Bauarbeiten in der Drumlinlandschaft bei Wetzikon beginnen am Montag
Ende August beginnen im Langen Riemen bei Wetzikon die Bauarbeiten für die Wiederherstellung des ehemaligen Flachmoors. Das anfallende Bodenmaterial wird in der Region verwertet.
Bald beginnen die Bauarbeiten für die Regeneration eines Wetziker Moors. Am Montag, 25. August, startet das Vorhaben der kantonalen Fachstelle Naturschutz, das voraussichtlich drei Monate dauert. Es handelt sich dabei um das Gebiet Langer Riemen.
Dieses gehört zur Drumlinlandschaft, ist eines der grössten Feuchtgebiete im Kanton und beherbergt viele seltene und gefährdete Tiere und Pflanzen. Früher wurde ein Teil der Landschaftsflächen intensiv bewirtschaftet.
Das Gebiet steht jedoch seit 25 Jahren unter Naturschutz und wurde seither nicht gedüngt. Trotzdem hat sich die Artenvielfalt nicht vergrössert. Die Böden seien noch immer zu nährstoffreich und aufgrund der noch vorhandenen Entwässerungsleitungen auch zu trocken, teilt der Kanton mit.
Dank der Regeneration des Langen Riemens soll in kurzer Zeit wieder mehr Lebensraum für Orchideen, Insekten und Tagfalter entstehen – was gemäss Kanton dringend notwendig ist.
Notwendiger Lebensraum
Bei den Arbeiten wird auf vier Teilflächen des rund vier Hektar grossen Gebiets der nährstoffreiche Oberboden abgetragen. Danach werden die Flächen mit Samen und Schnittgut von artenreichen Feuchtwiesen aus der Region begrünt.
Das Entfernen der bestehenden Drainageleitungen soll dafür sorgen, dass der Boden wieder möglichst dauerhaft feucht bleibt. Ausserdem werden einzelne Mulden ausgehoben, die bei Regen zu temporären Tümpeln werden, was zusätzlichen Lebensraum für Libellen und Amphibien schafft.
Boden wird wiederverwendet
Nach Abschluss der Bauarbeiten sind gezielte Pflegemassnahmen über zwei bis vier Jahre notwendig, bis sich eine stabile Flachmoorvegetation entwickelt hat. Danach werden die Flächen durch den jährlichen Streuschnitt von lokalen Landwirten bewirtschaftet und so langfristig erhalten.
Der Boden, der bei den Bauarbeiten anfällt, ist wertvoll und wird wiederverwendet. Er soll die landwirtschaftlichen Flächen in der Region verbessern und schafft neue Anbauflächen. Die Hälfte des Bodens wird für Felder in Gossau und Wald genutzt. Die andere Hälfte will der Kanton für eine landwirtschaftliche Bodenaufwertung im Gebiet Brandacher in Wetzikon verwenden. Dafür wurde vor Kurzem ein Baugesuch eingereicht.
