Die Walder Familienbande schreibt die Aufstiegsstory neu
Nach Heimsieg
Es ist vollbracht. Erstmals seit 2002 spielt der FC Wald wieder in der 2. Liga. Einen grossen Anteil an der neuen Erfolgsstory hat die Familie Juric.
Der letzte Schritt ist der schwerste, heisst es in einem Sprichwort. Der FC Wald brauchte jedoch beim 4:0-Erfolg über Fehraltorf nur eine knappe halbe Stunde, bis der Bann brach. Patrik Juric eröffnete den Torreigen. Und noch vor der Pause legten Lirind Pacolli und Alexander Jetzer per Penalty nach, sodass die Drittliga-Partie frühzeitig entschieden war. Der Aufstieg in die 2. Liga ist damit eine Runde vor Schluss bereits Tatsache.
Die Walder waren schon bald in der Gruppe 6 die Gejagten – und brachten mehr Konstanz mit als Pfäffikon, Rüti und Wetzikon, die Grossen aus der Nachbarschaft.

Von einem kurzen Zwischentief war allerdings auch der FCW nicht gefeit. Nachdem er in den Viertelfinals des FVRZ-Cups gegen den Zweitliga-Spitzenklub Seuzach erstmals überhaupt als Verlierer vom Feld musste, gab es in diesem Frühling prompt zwei weitere Niederlagen innert kurzer Frist in der Meisterschaft. «Da sind die Spieler ohne mich zusammengesessen und haben sich auch hinterfragt», sagt Trainer Boris Juric.
Die Aussprache sollte sich auszahlen. Kurze Zeit später konnten im wegweisenden Direktduell die aufkommenden Pfäffiker entscheidend ausgebremst werden.
Stolz auf das Erreichte
Lange 26 Jahre ist es her, seit der FC Wald letztmalig der Sprung in die 2. Liga gelang. Drei Saisons lang konnte er sich auf dieser Stufe halten.
Die sportliche Erfolgsgeschichte war schon damals eng mit der aus der Region Sarajevo stammenden Familie Juric verknüpft. Der Aufstiegstrainer hiess Gabriel Juric. Er ist ein Cousin des Vaters vom heutigen Headcoach Boris. Erinnern kann sich dieser allerdings nicht an dieses Ereignis. Siebenjährig war Boris damals. «Ich habe diese Geschichte oft gehört. Umso stolzer bin ich, dass wir diese nun wiederholen konnten», sagt er.
Für den 33-Jährigen hätte also sein erstes Amtsjahr als Cheftrainer nicht besser verlaufen können. Als im letzten Sommer die Anfrage kommt, Alex Kleinefinke als Coach zu beerben, zögert der bisherige Assistenztrainer nicht. «Ich war schon als Spieler jahrelang Captain und bin es mir gewöhnt, Verantwortung zu übernehmen», sagt er.
Überhaupt ist die jüngste Juric-Generation federführend in der aktuellen Mannschaft. An der Seite von Boris fungiert Bruder Stefan als Captain und Spielertrainer auf dem Feld. Derweil hat Ivan Juric – der Sohn des früheren Trainers Gabriel – die Rolle des Sportchefs inne. Dem nicht genug, nehmen die beiden Offensivkräfte Chris und Patrik Juric wichtige Rollen im Team ein.

Trainer Boris Juric streicht wiederholt den grossen Zusammenhalt im FCW heraus. «Ich weiss, das wird vielerorts gerne gesagt. Aber wenn bei uns einer im Chat um Hilfe beim Zügeln oder für einen Einsatz bei der Papiersammlung fragt, da muss man nie nachhaken. Es melden sich sofort mehrere Freiwillige», betont er.
Zusammenhalt und Klubtreue – mehr als eine Plattitüde
Einmal FC Wald, immer FC Wald – das ist also weit mehr als eine billige Plattitüde. Symbolisch dafür steht Stefan Juric, der immer wieder von anderen Vereinen aus der Region kontaktiert wurde, aber von klein auf nur für den Klub an der Laupenstrasse auflief. Im Kader sind mit nur ganz wenigen Ausnahmen Ur-Walder.
Und selbst nachdem es in den letzten Jahren zweimal knapp nicht zum erhofften Aufstieg reichte, blieb die Mannschaft weitgehend zusammen. «Wir sind noch näher zusammengerückt», findet Boris Juric. Das Rezept ist für ihn einfach: «Die Alten sind immer noch im Saft. Und die Jungen haben Fortschritte gemacht.»
Von ihrem Weg wollen die Walder auch in der nahen Zukunft nicht abkommen. Juric wünscht sich für das Abenteuer in der 2. Liga zwei bis drei neue Spieler, um noch etwas mehr Tiefe ins Kader zu bekommen. An der eigenen Ausrichtung soll sich aber nichts ändern. «Wir wollen uns auch in der 2. Liga nicht verstecken und attraktiven Fussball zeigen», sagt er.
Helfen soll da wiederholt die Heimstärke der Walder. Neun Siege stehen nur drei Unentschieden gegenüber – das Torverhältnis von 44:13 unterstreicht die gute Statistik.
Mancher der neuen Gegner dürfte nur schon wegen der jeweils frühen Anspielzeit um 10.15 Uhr am Sonntag die Nase rümpfen. «Das ist Tradition bei uns. Und so kommen auch mehr Fans», sagt Boris Juric.