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Abstimmung im 2026 vorgesehen

90 Millionen Franken soll die Bahnhofaufwertung in Wetzikon kosten

In ein paar Jahren wird der Bahnhof Wetzikon anders aussehen. Jetzt kommt der Rahmenkredit für das Mega-Projekt vors Parlament und vors Volk.

In ein paar Jahren wird der Bahnhof Wetzikon anders aussehen. Die Sanierung soll 90 Millionen Franken kosten.

Foto: Simon Grässle

90 Millionen Franken soll die Bahnhofaufwertung in Wetzikon kosten

Mehrere Jahre schon dauern die Vorarbeiten des Projekts für den Masterplan Stadtraum Bahnhof Wetzikon. Nun hat das Projekt endlich ein Preisschild – und kommt ins Parlament.

Seit fast drei Jahren arbeitet die Stadt Wetzikon gemeinsam mit den SBB und privaten Grundeigentümern an einem Masterplan für den Bahnhof Wetzikon. Das gesamte Bahnhofareal soll aufgewertet werden. Wie viel das die Stadt kosten wird, war bisher nicht bekannt.

Jetzt hat der Stadtrat die erwarteten Ausgaben für das Megaprojekt bekannt gegeben: 90,3 Millionen Franken. «Nach zweieinhalb Jahren intensiver Planung zusammen mit den SBB können wir nun zum Masterplan und zu den Kosten stehen», meint der zuständige Stadtrat Stefan Lenz (FDP).

In den nächsten Jahren stehen so einige Veränderungen am Bahnhof Wetzikon an. Bis 2035 sollen zwei neue Bushöfe entstehen – einer am Standort bei der Post und der andere am Standort der Guyer-Zeller-Strasse. Ausserdem soll die Personenunterführung erweitert werden, um dem Veloverkehr die Durchfahrt zu ermöglichen.

Die Veloinfrastruktur rund um den Bahnhof soll insgesamt aufgewertet werden. Ausserdem ist geplant, ein umfassendes Mobilitätsangebot mit Park and Ride, Kiss and Ride – sogenannte Kurzzeitparkplätze –, Taxi und Carsharing am Bahnhof zu schaffen. Das Fusswegnetz werde durch die Sanierung mit zwei zusätzlichen Querungen und einer Längsverbindung durch das Bahnhofareal ergänzt und aufgewertet.

Man sieht eine Karte des Bahnhofs Wetzikon mit eingezeichneten Projekten, die im Rahmen des Masterplans realisiert werden sollen.
So sieht das Zielbild des Masterplans Stadtraum Bahnhof Wetzikon aus.

Zudem haben in den letzten Jahren mehrere Forumsveranstaltungen mit Grundeigentümern, verschiedenen Interessengruppen, Quartiervereinen sowie Gewerblern rund um den Bahnhof stattgefunden. Denn rund um den Bahnhof gibt es auch zahlreiche private Bauvorhaben. So entstehen neue Wohn- und Gewerbebauten, und auch das Dienstleistungsangebot am Bahnhof kann erweitert werden. Auf diese kann die Stadt aber nur begrenzt Einfluss nehmen.

Barrierefreie Bushöfe Teil des Masterplans

Wie die Stadt Wetzikon in der Mitteilung schreibt, umfasst der Rahmenkredit in Höhe von 90,3 Millionen Franken darum ausschliesslich die städtischen Vorhaben für die wichtige Infrastruktur und die Stadtraumprojekte. Davon kosten die beidseitigen Bushöfe allein schon 28 Millionen Franken. Beim Neubau eines Bahnhofparks und -platzes belaufen sich die Kosten auf knapp 3,5 Millionen Franken. Dazu kommen Neubauten für unterirdische Velostationen im Wert von je knapp 6 Millionen Franken. Dies, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

«Bei den 90 Millionen handelt es sich teilweise um komplizierte unterirdische Arbeiten im Gleisfeld und im Grundwasser – dies im Vollbetrieb des Bahnhofs», erklärt Lenz. Insbesondere die Personenunterführungen, die Treppen und Rampen dazu seien anspruchsvoll und auch teuer. Der zuständige Stadtrat hebt hervor, dass es sich um einen Rahmenkredit handelt und dass die üblichen Reserven darin enthalten sind.

Ausserdem hatte die Stadt ursprünglich vorgesehen, die beiden Bushöfe Süd und Postplatz als Übergangslösung mit minimalem Aufwand mit Gesamtkosten von rund 4,4 Millionen Franken barrierefrei anzupassen – bis zur Umsetzung des langfristigen Entwicklungskonzepts gemäss dem Masterplan.

Die geplanten Anpassungen ans Behindertengleichstellungsgesetz hätten aber lediglich eine Nutzungsdauer von fünf bis acht Jahren gehabt. Der Stadtrat hat sich angesichts dieses Zeithorizonts dazu entschieden, die Bushofsanierungen nicht mehr separat als Übergangslösung zu verfolgen. Stattdessen sollen die barrierefreien Bushöfe integraler Bestandteil der umfassenden Infrastrukturprojekte des Masterplans werden.

Abstimmung im Frühjahr 2026 geplant

Noch für das Jahr 2025 ist eine Instandsetzung des stark sanierungsbedürftigen Bushofs Postplatz sowie der angrenzenden Poststrasse geplant. Diese Massnahme soll die Funktionsfähigkeit und die Sicherheit für die nächsten Jahre sicherstellen – bis zur definitiven Neugestaltung am Bahnhof Wetzikon.

Über den Rahmenkredit des Masterplans in Höhe von 90,3 Millionen Franken soll die Wetziker Stimmbevölkerung voraussichtlich im Frühjahr 2026 abstimmen. Voraussetzung dafür ist, dass auch das Parlament Ja sagt zum Kredit.

Damit das Projekt diese beiden Hürden übersteht, braucht es laut Lenz noch einige Aufklärungsarbeiten. So würden in den kommenden Monaten verschiedene Veranstaltungen stattfinden – teils auf dem Bahnhofgelände selber –, um mit der Bevölkerung den Dialog zu suchen und zu führen. «Uns ist es wichtig, dass der Mehrwert für das Generationenprojekt erkannt wird», sagt Lenz. Bei einer Annahme würde das Projekt danach schrittweise umgesetzt werden.

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