unmut im Volk 1832 im «Usterbrand» entlud.
Das ist insofern ironisch, als Steffan selber Direktor einer Fabrik in Uster war (deshalb wurde er wohl als einer der Redner auserkoren). Später wurde er Gemeindeammann von Wädenswil. Ein kantonales Amt errang er hingegen erst nach einem weiteren Aufstand: 1839 gehörte er zu den Anführern des Züriputschs, bei dem eine konservative Bewegung vom Land die liberale Regierung stürzte. Im Anschluss wurde Steffan in den Grossen Rat gewählt, wo er allerdings nur drei Jahre blieb.
Ustertag-Teilnehmer Nr. 1573: Hans Felix Egli
Ein enttäuschter Kleinfabrikant wird zum Brandstifter.
Die rund 10’000 Teilnehmer an der Versammlung von Uster 1830 hatten nicht alle die gleichen Wünsche und Erwartungen. Zwar war man sich einig darüber, dass die Landschaft nicht länger von der Stadt dominiert werden soll. In anderen Fragen gab es aber auch Abweichler vom liberalen Tenor des Memorials. Das betraf insbesondere die Wirtschaftspolitik. So verlangten manche Teilnehmer, vor allem Handweber und Kleinfabrikanten, ein Verbot von Webmaschinen. Dieses Anliegen schaffte es allerdings nicht unter die Hauptforderungen des Memorials, sondern wurde lediglich am Ende kurz erwähnt.
Die Enttäuschung darüber mündete in eine Gewalteskalation am Jahrestag der Versammlung zwei Jahre später. Am 22. November 1832 zogen aufgebrachte Handweber gegen die Fabrik Corrodi & Pfister, in der mechanische Webstühle standen, und setzten diese in Brand. Als Haupträdelsführer wurde der damals 51-jährige Hans Felix Egli (Nr. 1573 auf der Liste der Unterzeichner des Memorials) identifiziert, nach seinem Wohnort bei Bäretswil «Rellsten-Felix» genannt. Egli gehörte wohl zu jenen, die 1830 lautstark das Verbot von Webmaschinen gefordert hatten. Als sich diese Forderung politisch nicht durchsetzen liess, schritt er zur Tat.

Der Usterbrand war die bedeutendste Tat von «Maschinenstürmern» in der Schweiz – der Begriff bezeichnet Arbeiter, die ihre Existenz durch den technischen Fortschritt bedroht sahen und ihn daher mit teilweise brachialen Methoden aufzuhalten versuchten. Dass sie ausgerechnet an der Gedenkfeier zum Ustertag zuschlugen, zeigt: Die liberale Bewegung, die sich erfolgreich gegen die Obrigkeit auflehnte, stand bald selber in der Kritik – zum Teil von Bürgern, die sie zuvor unterstützt hatten (auch wenn sie selber keineswegs liberal dachten).
Wie repräsentativ Egli und die anderen «Maschinenstürmer» für die Arbeiterschaft waren, ist schwer zu sagen, da wenig Zeugnisse aus dieser Schicht überliefert sind. Egli selber gehörte sicherlich nicht zu den wirtschaftlich am schlechtesten Gestellten. Er war vermutlich Kleinfabrikant. Allerdings litt er unter psychischen Problemen. Der spätere Bundesrat Jonas Furrer, der Egli vor Gericht verteidigte, machte Anzeichen von «religiöser Schwärmerei» und «geistiger Zerrüttung» beim Angeklagten geltend.
Das Obergericht zeigte aber keine Gnade, sprach Egli sowie 28 andere schuldig und verurteilte ihn zu 24 Jahren Kettenstrafe. Immerhin ersparte es ihm die Todesstrafe, welche die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Ironie des Schicksals: Der Züriputsch von 1839, der Johannes Hegetschweiler (Porträt siehe unten) das Leben kostete, rettete Egli: Er wurde nach dem Umsturz amnestiert.
Ustertag-Teilnehmer Nr. 720: David Bürgi
Der überzeugte Radikale kämpft erfolglos gegen Brandstifter und bringt einen früheren Mitstreiter ins Gefängnis.
Wer identifizierte Hans Felix Egli, den Haupträdelsführer des Usterbrands, und lieferte ihn den Justizbehörden aus? Es war ein anderer Bäretswiler, der zwei Jahre zuvor noch Seite an Seite mit Egli gekämpft hatte: David Bürgi (Nr. 720 auf der Liste der Unterzeichner des Memorials).
Bürgi war Sohn eines Wirts und früh politisch aktiv. Als er am 22. November 1830 seinen Namen unter das Memorial setzte, war er noch keine 30 Jahre alt, zeichnete aber bereits als «Alt Gemeinammann». Wie mancher andere Teilnehmer nutzte er den Ustertag und die folgenden politischen Veränderungen, um seine politische Karriere auf kantonaler Ebene zu lancieren. 1831 wurde er in den Grossen Rat gewählt, weniger als ein Jahr später bereits in die Regierung.
Als Vertreter der Radikalen konnte ihm nicht gefallen, dass «Maschinenstürmer» 1832 die Ustertag-Gedenkfeiern nutzten, um eine Fabrik in Brand zu setzen. Davon geredet worden war schon vor dem Ereignis. Deshalb schickten die Behörden am Morgen des 22. Novembers 1832 sechs Abgeordnete nach Uster, um eine Eskalation zu verhindern – unter ihnen David Bürgi.
Später sagte Bürgi aus, dass ihm Hans Felix Egli (den er kannte) als Anführer einer Gruppe von Männern entgegengekommen sei, die mit Reisig und Stroh auf dem Weg zur Fabrik Corrodi & Pfister waren. Er habe Egli gesagt, er wolle doch nicht hoffen, dass sie etwas Böses im Sinne hätten. «Egli klopfte mir jedoch auf die Achsel und erklärte ganz bestimmt, es müsse nun einmal heute so gehen.»
Und so ging es. Bürgi und seine Kollegen versuchten vergeblich, die Angreifer abzuwehren und den Brand der Fabrik zu verhindern. Viele der Brandstifter entkamen unerkannt; Egli wurde zum Verhängnis, dass er aus Bäretswil stammte und Bürgi ihn kannte. Er wurde noch am selben Tag verhaftet.
Bürgi seinerseits blieb im Regierungsrat, bis er 1839 im Zuge des «Straussenhandels» abgewählt wurde. Er hatte sich hinter die Berufung des liberalen Theologen David Friedrich Strauss an die Universität Zürich gestellt und verlor nach der Machtübernahme der Konservativen sein Amt. Später war er noch Gemeindepräsident an seinem neuen Wohnort Fluntern und Spitalkassier. Auch dieses Amt verlor er allerdings unvermittelt: Wegen Unterschlagung wurde er 1854 verhaftet und verurteilt.
Ustertag-Teilnehmer Nr. 2267: Heinrich Gujer

Der Müller wagt den Aufstand gegen die Obrigkeit und macht politisch Karriere.
Der zweite Redner an der Versammlung vom 22. November 1830 (nach Johannes Hegetschweiler) war Heinrich Gujer. Nicht umsonst nannte man ihn den «klugen Müller»: Gujer (Nr. 2267 auf der Liste der Unterzeichner des Memorials) verband unternehmerisches Geschick mit politischem Talent. Zum Zeitpunkt der Versammlung war er 28 Jahre alt und führte eine kleine Mühle in Bauma, der eine Bäckerei, eine Sägerei, ein Korn- und Mehlhandel sowie eine kleine Spinnerei angeschlossen waren. Schon als junger Mann reiste er selber nach Überlingen am Bodensee, um auf dem dortigen Markt Getreide einzukaufen. Damit verstiess er gegen die damaligen Gesetze des Kantons Zürich, die den gesamten Handel der städtischen Obrigkeit unterstellten. Wiederholt musste sich Gujer deshalb vor dem Oberamtmann von Kyburg, also dem lokalen Vertreter der Stadt, verantworten.
Auch die Abgaben, die er an die Stadt bezahlen musste, weckten den Widerstandsgeist des «klugen Müllers». In der «Appenzeller Zeitung», einer der wichtigsten liberalen Stimmen, setzte er sich gegen die Vorrechte der Stadt und für die Einführung der Handels- und Gewerbefreiheit ein.

Gujers Engagement auf sein wirtschaftliches Eigeninteresse zu reduzieren, würde allerdings zu kurz greifen. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit beschäftigte er sich schon früh mit Literatur, historischen Studien und politischen Debatten. Er wusste aus direkter Erfahrung von der wirtschaftlichen Not der Oberländer Bergbevölkerung, die ihn wohl auch aufgrund seiner tiefen Religiosität berührte. Nicht ohne Grund bildete die Reform des Schulwesens eine zentrale Forderung in seiner Rede am Ustertag.
Der Auftritt in Uster war zugleich der Auftakt zu Gujers politischer Karriere. Bei den Wahlen im Dezember 1830 wurde er ins Parlament gewählt. Ausserdem wurde er erster Statthalter des neu geschaffenen Bezirks Pfäffikon. Beide Positionen behielt er bis zu seinem Tod 1868.
Ustertag-Teilnehmer Nr. 2506: Johannes Hegetschweiler

Der Stäfner Arzt überwindet seine Selbstzweifel, macht politische Karriere und findet ein tragisches Ende.
Johannes Hegetschweiler (Nr. 2506 auf der Liste der Unterzeichner des Memorials) war einer der drei Redner an der Versammlung von Uster. Vor seinem Auftritt wurde der Arzt aus Stäfa allerdings von Zweifeln geplagt. Der gemässigte Liberale fürchtete sich vor einer gewaltsamen Eskalation und versuchte, die Emotionen der Anwesenden zu zügeln. Seine Rede begann er mit einem Zitat von Friedrich Schiller: «Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, und würd’ er in Ketten geboren.» Gleichzeitig gab er seinem Vertrauen Ausdruck, die Obrigkeit werde den Wünschen der Landbevölkerung entsprechen, mahnte zur Mässigung und bat die Anwesenden, «der Stimme der Leidenschaft kein Gehör zu geben».
Die mässigenden und besonnenen Worte hatten auch mit dem persönlichen Hintergrund des 40-Jährigen zu tun. Hegetschweiler studierte in Zürich und Tübingen. Neben seiner Tätigkeit als Arzt beschäftigte er sich auch leidenschaftlich mit Botanik und Alpenforschung – der Botanische Garten in Zürich gehört zu seinem Vermächtnis.
Hegetschweiler war ein typischer Vertreter des Bildungsbürgertums. Damit stand er im sich zuspitzenden Konflikt zwischen Stadt und Land «zwischen den Fronten», wie der Historiker Christoph Mörgeli in seiner Dissertation über Hegetschweiler feststellt. Einerseits war ihm die Diskriminierung der Landschaft durch die Stadt nur zu gut bewusst, hatte er sie doch selber erfahren, etwa, als ihm der Zugang zum Gymnasium in der Stadt verschlossen blieb. Andererseits pflegte er als Arzt und Wissenschafter sehr enge Beziehungen in die Stadt, insbesondere zu den städtischen Liberalen. Diese teilten zwar die Forderungen der ländlichen Protestbewegung nach wirtschaftlicher Freiheit, Pressefreiheit oder Öffentlichkeit der Parlamentssitzungen. Zugleich standen sie der Idee der politischen Gleichstellung der Landbürger kritisch gegenüber. Sie hielten das Landvolk für zu ungebildet, als dass man ihm gleichwertige politische Rechte zugestehen könnte – und versuchten die Versammlung in Uster bis zuletzt zu verhindern.
Nach der Versammlung schrieb Johannes Hegetschweiler in einem Brief an seinen Freund Paul Usteri fast entschuldigend: «Ich musste in Uster auftretten, weil 1 Gesandtschaft von 4 Gemeinderäthen von Stäfa mich dazu aufforderte und es in dieser Zeit keine leichte Sache ist sich ganz zu entziehen. Man glaubte nämlich, meine Worte etc. könnten etwas zur Beruhigung des sehr aufgeregten Volkes beitragen.»
Hegetschweilers politische Karriere nahm nach dem Ustertag schnell Fahrt auf: Er wurde in den Grossen Rat gewählt und kurz darauf sogar in die Regierung. Unter seiner Ägide modernisierten die Liberalen in den 1830er Jahren das kantonale Gesundheitswesen grundlegend.
Hegetschweilers Laufbahn nahm ein tragisches Ende im Züriputsch von 1839. Religiös-konservative Aufständische – wiederum hauptsächlich von der Landschaft – fielen in Zürich ein, um die liberale Regierung zu stürzen. Als gemässigtes Mitglied der Regierung versuchte Hegetschweiler zu vermitteln – und wurde dabei von einer Kugel tödlich getroffen.
Ustertag-Teilnehmer Nr. 824: Caspar Honegger

Der Industriepionier Caspar Honegger nutzt die politischen Veränderungen durch den Ustertag und macht Rüti zu einem Industriezentrum.
Als der Unternehmer und Maschinenbaupionier Caspar Honegger (1804–1883) 1830 seine Unterschrift unter das Memorial von Uster setzte, war er 25 Jahre alt, leitete aber bereits zwei Spinnereien, eine Ziegelei, einen Bauernbetrieb und ein Gasthaus.
Dabei kam Honegger keineswegs aus privilegierten Verhältnissen. Der Vater war Bauer und begann daneben mit der Handweberei. Mit dem Ersparten baute er eine kleine Spinnerei, welche seine Söhne Heinrich und Caspar später übernahmen. Nach der Versammlung in Uster kam 1834 eine Weberei in Siebnen im Kanton Schwyz dazu.
Caspar, der selber in der Fabrik gearbeitet hatte, zeigte neben dem unternehmerischen Geschick ein hohes technisches Verständnis und versuchte, die Prozesse stetig zu verbessern. Er erfand sogar einen Webstuhl, der als «Honegger-Webstuhl» weltweit Bekanntheit erlangte. Nach diesem Durchbruch verlagerte sich sein Geschäft zunehmend von der Weberei auf die Konstruktion entsprechender Maschinen. 1842 gründete er dazu eine Fabrik, die 1847 wegen des Sonderbundskriegs nach Rüti verlegt wurde. Nach seinem Tod wurde sie zur «Maschinenfabrik Rüti» umbenannt und zählte zeitweise über 2000 Beschäftigte. 1969 wurde der Betrieb von Georg Fischer, später von Sulzer übernommen und 2008 schliesslich geschlossen.
Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit war Honegger auch politisch aktiv. Als er an der Versammlung in Uster teilnahm, war er bereits Gemeindepräsident. Unter der neuen Kantonsverfassung wurde er 1838 in den Grossen Rat gewählt, trat allerdings ein Jahr später – nach dem Züriputsch – bereits wieder zurück. Auch in sozialer Hinsicht war Honegger innovativ. So gründete er in Siebnen ein Arbeiterinnenheim sowie 1834 eine Arbeiter-Spar- und Unterstützungskasse. Es war die erste Betriebskrankenkasse der Schweiz.
