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Politik

Defizit bei der Entsorgung

Deshalb muss Uster die Abfallgebühren wieder stark erhöhen

Neues Jahr, höhere Gebühren: Die Ustermer müssen bald mehr für die Abfallentsorgung bezahlen. Für die zuständige Stadträtin gibt es dazu keine Alternative.

Ein Luxusgut ist er noch nicht, der Gebührensack in Uster. Aber die Abfallgebühren der Stadt steigen weiter.

Foto: Eleanor Rutman

Deshalb muss Uster die Abfallgebühren wieder stark erhöhen

Defizit bei der Entsorgung

Neues Jahr, höhere Gebühren: Die Ustermer müssen bald mehr für die Abfallentsorgung bezahlen. Für die zuständige Stadträtin gibt es dazu keine Alternative.

Noch kostet ein 35-Liter-Abfallsack in Uster 2 Franken. Aber die Stadt will die Gebühren erhöhen – zum dritten Mal in Folge. Ab dem 1. März müssen die Ustermerinnen und Ustermer für einen Güselsack Fr. 2.40 berappen. Zum Vergleich: 2023 kostete der gleiche Abfallsack noch Fr. 1.45.

Im vergangenen Juli hatte der Stadtrat die erneute Anpassung des Gebührenreglements beschlossen. Grund für die weitere Preiserhöhung ist, dass die Abfallentsorgung in Uster defizitär ist.

Die Entsorgung muss nämlich vollumfänglich durch diese Gebühren gedeckt werden – so will es das Umweltschutzgesetz des Bunds. Steuergelder dürfen dafür nicht aufgewendet werden. Doch auf dem entsprechenden Konto für die Entsorgung gab es Ende 2024 ein Minus von rund 470’000 Franken.

Fünf Jahre Zeit

Für die zuständige Stadträtin Karin Fehr Thoma (Grüne) führt kein Weg an der Gebührenerhöhung vorbei. «Die Stadt Uster hat die Abfallgebühren über mehrere Jahre tiefer angesetzt, um die damals vorhandenen Reserven in der Spezialfinanzierung gezielt abzubauen», sagt sie. Doch die Erhöhungen ab 2024 haben sich dann als zu gering herausgestellt, um ein Defizit zu vermeiden.

Das kantonale Gemeindegesetz verpflichtet Uster dazu, dieses Defizit innerhalb von fünf Jahren zu beheben. Und das geht laut dem Stadtrat nur mit einer erneuten happigen Erhöhung der Gebühren. Bis voraussichtlich Ende 2028 wird die Finanzierung wieder ausgeglichen sein.

Neben den Preisen für Güselsäcke erhöht die Stadt auch die Grundgebühr und führt wieder eine Grüngutgebühr ein. Auch Unternehmen müssen mehr für die Entsorgung des Abfalls bezahlen.

Mit den neuen Preisen liegt Uster schweizweit im Mittelfeld. Im Kanton Zürich gehört die Stadt nun aber zu den teureren Gemeinden. Zum Vergleich: Während Uster bald Fr. 2.40 für einen 35-Liter-Sack verlangt, kostet der gleich grosse Sack in Wetzikon auch 2026 nur Fr. 1.50.

Wieso ist die Abfallentsorgung andernorts günstiger? Eine einfache Antwort auf diese Frage hat Fehr Thoma nicht. Die Höhe der Gebühren hänge nicht nur mit den laufenden Kosten der Abfallbewirtschaftung zusammen, betont sie. «Unterschiede bei den Gebühren spiegeln oft auch unterschiedliche Strategien im Aufbau oder Abbau von Reserven.» Letztere wollte Uster abbauen, hat nun aber ein Minus in der Kasse.

Rekurs sorgte für Verzögerung

Allein damit lassen sich die höheren Gebühren in der Stadt am Greifensee aber noch nicht erklären. Mehrkosten entstehen auch, weil die Stadt Uster das Entsorgungsunternehmen im vergangenen Sommer gewechselt hatte. Seither ist die Firma Schneider Umweltservice für die Entsorgung der Ustermer Abfälle zuständig. Dies sorgt für Mehrkosten von 800’000 Franken jährlich.

Trotzdem stützt Fehr Thoma den Entscheid. «Die Zusammenarbeit mit dem vorhergehenden Entsorgungsdienstleister war insbesondere hinsichtlich gewisser administrativer Prozesse nicht zufriedenstellend», betont sie. Deshalb habe die Stadt den bestehenden Vertrag gekündigt, und eine neue Ausschreibung sei notwendig geworden.

Ursprünglich wollte der Stadtrat die Gebühren bereits per 1. Januar erhöhen. Doch ein nicht erfolgreicher Rekurs beim Bezirksrat blockierte das Vorgehen.

Die Gebührenerhöhung tritt deshalb am 1. März in Kraft. Laut einer Mitteilung der Stadt bedeutet dies, dass die jährlichen Grundgebühren und die neuen Grüngut-Jahresvignetten im Jahr 2026 anteilsmässig zu zwei Zwölfteln nach dem alten und zu zehn Zwölfteln nach dem neuen Gebührenreglement erhoben werden. Die neuen Grüngut-Jahresvignetten und Marken sind ab dem 16. Februar erhältlich.

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