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Bäretswiler an Gravel-WM

Er hat Lunte gerochen – in einem fremden Dress

Felix Stehli hielt an der Gravel-WM mit grossen Namen mit. «Das macht Lust auf mehr», sagt der Bäretswiler.

Er blieb lange dran: Felix Stehli am Hinterrad von Matej Mohoric.

Foto: Thomas Braun

Er hat Lunte gerochen – in einem fremden Dress

Felix Stehli hielt an der Gravel-WM mit grossen Namen mit. «Das macht Lust auf mehr», sagt der Bäretswiler.

So wirklich realisieren kann Felix Stehli noch nicht, was er erreicht hat. Respektive, wie nahe er einer WM-Medaille gekommen ist. Nach dem 5. Rang an der Gravel-WM in den Niederlanden verbrachte der 24-Jährige am Montag drei Stunden allein damit, Glückwunschnachrichten zu beantworten. «Ich bin um eine Medaille mitgefahren. Das ist eigentlich unglaublich», sagt er. 18 Sekunden fehlten dem Bäretswiler auf die Bronzemedaille. «Das ist ja eigentlich nichts.»

Doch es ist nicht nur das Resultat allein, das aufhorchen lässt, sondern auch die Konkurrenz, mit der Stehli mithielt. Beispielsweise liess er im Sprint der Verfolgergruppe den Briten Tom Pidcock hinter sich, der im Radquer und im Mountainbike Weltmeister war und auch auf der Strasse schon Duftmarken gesetzt hat, zuletzt beispielsweise mit dem dritten Gesamtrang an der Vuelta. Und er hielt lange mit dem späteren Bronzemedaillengewinner Matej Mohoric mit. Der Slowene war vor zwei Jahren Gravel-Weltmeister und ist mehrfacher Etappengewinner an grossen Rundfahrten. «Es ist surreal», sagt Stehli. «Ich fuhr da gegen Leute, die Millionen verdienen.»

Eigentlich wollte er nur in die Top 15

Und es ist nicht so, dass er von Beginn weg spürte, dass es sein Tag würde. Er ging aufgrund der starken Konkurrenz mit gedämpften Erwartungen ins Rennen und peilte einen Top-15-Platz an. «Der Kick kam dann während dem Rennen», sagt Stehli. Irgendwann fand er sich bei den Verfolgern der Spitzengruppe am Hinterrad von Mohoric wieder. Und als dieser in die Offensive ging, zog Stehli mit – nach dem Motto: «Einfach mal dranbleiben und schauen, was passiert.» Es ging gut bis zum letzten Anstieg, wo Mohoric sich verabschiedete. Doch Stehli trauert Verpasstem nicht nach. «Ich geniesse dieses Resultat sehr. Es macht Lust auf mehr. Und das heisst für mich: Dranbleiben und zurück an die Arbeit.»

Erst seit dieser Saison setzt Stehli auf die Disziplin Gravel. In der World Series fuhr er regelmässig aufs Podest – und die WM zeigte ihm nun: Er hat einen vielversprechenden Weg gewählt. Was bemerkenswert ist: Stehli war nicht als Mitglied des Nationalkaders an der Gravel-WM – diesem gehört er nicht mehr an. Er startete zwar im Schweizer Dress, doch dieses erhielt er nicht vom Verband zur Verfügung gestellt, sondern von Lars Forster, der es an der Mountainbike-WM im Wallis im September getragen hatte. Damit sparte Stehli doch einen schönen Geldbetrag: 480 Franken kostet das Outfit, wenn man es selber kaufen muss.


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