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Lernerfolg für alle

Die Schule Pfäffikon diskutiert über die Zukunft – Adieu Frontalunterricht?

In vielen Schulen ist die Vielfalt im Klassenzimmer eine Herausforderung. In Pfäffikon will diese Herausforderungen in Angriff nehmen. Deutlich wird: Das klassische Schulsystem will niemand beibehalten.

Vom klassischen Frontalunterricht wollen sich die Lehrpersonen in Pfäffikon langsam, aber sicher verabschieden. (Symbolbild)

Foto: Urs Jaudas

Die Schule Pfäffikon diskutiert über die Zukunft – Adieu Frontalunterricht?

In vielen Schulen ist die Vielfalt im Klassenzimmer eine Herausforderung. In Pfäffikon will diese Herausforderungen in Angriff nehmen. Deutlich wird: Das klassische Schulsystem will niemand beibehalten.

Schule? Komplex. Nicht etwa wegen binomischen Formeln oder unregelmässigen Verben im passé composé – zumindest nicht nur. Die Vielfalt im Klassenzimmer ist für viele Schulen eine Herausforderung, weil Schulkinder per se verschiedene Begabungen und Voraussetzungen mitbringen.

Unter dem Titel «Lernerfolg für alle» hat die Schulpflege Pfäffikon ein Projekt lanciert, um dieser Diversität der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden. Im Frühjahr diskutierten deshalb Lehrpersonen, Heilpädagogen, Klassenassistenzen und sonstige Mitarbeitende der Pfäffiker Schulen über Massnahmen und Visionen für die Zukunft.

Eines wurde beim Austausch an der Konferenz klar: Strenge Stundenpläne, klassische Hausaufgaben und traditioneller Frontalunterricht sind Schnee von gestern. Stattdessen standen Partizipation und selbstbestimmtes Lernen im Vordergrund.

Mehr Freiräume, mehr Lehrpersonen

Die Mitarbeitenden der Pfäffiker Schulen verschafften ihrem Anliegen Gehör und sprachen sich offen über die Visionen, die sie für eine Schule in der Zukunft wünschten, aus. Dabei hinterfragten sie Aspekte, über die man vor einem Jahrzehnt gar nicht zu diskutieren brauchte, weil diese höchstwahrscheinlich als unverzichtbar galten.

Dazu gehören neben dem Frontalunterricht auch Noten und Hausaufgaben. Die Individualität der Schulkinder will die Schule Pfäffikon eben auch mit Individualität behandeln.

Konkrete Beispiele bei der Ideensammlung waren beispielsweise, dass die Schulkinder selbst entscheiden, ob sie zur ersten oder zweiten Stunde mit dem Unterricht beginnen. Auch, dass sie selbst entscheiden, ob sie heute lesen lernen wollen oder vielleicht doch lieber morgen. Selbstverständlich variieren die Bedürfnisse der Schulklassen – Erstklässler haben andere Bedürfnisse und Voraussetzungen als Sechstklässler.

Was die Mitarbeitenden der Schule Pfäffikon heute bereits gut machen – wie sie es an der Konferenz bestätigten –, sind die Unterrichtsteams. Die Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen und Klassenassistenzen wird äusserst geschätzt.

Trotzdem gibt es Herausforderungen: Zum einen gibt es nicht genügend Schulpersonal, zum anderen lastet die ganze Verantwortung nach wie vor bei der einen Lehrperson. Deshalb wünschen sich die Pfäffiker Lehrpersonen unter anderem kleinere Klassen mit mehr Lehrpersonen für die individuellere Betreuung.

Massnahmen an den Schulen in Pfäffikon

Ideen hatten die Fachpersonen viele. Nach der Konferenz wurden diese in acht Themengruppen klassifiziert: Umgang mit Hausaufgaben, in den Klassen, Erweiterung von Unterrichtsformen mit Fokus auf selbstgesteuertes, projektartiges Lernen, Gestaltung von Lernräumen und noch weitere.

Eine reduzierte Anzahl an Themen empfahl die Schulleitungskonferenz der Schulpflege für die vertiefte Bearbeitung. Folgende Massnahmen sollen angegangen sowie entsprechende Fragestellung geklärt werden:

– Klärung der Beurteilungskultur: Wie erhalten Schülerinnen und Schüler Rückmeldungen zum Lernstand und Lernfortschritt? Welche Leistungen werden in welcher Form bewertet?

– Gestaltung von Lernräumen: Wie können bestehende Räume optimiert werden, damit eine moderne Lernumgebung entsteht?

– Optimierung des Personaleinsatzes an Klassen: Wie können Fach- und Assistenzpersonen zur Unterstützung der Klassenlehrpersonen bestmöglich eingesetzt werden, damit der Lernerfolg für alle Schülerinnen und Schüler sichergestellt ist?

Aus Sicht der Schulpflege wäre auch der Umgang mit Hausaufgaben ein wichtiges Thema. «Wir müssen uns vorerst auf drei Themen beschränken», sagt Matthias Weckemann, Leiter Bildung der Schule Pfäffikon.

Mitte September sollen die Mitarbeitenden der Pfäffiker Schuleinheiten darüber informiert werden, wie das weitere Vorgehen aussieht. Weckemann ist zuversichtlich, dass es ausreichend interessierte Personen aus dem Schulbetrieb gibt, welche zusammen mit den Schulleitungen konkrete Projekte und Massnahmen erarbeiten. Die Schulpflege unterstützt das weitere Vorgehen.

Für die Amtsperiode 2026 bis 2030 wird im September 2026 die Schulpflege zusammen mit den Schulleitungen festlegen, wie sich die Fortsetzung gestaltet und ob in einem zweiten Schritt die Themen Hausaufgaben, selbstgesteuerte und projektartige Lernformen sowie die vorschulische Förderung auf die Agenda der Schulentwicklung gesetzt werden.


»Lesen Sie hier, was die Bildungsforscherin Katharina Maag Merki zum Wandel im Bildungssystem sagt«


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