Brand beim Flugplatz Speck zerstörte fast ihre Hochzeitspläne
Kleines Happy End
Michèle Schmid und ihr Verlobter planten, Ende August im Restaurant im Speck in Fehraltorf ihre Hochzeit zu feiern. Mitte Juli fiel das Lokal jedoch einem Brand zum Opfer – nun haben sie eine neue Lösung gefunden.
Es war ein Morgen wie jeder andere, bis Michèle Schmid am 13. Juli auf ihr Handy blickte. «Eine Onlinezeitung meldete, dass es beim Flugplatz Speck in Fehraltorf brennt. Darin hiess es, der Hangar steht in Flammen.»
Eine Stunde später kam das Update, das Schmid noch immer sprachlos macht: Das Restaurant im Speck ist abgebrannt. «Der Ort, an dem mein Partner und ich am 23. August heiraten wollten», erzählt die 25-Jährige. Ihre Stimme bricht, die Augen füllen sich mit Tränen.
Ein Ort voller Erinnerungen
Für Schmid war das Restaurant im Speck mehr als nur ein Veranstaltungsort. Es war das Stammlokal von ihr und ihrem Verlobten, mit dem sie seit fast zehn Jahren zusammen ist. «Früher war ich hin und wieder mit meinen Eltern dort», sagt sie. «Als ich dann mit Jan zusammenzog, wurden es monatliche Besuche.» Ob Abendessen, Drinks oder ein Sommernachmittag im «Windy Corner» mit Tochter Sky – wohl fühlte sie sich dort immer. «Das Essen war ausgezeichnet und das Personal unglaublich freundlich und zuvorkommend.»
Die freie Trauung von Michèle Schmid und ihrem Verlobten hätte auf der Terrasse des «Windy Corner» stattgefunden, als Festessen danach war ein BBQ im Restaurant geplant gewesen. Auch die Hochzeitsparty wollte das Paar im «Speck» feiern. Doch es sollte alles anders kommen.
Zwischen Tränen und Neuorientierung
Als Michèle Schmid klar wurde, dass ihre Hochzeitslocation den Flammen zum Opfer gefallen war, traf sie der Schock mit voller Wucht. «Ich war allein zu Hause, rief meine Stiefmutter an und weinte.» Nicht nur ihre eigene Hochzeit stand plötzlich auf der Kippe – auch der Verlust für die Betreiberin des Restaurants im Speck berührte sie tief. «Ich hatte mit Sabrina Gisler engen Kontakt. Mir war bewusst, wie sehr sie dieses Ereignis trifft – es tat mir unendlich leid für uns alle.»

Für einen Moment klammerte sie sich noch an die Hoffnung, dass nicht das ganze Restaurant betroffen war und im «Speck» trotzdem gefeiert werden könnte. Als jedoch klar war, dass das nicht der Fall war, begann die Umplanung – es waren nur noch wenige Wochen bis zum Tag X.
Neuer Ort, vertrautes Gefühl
Mit der Hilfe ihrer Stiefmutter fand Schmid schliesslich eine neue Location – im «Ponystübli» in Tuggen SZ. «Unser Thema an der Hochzeit ist Country. Daher passt die neue Location sehr gut», sagt Schmid. Glücklicherweise bietet die Eventlocation auch ein Catering an, sodass dieses nicht extra neu gebucht werden musste.
Zusammen mit ihrer Hochzeitsplanerin setzte sie dann alle weiteren Schritte um: 32 Gäste informieren und die Deko und die Blumen an den neuen Ort bestellen.
Unter Druck ist es ihnen gelungen, die Hochzeit nicht verschieben zu müssen. Trotzdem bleibt die Situation für Michèle Schmid belastend. «Ich tue mich schwer mit Veränderungen – und es fiel mir nicht leicht, mich auf die neue Planung einzulassen.» Kurzzeitig habe sie sogar gedacht, ob der Brand ein Zeichen sei. «Unsere Beziehung war nicht immer einfach. Mein Partner hat mir aber geholfen, jetzt alles so anzunehmen, wie es ist.»
Mittlerweile freut sie sich auf ihren grossen Tag, die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. «Ich konzentriere mich jetzt auf mich selbst, damit ich mich möglichst gut fühle an meiner Hochzeit.» Und sobald der «Speck» wieder offen hat, wollen sie und ihr künftiger Mann dort ein Abendessen nachholen – um ihre Liebe doch noch auf dem Flugplatz zu feiern.
Wie geht es mit dem «Speck» weiter?
Nach dem Brand auf dem Flugplatz Speck verging keine Woche, bis die Pächter den Betrieb des betroffenen Restaurants im Speck und des «Windy Corner» wieder hochfahren konnten – vorübergehend in einem Zelt. Das niedergebrannte Gebäude wurde mittlerweile rückgebaut. Für die Eigentümerin, die Flugsportgruppe Zürcher Oberland, ist indessen klar, dass wieder ein Neubau entstehen soll. Eine Arbeitsgruppe hat sich deshalb der Frage angenommen, wie das neue Gebäude aussehen wird. Sobald die Pläne ausgearbeitet sind, bedingen diese noch die Zustimmung der Vereinsmitglieder.
Dieser gesamte Prozess dürfte Monate bis Jahre beanspruchen. Eine zweite Arbeitsgruppe kümmert sich deshalb um die Beschaffung eines Provisoriums, welches über die kalte Jahreszeit hinweg genutzt werden kann. Zurzeit befindet sich der Verein in Gesprächen mit potenziellen Anbietern für besagtes Provisorium. (jgu)