Politik

Noch mehr Widerstand

Gegner der Südstarts erhalten mit der Stadt Zürich eine gewichtige Mitstreiterin

Jetzt stellt sich auch die Stadt Zürich gegen die geplanten Südstarts vom Flughafen Zürich. In der Region wächst das Feld der Kritiker weiter.

Start in Richtung Süden: Die Kritik am neuen Betriebsreglement des Flughafens Zürich zieht weitere Kreise.

Foto: Pixabay

Gegner der Südstarts erhalten mit der Stadt Zürich eine gewichtige Mitstreiterin

Noch mehr Widerstand

Jetzt stellt sich auch die Stadt Zürich gegen die geplanten Südstarts vom Flughafen Zürich. In der Region wächst das Feld der Kritiker weiter.

Die Liste der Gemeinden, die Einsprache gegen die geplanten Südstarts vom Flughafen Zürich einlegen, wird immer länger. Der Widerstand aus den meisten Gemeinden der Bezirke Meilen und Uster ist bereits bekannt. Nun erhebt mit der Stadt Zürich eine weitere gewichtige Stimme Einsprache gegen das neue Betriebsreglement des Flughafens, das die Starts über verschiedene Gemeinden in der Region vorsieht.

GLP-Stadtrat Andreas Hauri bestätigt die Einsprache gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Die Kritik aus der Stadt Zürich richtet sich direkt an Verkehrs- und Umweltminister Albert Rösti (SVP) und das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl). Das Bazl hat das neue Betriebsreglement des Flughafens Mitte Januar öffentlich aufgelegt. Zwar sei der Flughafen für die Wirtschaft und den Standort Zürich wichtig, findet Hauri, «aber Umwelt, Gesundheit und Sicherheit müssen konsequent mitgedacht werden».

Das neue Betriebsreglement erlaubt bei Bise zusätzliche Starts in Richtung Süden – und damit nicht nur über weite Gebiete des Oberlands, sondern auch über Teile der Stadt Zürich. Betroffen wären gemäss Hauri auf Stadtgebiet vor allem Seebach, Affoltern, Oerlikon, Schwamendingen, Witikon und Höngg.

Oberland stärker belastet als Zürich

Vorgesehen ist, dass rund 30 Prozent der Flugzeuge nach dem Start geradeaus Richtung Süden über Höngg abdrehen würden, rund 55 Prozent dürften über die Region Uster fliegen. Für Hauri ist dabei nicht nur die erwartete Lärmbelastung ein Problem, sondern er sieht auch die Sicherheit im Fall eines Flugzeugabsturzes gefährdet. «Das ist für uns nicht akzeptabel», lässt er sich zitieren.

Die Karte zeigt, wo die Abflüge bei Bisenlage neu durchführen werden und wie stark die einzelnen Richtungen belastet wären; Stand Februar 2026.
Die Karte zeigt, wo die Abflüge bei Bisenlage neu durchführen werden und wie stark die Regionen belastet wären.

Neben Zürich reihen sich auch aus dem Oberland weitere Gemeinden und Organisationen in die kritischen Stimmen ein. Fehraltorf, Hittnau und Pfäffikon haben gemeinsam eine Einsprache gegen die Südstarts publiziert.

Ebenfalls ablehnend gegenüber dem Betriebsreglement zeigt sich der in Effretikon ansässige Verein Fair in Air. Er fordert eine Sistierung des Verfahrens, eine strikte Einhaltung der Nachtruhe zwischen 23 und 6 Uhr und explizit keine Starts nach 22.30 Uhr mehr.

Der Verein geht mit der letzten Forderung sogar noch weiter als die Behördenorganisation Region Ost, der unter anderem Gemeinden aus dem Bezirk Pfäffikon und dem Tösstal angehören. Die Organisation lehnt das Betriebsreglement ebenfalls ab und hat ihren Mitgliedsgemeinden erst kürzlich empfohlen, eine Einsprache einzulegen.

Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht mehr. Die offizielle Frist läuft an diesem Dienstag, 17. Februar, ab.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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