Bevölkerung wächst, Trends halten an, Wila überrascht
Dass Dübendorf und Uster zu den Städten gehören, die am beliebtesten sind, ist wohl keine Überraschung. Nichtsdestotrotz gibt es unvorhergesehene Entwicklungen.
1,63 Millionen Menschen wohnten Ende 2025 im Kanton Zürich. Das sind 13’000 mehr als im Vorjahr. Klingt nach viel, doch tatsächlich ist dieser Zuwachs von 0,8 Prozent einer der niedrigsten der vergangenen 20 Jahre, wie das Statistische Amt des Kantons Zürich mitteilt. Dieses hat die Bevölkerungsstatistik veröffentlicht.
Und es mag wohl niemanden überraschen, dass vor allem die Städte vom Wachstum betroffen sind. Mehr als zwei Drittel des letztjährigen Bevölkerungswachstums fallen auf die Gemeinden mit über 10’000 Einwohnern. Auf Platz eins liegt die Stadt Zürich mit 4008 Zuzügern. Danach folgt Dübendorf mit 637 zusätzlichen Einwohnern. Den dritten Platz belegt Uster mit einem Zuwachs von 484 Personen.
Zuwachs stagniert – wenn auch nur leicht
Dass Dübendorf und Uster beliebte Städte sind, ist ein anhaltender Trend, der sich auch schon in der Statistik des letzten Jahrs zeigte. Jedoch hat sich die Dynamik in Bezug auf die Regionen verschoben. Denn die Glattaler beispielsweise sind zahlenmässig weniger geworden.
Während ihr Wachstum 2023 noch bei 1,5 Prozent lag, sank es 2024 auf 1,13 Prozent. Im Jahr 2025 ist die Bevölkerung sogar nur um 0,66 Prozent gewachsen – um 1241 Personen. Die Stadt Dübendorf macht somit etwa die Hälfte des Zuwachses aus.
Welche Gemeinden gehören zum Oberland?
Das Statistische Amt des Kantons Zürich definiert das Oberland nicht nach den drei Bezirken Hinwil, Pfäffikon und Uster. In diesem Bericht orientieren wir uns an der Definition des Kantons.
Zum Oberland gehören Bauma, Bäretswil, Bubikon, Dürnten, Fehraltorf, Fischenthal, Gossau, Grüningen, Hinwil, Hittnau, Mönchaltorf, Pfäffikon, Russikon, Rüti, Seegräben, Uster, Wald, Wetzikon, Wila und Wildberg.
Egg gehört zur Region Pfannenstiel.
Illnau-Effretikon, Lindau, Schlatt, Turbenthal, Weisslingen und Zell gehören zur Region Winterthur und Umgebung.
Zum Glattal gehören Dübendorf, Fällanden, Greifensee, Maur, Schwerzenbach, Volketswil und Wangen-Brüttisellen. (mgp)
Das Oberland hingegen verzeichnet mit 1686 neuen Personen ein Wachstum von 0,94 Prozent und ist prozentual somit mehr als die Stadt Zürich (0,92 Prozent) gewachsen. Doch auch hier stagniert der Zuwachs, wenn auch nur leicht. Denn 2024 waren es im Oberland 1755 Zuzüger, also ein Wachstum von knapp einem Prozent. Im Jahr 2023 lag der Zuwachs sogar bei 1,57 Prozent – dies war unter anderem auf die aus der Ukraine Flüchtenden zurückzuführen.
Kleines Wila, grosses Wachstum?
Die Gemeinde, die in der Region den grössten Zuwachs erlebt hat, ist das kleine Wila. Es verzeichnet eine Veränderung zum Vorjahr von 4,1 Prozent. Lebten 2024 noch 2115 Personen in der Gemeinde, so waren es im darauffolgenden Jahr 2201 Einwohnende. Ganze 86 Zuzüger mehr. Im Vorjahr waren es 36.
«Es handelt sich hierbei um die natürliche Entwicklung des allgemeinen Bevölkerungswachstums», sagt Gemeindeschreiber Balz Zinniker. «Zudem hängt es mit neu erstellten Liegenschaften zusammen.»
Wila teilt sich mit der Gemeinde Dägerlen den dritten Platz bei dem prozentual grössten Zuwachs im Kanton. An der Spitze der Gemeinden sind Flaach mit 5,1 Prozent und Hüntwangen mit 4,3 Prozent.
Auch Mönchaltorf weist ein höheres Wachstum auf. Mit 3,4 Prozent und 146 neuen Einwohnern. Das habe beispielsweise mit der Einzonung des Gebiets Silbergrueb und den realisierten Bauprojekten zu tun, schreibt die Gemeinde auf Anfrage. «Das moderate Wachstum der Gemeinde Mönchaltorf in den letzten Jahren trug unter anderem zur Entlastung der Gemeindefinanzen bei und wurde von der Gemeinde durchwegs begrüsst», schreibt Gemeindeschreiberin Cornelia Müller weiter.
Rückgang zeichnet sich regional ab
Doch während einige Städte und Gemeinden konstant wachsen, gibt es auch solche, die schrumpfen. Teilweise konstant. Wie etwa Maur und Egg.
In Egg schwankt die Bevölkerungszahl. In den letzten drei Jahren ist jedoch eine Abnahme zu beobachten. Eine leichte, wohlbemerkt. 2024 haben 30 Personen die Gemeinde verlassen. 2025 waren es 56.
Aus der Gemeinde Maur haben sich im letzten Jahr 19 Personen verabschiedet, davor waren es 31 Personen. Eigentlich keine grosse Veränderung. Am linken Ufer des Greifensees erkennt man aber deutlich eine abnehmende Bevölkerungszahl in den angrenzenden Gemeinden Fällanden, Maur und Egg. Ein solch «verwachsenes» Gebilde ist auch weiter östlich zu beobachten. Bauma, Bäretswil, Hinwil und Dürnten bilden eine Vereinigung von Gemeinden, die einen Rückgang zwischen 0,1 und 0,2 Prozent aufweisen. Oder zwischen 4 und 21 Personen – aus Hinwil sind am meisten weggezogen.
Die grösste Abnahme weist Weisslingen mit 0,9 Prozent auf: 31 Personen haben die Gemeinde verlassen.
Was ist mit der «Prognose 2050»?
Wirklich bahnbrechende Zahlen weist die aktuelle Bevölkerungsstatistik nicht auf. Einige Angaben sind auch mit einem Augenzwinkern zu betrachten, denn je kleiner eine Gemeinde ist, desto deutlicher sehen die Ergebnisse aus.
Trotzdem. Der Kanton hat im letzten Jahr eine Prognose gestellt: Bis 2050 sollen etwa weitere 60’000 Menschen in die Region ziehen. Dies würde einem Zuwachs von einem zusätzlichen Uster und einem zusätzlichen Wetzikon entsprechen. Und auch wir fragten uns, wo wir denn 60’000 Personen im Oberland unterbringen würden.
Aber ist diese Prognose überhaupt realistisch, wenn das Oberland so wachsen würde wie im Jahr 2025? Nein. Die Anzahl Zuzüger würde auf knapp 43'000 Personen steigen. Es sähe jedoch anders aus, wenn man das Glattal wie auch Winterthur und Umgebung dazuzählen würde. In diesem Fall würde die Zahl 60’000 überschritten werden. Aber bis 2050 ist es ja noch ein Weilchen.