Politik

Wachsender Widerstand

Flughafen Zürich erhält noch mehr Gegenwind aus dem Osten der Region

Nach den Unmutsbekundungen aus den Gemeinden südlich des Flughafens Zürich, rumort es auch im Osten. Die Behördenorganisation Region Ost empfiehlt ihren Mitgliedsgemeinden ebenfalls eine Einsprache.

Auch im Osten des Flughafens Zürich befürchtet man mehr Fluglärm durch das neue Betriebsreglement. (Archiv)

Foto: Christian Merz

Flughafen Zürich erhält noch mehr Gegenwind aus dem Osten der Region

Wachsender Widerstand

Nach den Unmutsbekundungen aus den Gemeinden südlich des Flughafens Zürich rumort es auch im Osten. Die Behördenorganisation Region Ost empfiehlt ihren Mitgliedsgemeinden ebenfalls eine Einsprache.

Die Opposition gegen die geplanten Südstarts vom Flughafen Zürich wächst seit Wochen. Am Mittwoch vergangener Woche hatte das Fluglärmforum Süd zu einer Informationsveranstaltung nach Uster geladen. Dort legte die Behördenorganisation, der die Mehrheit der Gemeinden der Bezirke Meilen und Uster angehört, noch einmal dar, welche Auswirkungen auf die Region sie durch das neue Betriebsreglement erwartet.

Die meisten der betroffenen Gemeinden im Süden haben bereits Einsprache eingelegt. Mit Weisslingen schloss sich auch eine Gemeinde östlich des Flughafens dem Widerstand an.

Nun legt die Behördenorganisation Region Ost nach. Ihr gehört auch Weisslingen an. Insgesamt vertritt sie 120 Gemeinden in den Kantonen Zürich, St. Gallen und Thurgau. In der Region sind das neben Weisslingen auch Illnau-Effretikon, Lindau, Schlatt, Turbenthal, Wila, Wildberg und Zell.

Noch mehr Flüge im Osten

Im Osten des Flughafens geht es den Gemeinden vor allem darum, die aus ihrer Sicht bereits hohen Lärmbelastungen im Vergleich zur heutigen Situation zu verringern – besonders in der Nacht. Nun geht die Behördenorganisation Region Ost aber davon aus, dass sich die Situation mit dem neuen Betriebsreglement eher noch verschlechtern wird.

«Es ist damit zu rechnen, dass die Kapazität des Ostkonzepts auf 70 Flugbewegungen pro Stunde erhöht wird», heisst es in einer aktuellen Mitteilung. Die geltenden Lärmgrenzwerte würden keinen genügenden Schutz für die Gesundheit der Bevölkerung bieten.

Bereits Mitte Januar hatte die Behördenorganisation Region Ost angekündigt, das neue Betriebsreglement eingehend zu prüfen. Nun empfiehlt sie den Mitgliedsgemeinden, «ihre bisherigen Einsprachen mit einer ergänzenden Eingabe zu bekräftigen».

Puffer statt normale Betriebszeit

«Die Änderungen dürfen keine zusätzliche Belastung für den Osten bewirken», lässt sich Katrin Cometta (GLP), Präsidentin der Region Ost und Winterthurer Stadträtin, zitieren. Besonders kritisch sieht sie «die halbe Stunde nach 23 Uhr als faktisch normale Betriebszeit». Diese dürfe nur als Puffer für Verspätungen dienen. «Wir erwarten, dass die siebenstündige Nachtruhe von 23 bis 6 Uhr endlich gewährleistet wird.»

Gleichzeitig kritisiert die Behördenorganisation in der Mitteilung die «äusserst kurze Auflagefrist von 30 Tagen» für das neue Betriebsreglement. Die Prüfung der komplexen und umfangreichen Dokumente stelle die Organisation und die Gemeinden vor eine grosse Herausforderung. Die Empfehlung für die Einsprachen erfolge auch deshalb, weil gegenüber früheren Gesuchen des Flughafens keine wesentlichen Änderungen ersichtlich seien.

28 Mitgliedsgemeinden der Region Ost hatten bereits 2014 Einsprache gegen das damalige Betriebsreglement erhoben. Von den Anpassungen im Betriebsreglement 2017 seien einzelne Mitgliedsgemeinden der Region ebenfalls negativ betroffen, weshalb sie rechtliche Schritte gewählt hätten, heisst es in der Mitteilung.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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