Belimo wächst rasant – und steigert die Dividende
Rekordjahr
Der Hinwiler Industriekonzern Belimo hat ein Rekordjahr hinter sich und verspricht auch für 2026 mehr Umsatz und eine hohe Rendite.
Vor genau einem Jahr hatte Belimo-CEO Lars van der Haegen ein «Feuerwerk» fürs Jahr 2025 versprochen, als er an der Medien- und Investorenkonferenz im Hotel Widder in Zürich ein Rekordergebnis präsentierte.
An diesem Montagvormittag im Februar 2026 war die Lokalität dieselbe, und auch die Botschaft hatte sich nicht verändert: Van der Haegen verkündete erneut Rekordzahlen und versprach weiteres Wachstum.
Im Jahr, in dem der Klimaspezialist aus Hinwil sein 50-jähriges Bestehen feierte, erwirtschaftete er mit seinen Antrieben, Ventilen, Sensoren und Zählern erstmals einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Franken. «Unsere Wachstumsstrategie funktioniert überall auf der Welt», sagte van der Haegen.

1,12 Milliarden Franken setzte Belimo im vergangenen Jahr um, ein sattes Plus von 18,7 Prozent (plus 23,3 Prozent in Lokalwährungen). Den Umsatz hatten die Hinwiler bereits im Januar bekannt gegeben. Nun ist klar, dass sie nicht nur mehr einnahmen, sondern unter dem Strich auch mehr verdienten: Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 28,8 Prozent auf 233 Millionen und der Reingewinn um 23,8 Prozent auf 182 Millionen.
Dividende soll auf 10 Franken steigen
Davon sollen auch die Aktionäre profitieren: Belimo schlägt der Generalversammlung eine Erhöhung der Dividende von 9,50 auf 10 Franken vor.
Das Wachstum erstreckt sich über sämtliche geografischen Regionen und über alle Geschäftsfelder, also Klappenantriebe, Regelventile, Sensoren und Zähler. Das soll im laufenden Jahr so weitergehen; Finanzchef Markus Schürch erwartet ein weiteres Wachstum «im mittleren 10-Prozent-Bereich» und eine Ebit-Marge über 20 Prozent.
Dabei spielen den Hinwilern zwei Megatrends in die Hände. Einerseits profitiert Belimo vom Bau grosser Rechenzentren für die künstliche Intelligenz. Diese Rechenzentren müssen gekühlt werden – und Belimo verfügt über die passenden Steuerungskomponenten. Diese Kühlsysteme waren verantwortlich für knapp die Hälfte des Umsatzwachstums im Jahr 2025.
Der zweite Trend ist die Energieeffizienz in Gebäuden. Mit den Produkten von Belimo können Immobilienbesitzer den Energieverbrauch fürs Heizen, Lüften und Klimatisieren bei geringen Investitionen erheblich reduzieren. Das gilt nicht nur für Neubauten, sondern auch in Bestandsgebäuden, wo Belimo mit seiner sogenannten Retrofit-Initiative an Fahrt gewinnt.
Preiserhöhungen wegen US-Zöllen
Diese beiden Megatrends sollten auch das Geschäftsergebnis 2026 bestimmen, sagte Finanzchef Schürch. Man sei sehr gut ins Jahr gestartet. Spannend ist ein Blick in die USA. Dort hat Belimo mehr verkauft, aber auch die Preise erhöht. Schürch sprach von rund 8 Prozent, um die man die Preise Mitte Jahr nach oben angepasst habe, um die US-Zölle zu kompensieren.
Die unübersichtliche Zollsituation bleibt auf dem Radar des Belimo-Managements. Auch Währungsschwankungen können die Resultate 2026 beeinflussen. Und zuletzt behält man in Hinwil auch die Entwicklung bei den Rechenzentren im Auge. Hier hängt die Geschäftsentwicklung auch von der Investitionsfreudigkeit der grossen Techfirmen ab.
An der Börse verlor Belimo im Lauf des Vormittags rund 10 Prozent. Die Aktie ist in den letzten zwölf Monaten von 600 auf gegen 900 Franken gestiegen. Gut möglich, dass der eine oder andere Investor jetzt seine Gewinne realisiert.