Die Wunschliste der Baumerinnen und Baumer für ihre «Tanne»
Zukunft ungewiss
An einem Mitwirkungsanlass nutzte die Bevölkerung die Möglichkeit zur Debatte und zum Ideenaustausch über die künftige Verwendung des Gasthauses zur Tanne.
Rund 60 Baumerinnen und Baumer leisteten am Samstag im Rahmen des Workshops «Künftige Gestaltung des Areals ‹Tanne› und der Dorfmitte» viel gedankliche Arbeit. Dabei brachten sie Ideen ein, wie unter anderem das sanierungsbedürftige Gasthaus, welches seit Ende April ohne Pächter dasteht, künftig genutzt werden könnte.

Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) zeigte sich erfreut, so viele kreative Köpfe im «Tanne»-Saal begrüssen zu dürfen. Was an diesem Tag abgehalten werde, sei alles andere als eine Alibiübung, sondern effektiv «reelle Mitwirkung», betonte er. Er sei gespannt auf viele möglicherweise wegweisende Resultate zum Abschluss des Arbeitstags.
Keine vergoldete «Tanne»
Gemeinderätin Heidi Weiss (EVP) blickte zur thematischen Einstimmung zurück auf den ersten Mitwirkungsanlass vom 24. November 2025 sowie auf die Resultate der Nutzungsstudie «auf mehreren Spielfeldern». Letztere habe das Entwicklungspotenzial geprüft.
«Am heutigen Tag ist Ihre Denkarbeit gefragt», stimmte die Ressortvorsteherin Hochbau und Liegenschaften ein. Sie wollte zum grossen Denken anregen, erinnerte aber auch an die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde. «Vergolden werden wir in der ‹Tanne› künftig nichts können.»
Ein Wirt mit gutem Willen
Auch Stefan Hürlimann vom dreiköpfigen Moderationsteam der CDS Consulting aus Wetzikon lud die Anwesenden zum kreativen Mitdenken ein. Per Los wurden sie an einen der sieben Arbeitstische zugeteilt. Dort sollten sich die Beteiligten in einer ersten Austauschrunde mit der folgenden Frage auseinandersetzen: Welche Bedürfnisse soll die «Tanne» in der Zukunft, ab 2033, abdecken?»
Pro Tisch gesellte sich eine Gemeinderätin oder ein Gemeinderat dazu. Sie sammelten die Ideen aus der Gruppe an einer Pinnwand. Und diese füllte sich zügig. Das Ziel war letztlich, binnen 50 Minuten aus den gesammelten Ideen drei bis fünf Perlen zu erküren.






Und was wünscht sich die Bevölkerung aus Bauma für ihre «Tanne»? Oft genannt wurde, dass das Gasthaus vermehrt von der Bevölkerung genutzt werden soll. Zudem bedinge es den guten Willen eines Wirts, um für mehr Attraktivität beim Hotelbetrieb zu sorgen. Begründet wurde dieses Anliegen mit negativen Erfahrungen, die gemacht worden waren: «Wieso wurde zuletzt einem Hotelgast kein Frühstück mehr angeboten?»
Im Verlauf des Tags zeichnete sich ab, dass viele der Anwesenden die künftige Nutzung des Saals wenn möglich wünschen. «Die meisten wollen den Saal behalten», fasste es eine Teilnehmerin zusammen. Viele könnten sich vorstellen, die einstige Gaststube der Bevölkerung als Treffpunkt zur Verfügung zu stellen – beispielsweise in Form eines Cafés.
Mehr Wohnungen?
In mehreren Runden vertieften die Teilnehmenden letztlich ihre Ideen für die «Tanne». Es wurde viel diskutiert, hinterfragt und ergänzt.
Teilnehmer Sepp Stierli schätzte die Möglichkeit, sich mit anderen Interessierten austauschen zu können. «Es wurden viele gute Ideen geäussert. Doch alles braucht seine Zeit», betonte er. Für ihn ist klar, die «Tanne» soll weiterhin gebraucht werden. «Ich plädiere dafür, im ganzen Haus Wohnungen einzuplanen.» Denn ein Gastronomiebetrieb über mehrere Stockwerke sei weniger sinnvoll.
Und die Teilnehmerin Manuela Trachsel ist davon überzeugt, dass die «Tanne» in irgendeiner Form weiterbetrieben werden soll. Aber: «Die Gemeinde darf nicht mehr zu viel investieren, es gilt, auch andere Projekte im Dorf weiterzuverfolgen.» Sie begrüsste besonders die Idee mit einem Café als Begegnungsort.
Wie schnell geht es nun vorwärts?
Geht es nach Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos), soll die Planung zügig voranschreiten. Seiner Meinung nach soll nicht bis ins Jahr 2033 gewartet werden, bis der «Tanne» wieder Leben eingehaucht wird. Im Gegenteil: «Wir wollen die ‹Tanne› auch in den nächsten Jahren möglichst wirkungsvoll nutzen», meinte er. «Vielleicht wachsen aus dem heutigen Mitwirkungsanlass ja gewisse Zwischenlösungen für Nutzungen heraus.»
Und er sieht bereits erste Möglichkeiten zur Verbesserung. Beispielsweise müsse das Reservierungstool für den Saal optimiert werden. Zudem könne der Saal noch öfter genutzt werden. Wie Sudler anmerkte, wird die Gemeinde die Vermietung der Zimmer in der «Tanne» weiterverfolgen. Die definitiven Ergebnisse aus der Mitwirkung der Bevölkerung wolle die Gemeinde am 16. März präsentieren. (mav)