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So will der Kanton das Moorgebiet in Wetzikon regenerieren

Ein Naturschutzprojekt im «Langen Riemen» in Wetzikon soll seltene Arten fördern und das Ökosystem stärken.

Im Gebiet Langer Riemen in Wetzikon will der Kanton die Biodiversität weiter fördern – mit einem Regenerationsprojekt.

Foto: Simon Grässle

So will der Kanton das Moorgebiet in Wetzikon regenerieren

Eine Million Franken für Biodiversität

Der Kanton Zürich will im Gebiet Langer Riemen das Moor regenerieren. Das Projekt soll Biodiversität fördern und CO₂ binden.

In den Gemeinden Dürnten, Gossau, Hinwil und Wetzikon erstreckt sich die Drumlinlandschaft Zürcher Oberland. Drumlin ist der keltische Ausdruck für lang gestreckte Hügel und feuchte Senken. Nirgendwo in der Schweiz kommen Drumlins in dieser Dichte und in Kombination mit Mooren vor wie im Oberland.

Das Gebiet gilt deshalb auch als Moorlandschaft von nationaler Bedeutung und steht unter besonderem Schutz. 1998 hat der Kanton eine Schutzverordnung erlassen, die bis heute gilt.

Diese soll nicht nur die Landschaft schützen, sondern auch die Regeneration sicherstellen. Denn die Moorlandschaft ist schon lange nicht mehr intakt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Drumlinlandschaft durch den Bau der Eisenbahn, durch Strassen, Hochspannungsleitungen sowie Siedlungen erheblich verändert.

Moorgebiet soll grösser werden

Damit seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten wieder mehr Lebensraum zurückerhalten, wurden in der Schutzverordnung zahlreiche Flächen ausgeschieden, die für die Regeneration vorgesehen sind. Eine davon ist das Gebiet Langer Riemen am Stadtrand von Wetzikon, unweit vom Grüt und von Bossikon. Dieses ist heute trockengelegt und damit ohne besonderen ökologischen Wert.

Im Moment plant der Kanton die Regeneration des ursprünglichen Moorgebiets, wie aus einem kürzlich publizierten Baugesuch zu entnehmen ist. Das Areal gehört zum grössten Teil dem Kanton und der Organisation Pro Natura. Ein kleiner Teil besitzt ein privater Landeigentümer, der mit den Massnahmen einverstanden ist.

«Die Drumlinlandschaft Zürcher Oberland zählt zu den wertvollsten und charakteristischsten Moorgebieten im Schweizer Mittelland», sagt Katharina Weber von der Medienstelle der Baudirektion. «Indem im Langen Riemen wieder eine nährstoffarme, artenreiche Riedwiese entsteht, können die angrenzenden bestehenden Moorflächen miteinander vernetzt und das Moorgebiet vergrössert werden.»

Das fördere nicht nur die Biodiversität. «Moore sind nicht nur sehr artenreiche Lebensräume, sondern binden auch CO₂, reinigen Wasser und speichern es für Trockenperioden», erläutert sie.

Keine Frist

Bereits 2006 wurden im Langen Riemen erste kleine Massnahmen umgesetzt. Seit 1998 wird die Fläche ohnehin nur noch extensiv genutzt, das heisst ohne Düngung und Ackernutzung.

«Je nach Gegebenheiten können sich so mit der Zeit artenreiche Pflanzenbestände entwickeln», sagt Weber. Im Langen Riemen war dies aber nicht der Fall, denn die Fläche ist aufgrund der Drainagen zu trocken und nach einer langjährigen intensiven Bewirtschaftung zu nährstoffreich.

2022 hat der Kantonsrat der Fachstelle Naturschutz aber zusätzliche Mittel für den Erhalt der Biodiversität zur Verfügung gestellt. «Deshalb können wir nun ein umfassendes Projekt umsetzen.» Gemäss dem Baugesuch wird das Vorhaben etwa eine Million Franken kosten.

Schild eines Naturschutzgebiets
Die Drumlinlandschaft in der Region ist in der Schweiz einzigartig – und deshalb besonders geschützt.

Zum Vorhaben gehört unter anderem, dass der Oberboden abgetragen wird. Auch ist ein neuer Weiher geplant. Das bestehende Drainagenetz wird im Zuge der Regeneration aufgehoben. Auf der Fläche sollen im Anschluss Flachmoor- und Magerwiesenpflanzen aus der Region gedeihen.

Die Regeneration im Langen Riemen ist derzeit das einzige Projekt seiner Art in der Drumlinlandschaft Zürcher Oberland, das der Kanton plant.

«In den bestehenden Mooren hat die Fachstelle Naturschutz seit den 1990er Jahren mehrere Aufwertungsmassnahmen umgesetzt», betont Weber, «zum Beispiel in den Hochmooren im Ambitzgi-, Böndler- oder Hinwilerried, sowie die Auflichtungen der Moorwälder.»

Trotzdem sind noch zahlreiche Flächen im Schutzgebiet als sogenannte Regenerationszonen eingetragen. Eine Frist, bis wann der Kanton die Regeneration der vorgesehenen Flächen umsetzen will, gibt es laut Weber nicht. «Um den Verlust der Biodiversität zu stoppen, ist die rasche Wiederherstellung einstiger artenreicher Lebensräume aber dringend notwendig», sagt sie. Die Fachstelle tue dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

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