Abo

Sport

Deshalb hat Uster den idealen Partner an der Seite

Seit zwei Jahren bilden Usters Erstliga-Handballer gemeinsam mit Stäfa eine Spielgemeinschaft – und sie ist längst mehr als ein Zweckbündnis.

Deshalb hat Uster den idealen Partner an der Seite

Stimmig unterwegs

Seit zwei Jahren bilden Usters Erstliga-Handballer gemeinsam mit Stäfa eine Spielgemeinschaft – und sie ist längst mehr als ein Zweckbündnis.

Wie Uster/Stäfa zusammengewachsen ist

Sportlich waren die ersten beiden Jahre in einer Spielgemeinschaft mit GC Amicitia ab 2022 etwas erfolgreicher. Doch die Verbindung zu Stäfa – mit denen die Ustermer bereits in den 2010er Jahren zusammenspannten – ist enger und im Alltag spürbarer.

Der Begriff «Spielgemeinschaft» wirkt zwar etwas sperrig. Doch was auf dem Papier nach Zweckbündnis klingt, ist gut zusammengewachsen. Das zeigt sich nicht nur auf dem Feld, sondern auch daneben: Wenn beim TV Uster Helfereinsätze anstehen, sind Spieler aus Stäfa selbstverständlich mit dabei.

Coach Romeo Garcia, der seine gesamte Handballkarriere bei den beiden Klubs verbracht hat, hebt zudem den engen Austausch mit Lukas Maag, dem Trainer des Stäfner NLA-Teams, hervor. «Es besteht ein geregelter Betrieb. Ich weiss immer, wer mir zur Verfügung steht. Das hilft», sagt Garcia.

Ein Teil dieses Modells: NLA-Spieler von Stäfa, die dort unregelmässig zum Einsatz kommen, holen sich Praxis in der 1. Liga bei Uster/Stäfa. Sie trainieren zudem einmal unter der Woche mit – nur schon wegen der Automatismen innerhalb des Teams.

Das Kader ist ausgewogen zusammengestellt, mit Spielern aus beiden Vereinen. Zwei von drei Trainings finden in Uster statt, ebenso der Grossteil der Spiele. Das schätzen auch die Stäfner Handballer. Nur schon deshalb, weil sie in einer ersten Mannschaft mehr Beachtung finden. «Wir haben dies mit der U23 von Stäfa erlebt, für die sich doch niemand interessiert», sagt Garcia.

Aus Ustermer Sicht schaffen derweil Spieler wie Nils Passen Identität. Mit 104 Toren ist er nicht nur intern der beste Skorer, sondern auch ein Gesicht der Mannschaft. Obwohl der Linkshänder das Potenzial für höhere Aufgaben hätte, bleibt er bewusst und bestärkt dadurch die Ustermer DNA.

Eine Meisterschaft, die einer Achterbahn gleicht

Wenn die Spielgemeinschaft Uster/Stäfa am Samstag im letzten Spiel beim Leader antritt, ist die Ausgangslage klar – und gleichzeitig offen. «Wir können unbeschwert aufspielen. Und wenn uns Arbon vielleicht nicht ganz ernst nimmt, ist auch ein Sieg möglich», sagt Trainer Romeo Garcia.

Es ist ein Spiel ohne Druck, aber mit Aussagekraft. Denn unabhängig davon, ob die Saison in der 1. Liga auf Rang vier, fünf oder sechs endet, steht sie sinnbildlich für das, was die Ustermer in den letzten Monaten gezeigt haben: viel Potenzial, gepaart mit Phasen, in denen die nötige Konstanz fehlte.

Der Start gelang mit sechs Siegen aus acht Spielen überzeugend. Darunter waren auch überraschende Erfolge gegen Spitzenteams. Gleichzeitig leistete sich Uster/Stäfa im weiteren Verlauf immer wieder Ausrutscher gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte – ein Muster, das sich durch die Meisterschaft zog.

In der zweiten Saison als Spielgemeinschaft mit Stäfa wird damit vor allem eines deutlich: Der eingeschlagene Weg stimmt. 26 Punkte stehen vor dem letzten Spieltag zu Buche – das sind mindestens neun mehr als noch im Vorjahr.

Der Umbruch ist bereits im Gang

Mit 30 eingesetzten Spielern steht diese Saison für aussergewöhnliche Breite – eine Zahl, die in der Liga kaum ein anderes Team erreicht haben dürfte.

Auffällig ist der Anteil an Nachwuchskräften: Gleich sechs U19-Spieler kamen in der Meisterschaft zum Einsatz – und das nicht «als Bänkliwärmer», wie Trainer Romeo Garcia betont. Im Kader zeigt sich zudem, dass die jüngeren Spieler längst keine «Grünschnäbel» mehr sind. Ein grosser Teil von ihnen hat seit Bestehen der Spielgemeinschaft bereits reichlich Erfahrung auf Stufe 1. Liga gesammelt.

In der Nachwuchsarbeit bringt Stäfa in der Breite zwar etwas mehr Qualität mit. Doch auch auf Ustermer Seite hat sich zuletzt einiges getan, dank der verstärkten Zusammenarbeit mit umliegenden Klubs im Oberland.

Mit Captain Dionys Domeisen, Lars Wuffli, Nils Galys und Torhüter-Veteran Thomas Maag treten nun mehrere prägende Figuren zurück – entsprechend gewinnt die nächste Generation zusätzlich an Gewicht.

Dass sie diese Rolle übernehmen kann, ist kein Zufall, sondern Teil eines Plans. In den letzten Wochen verzichtete Garcia beispielsweise bewusst auf U19-Spieler, damit sich diese auf ihre eigene Meisterschaft und einen möglichen Aufstieg in die Elite konzentrieren können – auch, um dem Risiko einer Überbelastung entgegenzuwirken.

Warum ein Aufstieg kein Thema ist

26 Jahre ist es mittlerweile her, seit Uster auf Stufe Nationalliga B spielte. 2017 fehlte letztmals wenig – als erst in den finalen Aufstiegsspielen HS Biel die Endstation bedeutete.

Eine mögliche Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse ist im Ustermer Lager derzeit dennoch kein Thema. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen – selbst innerhalb der 1. Liga. Während Teams wie Tabellenführer Arbon mit mehr Trainings und grösseren finanziellen Mitteln arbeiten, setzt Uster mit Stäfa als Partner auf Kontinuität im eigenen Rahmen.

Die infrastrukturellen Bedingungen – etwa die Hallensituation – und die finanziellen Möglichkeiten setzen Grenzen. Für Uster/Stäfa bedeutet das: Weiterhin auf Kontinuität und Nachwuchsförderung setzen, statt kurzfristige Sprünge in höhere Ligen zu wagen.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.