Wie Vereine Effretikon zum Feiern bringen
Schon am ersten Abend zeigt sich, wie viel Herzblut in der alle drei Jahre stattfindenden Feier in Effretikon steckt und wie sich die lokalen Vereine engagiert haben. Was das Fest für sie bedeutet.
Zwischen Hits aus den 1980er Jahren, Reggaeton und elektronischer Musik tummelt sich das Partyvolk und feiert das Fest, das nur alle drei Jahre stattfindet. So lebendig ist das Effretiker Zentrum wie am Effifäscht nur selten. Das Organisationskomitee der Veranstaltung wappnete sich für rund 30’000 Besucherinnen und Besucher – und nach einer regnerischen Woche steht auch das Wetter nicht mehr im Weg.
Doch laut dem OK-Präsidenten Kilian Meier handelt es sich hier um viel mehr als nur ein regionales Fest. Denn das Effifäscht ist auch ein Fest der Vereine. So soll es ihnen als Plattform dienen und im besten Fall die Vereinskasse aufstocken können. Aber stimmt das?
Vereinskasse aufstocken
Über 20 Vereine präsentieren sich auf dem Gelände, auch wenn sie nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar sind. Sie sorgen nicht nur für Kulinarik und Getränke, sondern sind auch fester Bestandteil des Unterhaltungsprogramms.
So wie etwa das Forum 21 Illnau-Effretikon, ein Verein, der Nachhaltigkeit und innovative Projekte fördert. Der Vorstand hat sich kostümiert und zusammen mit dem Familienverein Effretikon und der Ludothek Illnau eine Karaokebühne errichtet – und das Publikum wartet nicht mal auf den Sonnenuntergang, um loszusingen.
Die Präsenz am Effifäscht sei nicht nur für den Spass gedacht. «Für uns ist es extrem wichtig, dass wir hier präsent sind», sagt Engin Arslan, Präsident des Forums 21. Das Publikum könne mit dem Namen des Vereins allein nicht dessen Tätigkeit in Verbindung setzen. Deswegen sei das Effifäscht eine gute Gelegenheit, den Sinn und Zweck des Vereins zu vermitteln.
Ob die Vereinskasse vom Fest profitiere, sei jedoch vom einzelnen Programm abhängig. «Wir haben früher auf den Verkauf von alkoholischen Getränken verzichtet, weil wir fanden, es passt nicht. Doch damit wir beim Fest keine schwarze Null schreiben, haben wir das revidiert und können nun mit Einnahmen rechnen», sagt Arslan.
Dasselbe berichtet auch Fabian Wintsch, Präsident des Cevi, am Stand seiner Organisation. «Wir können unsere Vereinskasse mit dem Fest gut aufstocken, und selbstverständlich ist es eine wunderbare Plattform, auch wenn wir bereits bekannt sind.» Er trägt einen Cowboyhut und späht aus dem Fenster des Saloons, den der Cevi am selben Tag aufgebaut hat.
Auch der Turnverein Effretikon sieht das Stadtfest als eine gute Gelegenheit, Präsenz zu zeigen. Ob die Kasse tatsächlich aufgestockt werde, sei jedoch ungewiss. «Wenn wir am Ende etwas mehr im Portemonnaie haben, ist das schön, aber man kann die Kasse nicht immer füllen», sagt Beisitzerin Katja Iten.
Fest im Vordergrund
Ein Blick auf die vielen Leute, die sich durch das Effretiker Zentrum schlängeln, zeigt, dass sie sich auf das Fest gefreut haben. Einige sind sogar von weit her angereist, zum Beispiel Eddie Merkle, der aus Friedrichshafen kommt. «Ich finde das Fest einfach super und komme gerne hierher.»
Er trinkt im Zelt des Kiwanis Clubs Illnau-Effretikon einen Aperol Spritz, wo er gerade eine weitere Besucherin kennengelernt hat. «Mich haben die Becher angesprochen, also habe ich mir hier etwas gegönnt», erzählt sie. Ihr Fokus am Fest liege zwar nicht bei den Vereinen, jedoch finde sie es gut, diese mit ihrer Konsumation zu unterstützen. «Beim Effifäscht geht es einfach um die Stimmung, um die vielen Menschen, die man trifft oder schon lange nicht mehr gesehen hat.»
In einiger Entfernung vom Kiwanis-Zelt tigert auch eine Gruppe mit Plüschtieren herum. Auch sie ist ganz offensichtlich zum Feiern da. «Wir haben bisher noch nicht so viel von den Vereinen mitbekommen, weil für uns das Fest im Vordergrund steht», erzählt Carmen. Was hat es aber mit den Plüschtieren auf sich? «Nun, wir haben diese alle geschossen und wollen sie jetzt einem Verein spenden, der sie an Kinder weitergeben kann.» Kurz darauf pirscht die Gruppe Richtung Kiwanis-Zelt.
Im Zelt des Turnvereins ist viel los. Die Frauen, die sich um die Gäste kümmern, wuseln von Tisch zu Tisch und bedienen die Festmeute. Auch wenn der Turnverein nicht mit hohen Einnahmen rechnet, so steht für ihn das Feiern im Vordergrund. Die Vereinsmitglieder haben eine musikalische Einlage fürs Fest bereit. «Ich freue mich vor allem aufs Tanzen», sagt Katja Iten. Ein Effifäscht ohne Vereine sei schlicht kein Effifäscht.