Als sechs junge Bankräuber in Fällanden einen Coup landen wollten
In einer losen Folge rollen wir vergangene Kriminalfälle in der Region noch einmal auf. Im August 1999 wurde die beschauliche Wigartenstrasse in Fällanden von Bankräubern heimgesucht.
Eine Bankräuberbande hatte es im August 1999 auf die ZKB-Filiale an der Wigartenstrasse in Fällanden abgesehen. Wie die NZZ berichtete, betraten am 6. August kurz vor 12 Uhr zwei maskierte Männer die Schalterhalle der Bank. Mit einer Faustfeuerwaffe bedrohten sie eine Kundin und fesselten sie.
Die zwei Bankangestellten wurden gezwungen, die Tür zum Schalterraum zu öffnen; dann wurden auch sie gefesselt. Vorher war es ihnen aber noch geglückt, den Alarm auszulösen.
Zufällig befanden sich bei der Alarmauslösung gleich mehrere Streifenwagen in der Nähe des Tatorts.
Sprecher Kantonspolizei
Aus den Kassen entnahmen die beiden Täter 500'000 Franken, die sie in je eine Tasche aus Papier und aus Plastik mit der Aufschrift «Globus» steckten und durch das Hoffenster einem Komplizen übergaben. Als die maskierten Männer die Bankfiliale verlassen wollten, wurden sie von der Polizei in Empfang genommen und verhaftet.
Täter flüchtete mit Beute
Der damalige Sprecher der Kantonspolizei erklärte gegenüber der NZZ, dass sich bei der Alarmauslösung zufällig gleich mehrere Streifenwagen in der Nähe des Tatorts befanden. Allerdings konnte der Komplize der Verhafteten mit der Beute flüchten. Bis zum Abend fehlte von ihm jede Spur.
Doch der Täter blieb nicht lange auf der Flucht. Bereits am Wochenende wurde der Mann verhaftet. Die 500'000 Franken und die Waffen konnten sichergestellt werden. Wie sich herausstellte, waren an dem Raub noch weitere Männer beteiligt. Der Polizei gingen im Zuge der Ermittlungen zusätzlich drei Täter ins Netz, die am Banküberfall mitgeholfen hatten.
Bei den sechs Männern handelte es sich um vier Schweizer, einen Deutschen und einen portugiesisch-schweizerischen Doppelbürger im Alter von 18 bis 21 Jahren. Alle Täter hatten ihren Wohnsitz im Kanton Zürich.
Waffen im Gebüsch versteckt
Wie der damalige Polizeisprecher erklärte, sind die Einsatzkräfte den vier weiteren Männern durch Hinweise auf die Spur gekommen, auf die sie beim Durchsuchen der Wohnungen der schon verhafteten zwei Täter stiessen. Beim Verhör sahen dann die beiden ein, dass weiteres Leugnen keinen Sinn mehr hatte. So nannten die Verhafteten die Namen ihrer Komplizen.
Zwei der insgesamt sechs Täter waren nur am Rand am Raubüberfall beteiligt: Einer, der sich in Fällanden gut auskennt, versorgte die Bande mit Tipps über das Dorf sowie die Umgebung, und einer fuhr die drei Haupttäter mit seinem Auto zum Tatort, worauf er sich sofort wieder entfernte.
Der Räuber, der hinter der Bank die Beute und die Waffen – eine Pistole und eine Schrotflinte – in Empfang genommen hatte, flüchtete zunächst nach Fehraltorf, wo er die Waffen in einem Gebüsch versteckte. Das Geld übergab er dem sechsten Mittäter, der es in seiner Wohnung in Zürich verstaute.
Die ZKB-Geschäftsstelle in Fällanden gibt es heute nicht mehr. Im Frühjahr 2020 wurde die Schliessung auf Ende November angekündigt. Doch bereits im Juni wurde der Bankschalter für immer geschlossen.
Crime-Serie Teil 1
In einer losen Folge rollen wir vergangene Kriminalfälle in der Region noch einmal auf. Wir berichten über Morde, die landesweit Schlagzeilen gemacht haben. Aber auch skurrile Verbrechen werden Teil dieser Serie sein.
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