Abo

Gesellschaft

Wegen zweijährigen Grossbaustelle in Gossau

Rekurs gegen die Sperrung der Haldenstrasse in Gossau eingereicht

Die Gemeinde sperrte die Haldenstrasse wegen des vielen Verkehrs. Eine Massnahme, die nicht allen passt. Nun muss das Statthalteramt entscheiden.

Die Haldenstrasse in Gossau wurde Ende Mai wegen des vielen Verkehrs gesperrt. Doch bleibt das zukünftig so?

Foto: Christian Brändli

Rekurs gegen die Sperrung der Haldenstrasse in Gossau eingereicht

Die Gemeinde sperrte die Haldenstrasse in Gossau aufgrund des vielen Verkehrs. Eine Massnahme, die nicht allen passt. Jetzt muss das Statthalteramt entscheiden.

Die Grossbaustelle an der Grütstrasse in Gossau, die im Januar begann und noch bis Ende 2026 andauert, soll die Sicherheit für den Velo- und Fussverkehr verbessern sowie die Lärmbelastung reduzieren. Die Baustelle zieht sich über einen 500 Meter langen Strassenabschnitt. Deren Auswirkungen sind für die Gemeinde und ihre Umgebung schwer. So schwer, dass eine Anwohnerin beim Statthalteramt Zürich nun sogar Rekurs eingereicht hat. Dies wegen der Sperrung der Haldenstrasse, welche die Gemeinde Ende Mai veranlasste.

Dass die Grossbaustelle im Gossauer Dorfzentrum an der Grütstrasse aus verschiedenen Gründen eine grosse Herausforderung ist, bestätigte Jörg Kündig (FDP), Gemeindepräsident von Gossau, kürzlich in einem Interview. Das Gewerbe leide deutlich unter der aktuellen Situation, weil das Zentrum grossräumig umfahren werde. Die Gemeinde lancierte deshalb im Juli eine Flyer-Aktion, die Solidarität und «Einkaufen im Dorf» forderte. Auch platzierte sie Plakate in der näheren Umgebung, die darauf hinweisen, dass das Einkaufen im Zentrum nach wie vor möglich ist.

Ausweichroute wurde zur Belastung

Ein zentrales Thema rund um die Grossbaustelle bleibt die Haldenstrasse. Ursprünglich wollte der Kanton die Strasse komplett sperren. Dagegen hatte sich die Gemeinde Gossau damals gewehrt. Es stellte sich aber heraus, dass der Verkehr die Anwohnenden zu sehr belastete, was schliesslich zur Sperrung führte.

Anfang Juni wehrte sich eine Anwohnerin mit einer Petition gegen diese Sperrung. Carol Wiedmer lebt seit 1996 in Gossau und will das Gewerbe in der Gemeinde während der zweijährigen Bauzeit unterstützen. Durch die Sperrung würde man noch zusätzlich verhindern, dass Kunden aus den Nachbargemeinden nach Gossau fahren könnten.

Nach der Unterschriftensammlung unternimmt sie nun den nächsten Schritt. Wie «Zürioberland24» berichtete, hat Wiedmer gemeinsam mit einigen lokalen Betrieben beim Statthalteramt des Kantons Rekurs gegen die Strassensperrung eingereicht.

Der Rekurs richte sich vor allem gegen das – aus ihrer Sicht – rechtsmissbräuchliche und willkürliche Verhalten der Gemeinde. Vor dem Baustart sei mehrfach deutlich ausgeführt worden, dass die Haldenstrasse als wichtige Verbindungsstrasse offen bleiben würde.

Die Gemeinde bestätigt auf Anfrage den Rekurs. Wie der Gemeindeschreiber Thomas-Peter Binder erklärt, hoffe die Gemeinde jedoch, dass die vom Gemeinderat beschlossene Massnahme bestehen bleibe. «Der Gemeinderat hat mit seinem Entscheid, die Haldenstrasse temporär zu sperren, einen ausgewogenen Weg gewählt, um das Verkehrsproblem zu entschärfen.» Ziel sei es, den übergeordneten Durchgangsverkehr durch die Halden- und die Austrasse zu reduzieren.

Laut Binder wurden ausserdem bereits rund 1000 Ausnahmebewilligungen für Betroffene ausgestellt. Aus Sicht der Gemeinde habe sich der Verkehr inzwischen gut eingespielt.

Das Statthalteramt hat die Gemeinde und die Rekurrenten inzwischen im Rahmen einer Vernehmlassung angehört. Die Gemeinde erwartet demnächst einen Entscheid. Wann genau dieser gefällt wird, ist noch nicht bekannt.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.