Blaulicht

Wegen massiver Druckwelle

Explosion bei Illnau führt zu über 70 Schadensmeldungen

Am Mittwochnachmittag kam es zu einer unkontrollierten Explosion auf der Versuchsanlange Tätsch bei Illnau. Während die Arbeiten der Kantonspolizei andauern, könnte es zu weiteren Explosionen kommen.

Bei der Scheune eines Landwirts wurden wegen der Druckwelle der Explosion die Tore eingedrückt.

Foto: Simon Binder

Explosion bei Illnau führt zu über 70 Schadensmeldungen

Am Mittwochnachmittag kam es zu einer unkontrollierten Explosion auf der Versuchs- und Schulungsanlage Tätsch bei Illnau. Während die Arbeiten der Kantonspolizei andauern, könnte es zu weiteren Explosionen kommen.

Am Mittwochnachmittag knallte es in der Region ohrenbetäubend laut. Der Grund: Auf der Versuchs- und Schulungsanlage Tätsch oberhalb von Illnau kam es bei einer geplanten Vernichtung von Sprengmitteln zu einer unkontrollierten Explosion.

Am Donnerstagmorgen wird das Ausmass der Schäden immer deutlicher, wie eine Mitteilung der Kantonspolizei Zürich zeigt. Die Druckwelle verursachte im erweiterten Umfeld von etwa zehn Kilometern rund um die Anlage grössere Schäden. So gingen bei der Kantonspolizei im Lauf des Mittwochs und bis zum Donnerstagvormittag über 70 Schadensmeldungen ein.

Zerborstene Scheiben

Darunter wurden Schäden an Dächern, Mauerwerken, Fenstern, Türen und einem Aquarium gemeldet. In welcher Höhe sich die Schadenssumme bewegt, kann die Kantonspolizei derzeit noch nicht sagen. «Die Ermittlungen dauern an», schreibt diese in der Mitteilung.

Bereits am Mittwochnachmittag waren die Schäden in unmittelbarer Umgebung deutlich sichtbar. In mehreren Geschäften in Unter-Illnau zerbarsten infolge der Druckwelle Scheiben, auch Schäden an Gebäuden wurden rasch nach der Explosion gemeldet. Landwirt Simon Binder, der einen Hof rund 200 Meter vom Sprenggelände entfernt hat, berichtete bereits kurz nach dem Vorfall von Schäden an seiner Scheune.

Feuerwehrautos und Polizei auf dem Schulungsgelände von Tätsch
Kurz nach der Explosion waren auf dem Gelände bereits Einsatzkräfte von Polizei und Notruf zu sehen.

Bei der Explosion wurden zwei Personen leicht verletzt. Wie es um die beiden steht und ob es sich um Privatpersonen oder Mitarbeitende einer Firma handelt, die auf dem Sprenggelände tätig war, kann die Kantonspolizei auf Nachfrage aktuell nicht sagen.

Weitere, kontrollierte Explosionen

Unterdessen wurden das Gelände Tätsch und die Umgebung aus Sicherheitsgründen abgesperrt.

Am Mittwoch wurden bei der Spurensicherung noch weitere Explosivstoffe sichergestellt, die aktuell von den Spezialisten des Zürcher Entschärfungsdiensts des Forensischen Instituts Zürich vernichtet werden. Es kann deshalb zu weiteren, kontrollierten Explosionen kommen.

Ein Abtransport der Explosivstoffe ist laut Kantonspolizei nicht möglich gewesen, weshalb die Vernichtung an Ort und Stelle stattfindet. Die gezielten Sprengungen sollen so bald wie möglich starten. Wie lange diese andauern werden, ist noch unklar, wie die Kantonspolizei auf Nachfrage erklärt.

Wie es zur unkontrollierten Explosion am Mittwochnachmittag kam und um welche Sprengsätze es sich dabei handelt, ist Gegenstand der aktuellen Ermittlungen der Kantonspolizei Zürich in Zusammenarbeit mit dem Forensischen Institut Zürich sowie der Staatsanwaltschaft.

Unterdessen ruft die Kantonspolizei dazu auf, weitere Schäden im Zusammenhang mit der Explosion zu melden. Dies unter Telefon 058 648 48 48.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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