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Kein Badesee mehr

Bachtelweiher: Streit um den «versumpften» Bergsee in Wald

Bewohner aus Wald und «Freunde des «Bachtelweihers» sind enttäuscht: Der kleine Badesee ist nach der Sanierung voller Algen und Schlamm.

Nach der Sanierung lud der Weiher im Sommer nicht mehr wirklich zum Schwimmen ein.

Foto: privat

Bachtelweiher: Streit um den «versumpften» Bergsee in Wald

Kein Badesee mehr

Bewohner aus Wald und die Freunde des Bachtelweihers sind enttäuscht: Der kleine Badesee ist nach der Sanierung voller Algen und Schlamm.

Wer am Bachtelweiher vorbeiwandert, blickt derzeit auf ein ungewohntes Bild: Algen, Wasserpflanzen und Schlamm dominieren den ehemaligen Badesee auf 900 Metern Höhe.

Die Badesaison ist zwar jetzt vorbei, doch der Rückblick in den Sommer schmerzt. Für die Interessengruppe Freunde des Bachtelweihers ist klar: Der Weiher ist nach der Sanierung 2024 «versumpft». Er hat viel von seiner früheren Anziehungskraft als Bade- und Fischersee eingebüsst. Schwimmen war im Weiher nicht mehr möglich.

Schon vor der Sanierung hatte sich Widerstand geregt. Die Interessengruppe warnte vor einer drohenden Versumpfung und kritisierte die überstürzte Entleerung, die den Weiher während zweier Jahre in ein Schlammloch verwandelte. Wir berichteten über den Konflikt.

Verlust einer Oase

Seit je war der Bachtelweiher ein Ort für Fischerei, Badegenuss und eine gemütliche Feuerstelle. Diesen Sommer war das Schwimmen im Algenteppich jedoch wenig attraktiv, die Fische gelten als verschwunden, und das Feuermachen ist aus Naturschutzgründen verboten. «So schlimm hat der Bachtelweiher selbst in früheren Trockenperioden nie ausgesehen», kritisieren Anwohnerinnen und Anwohner.

Seit Sommer 2024 gilt das Projekt nun offiziell als abgeschlossen – doch die Warnungen haben sich bestätigt. Bereits vor den heissen Augusttagen dieses Jahrs zeigte sich starkes Algenwachstum. Auch der neu gebaute Abfluss ist schon voll Schlamm.

Die Interessengruppe Freunde des Bachtelweihers warnt vor einer dauerhaften Versumpfung: «Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt. Das nach einer Sanierung, die über 600’000 Franken verschlungen hat.»

Gründe für die Sanierung

Die Baudirektion des Kantons Zürich weist die Vorwürfe zurück und betont die Notwendigkeit des Eingriffs. «Die Sanierung war nötig, damit der Weiher aus der Stauanlagenverordnung entlassen werden kann», erklärt Isabelle Rüegg von der Medienstelle. «Dazu musste das Wasservolumen so weit reduziert werden, dass für den Weiler Hueb bei einem Dammbruch keine Hochwassergefahr mehr besteht.»

Um das Wasservolumen zu verringern, wurden sowohl die Wasserfläche als auch die Tiefe des kleinen Industriesees verkleinert. Gleichzeitig hat der Kanton Aufwertungen vorgenommen: Strukturen für Wildbienen und Amphibien sind geschaffen und die Ufer als ökologisch wertvolle Flachufer gestaltet worden.

«Die Entwicklung der Weihervegetation entspricht bisher den Erwartungen. Die Natur braucht nach solchen Eingriffen Zeit, bis sie sich wieder etabliert», sagt Rüegg. Zudem sind nach der Sanierung wieder Forellen und Edelkrebse angesiedelt worden. «Es hat also sowohl Fische als auch Krebse im Bachtelweiher.»

Das sieht Ruth Frei anders. Die ehemalige Kantonsrätin und Präsidentin der SVP Wald sagt: «Bei meiner Besichtigung vor rund vier Wochen habe ich kein einziges Fischchen gesehen – vielleicht waren sie aber auch wegen des Schlamms nicht sichtbar.» Sie fragt sich, ob diese Fische und Krebse die nächsten Sommer mit erhöhten Wassertemperaturen überleben werden.

Schlamm – ein Frage der Perspektive

Zum Thema der Versumpfung sagt Rüegg von der Baudirektion: «Gemäss unserer Einschätzung hat es nicht mehr Schlamm als vorher. Der Eintrag von Sedimenten durch die Zuflüsse hat sich nicht geändert. Durch die niedrigere Wassertiefe fällt der schlammige Boden einfach mehr auf.»

Dem entgegnet die Walderin Frei: Es sei nicht nur der schlammige Boden, sondern es seien auch die grossflächigen schwimmenden Algenfelder. «Es war uns schon von Beginn der Baumassnahmen an klar, dass diese Verschlammung so geplant war, um das Baden unattraktiv zu machen», erklärt Frei.

Kosten und Finanzierung

Auch fragen sich die Freunde des Bachtelweihers, wer für diese Renaturierung bezahlt hat. Die Sanierung kostete insgesamt über 600’000 Franken. «Davon flossen rund 400’000 Franken in die Bauarbeiten, die restlichen Ausgaben entfielen auf Projektierung, Baubegleitung, Nachsorge und Begleitmassnahmen», zählt Rüegg auf.

Die Gelder stammen aus dem Natur- und Heimatschutzfonds. «Dieser wird für den Unterhalt von Naturschutzgebieten und für Aufwertungsprojekte verwendet. Regierungs- und Kantonsrat haben den Fonds vor einigen Jahren bewusst gestärkt.»

Frei hofft auf Kürzung dieser Gelder. Überall werde eingegriffen mit der Begründung der Aufwertung, dabei gebe es nachher mehr Vorschriften und Verbote. «Das Gebiet am Bachtelweiher war bereits vor den Massnahmen ein wertvolles Naturschutzgebiet.» Eines mit Feuerstelle, die nun schmerzlich zu fehlen scheint.

Eine Wiederzulassung der früher beliebten Feuerstelle am Ufer schliesst die Baudirektion jedoch aus ebendiesen Gründen aus: «Der Bachtelweiher liegt in der Naturschutzzone I. Dort steht der Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten im Vordergrund.» Eine Feuerstelle sei daher nicht vorgesehen.

Offener Ausgang

Ob der Bachtelweiher jemals wieder zum beliebten Naturbad wird, bleibt ungewiss. Während die Behörden die Sanierung als gelungenen Sicherheits- und Naturschutzkompromiss werten, sehen die Anwohner vor allem eine verlorene Oase. Fest steht: Die Diskussion um die Zukunft des kleinen Bergsees wird die Gemeinde Wald noch länger beschäftigen.

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