Zwei Umstellungen im Grüninger Schwimmbad
Noch vor Wochen sorgte sich Hansruedi Weiss von der Liegenschaftenverwaltung Grüningen, keinen neuen Pächter für den Kiosk in der Grüninger Badi zu finden. Auf der Gemeindewebseite publizierte er ein Stelleninserat. Und in den umliegenden Freibädern wie etwa in Rüti fragte er nach, ob er für den Schwimmbadbetrieb in Grüningen auf Unterstützung zählen könne. Vergeblich.
Nun klingt Weiss aber positiv. « Auf den Artikel im Zürcher Oberländer und die Inserate haben sich insgesamt elf Personen für den Betrieb des Badikioskes interessiert. » Der Gemeinderat habe daraufhin eine passende Nachfolgerin finden können.
In der Gemeinde gut vernetzt
Unter den eingegangenen Bewerbungen fand der Gemeinderat auch jene von Monika Walser aus Ottikon. Sie wird den Badikiosk in Grüningen künftig zusammen mit Florian Flöscher, einem ausgebildeten Koch aus Grüningen, betreiben.
«Es ist mir eine Herzensangelegenheit, in Grüningen als Kioskpächterin zu arbeiten.»
Monika Walser, aus Otiikon
Die 55-Jährige hat ursprünglich eine Lehre im Service absolviert und bringt Erfahrung aus der Gastronomie mit. So wirtete sie etwa während sechs Jahren im Restaurant Ohrüti in Steg. Nebenbei bot sie zusammen mit ihrem Mann während 20 Jahren einen eigenen Partyservice in der Region an. « Wir kochten an Wochenenden für Feiern aller Art. »
Walser zog es in die Badi Tränkibach. « Es ist mir eine Herzensangelegenheit, in Grüningen als Kioskpächterin zu arbeiten » , sagt die Ottikerin. Als sie gehört habe, dass sich niemand für die Stelle interessierte, habe sie sich einen Ruck gegeben. « Meine Kinder sind inzwischen alt genug, so dass ich wieder einer Vollzeitstelle nachgehen kann. » Ihr Mann sei im Tennisclub Grüningen aktiv und sie selbst in der Gemeinde gut vernetzt.
Badi-Start auf wackeligen Beinen
Florian Flöscher, mit dem Walser zusammenarbeiten wird, kannte sie zuvor nicht. « Als ich hörte, dass er sich auch auf diesen Job beworben hatte, fragte ich ihn, ob er Interesse an einer Zusammenarbeit hätte. » Flöscher bejahte.
«Ich versuche alles so zu nehmen, wie es kommt.»
Monika Walser, aus Ottikon
Gemeinsam wollen sie den Gästen im Sommer die typische Badi-Verpflegung mit Pommes frites, Chicken Nuggets, Flammkuchen, Salaten und Kuchen anbieten. « Zudem überlegen wir aktuell noch, ob wir auch ein Mittagsmenu in unser Angebot aufnehmen sollen » , sagt Walser. So könne man auch Angestellten aus Betrieben in unmittelbarer Nähe zur Badi etwas bieten.
Die Anstellung von Walser und Flöscher erfolgt per 15. April, damit alle notwendigen Vorbereitungsarbeiten durchgeführt werden können. Unsicher ist aktuell jedoch, ob die Badi Tränkibach am 10. Mai überhaupt öffnen kann. Walser ist trotz der Corona-Krise zwar positiv eingestellt, glaubt aber dennoch, dass dieser Ausnahmezustand noch länger andauern könnte. « Ich versuche alles so zu nehmen, wie es kommt. »
Schwimmen wird teurer
Die bevorstehende Badesaison bringt nicht nur neue Kioskbetreiber mit sich. In Grüningen sind auch die Eintrittspreise angepasst worden. Zwischen einheimischen und auswärtigen Gästen wird neu unterschieden. Für Einheimische kostet der Eintritt neu sechs statt wie bisher fünf Franken, Auswärtige müssen acht Franken bezahlen.
Der Grüninger Gemeinderat begründet diese Anpassung damit, dass der Anteil auswärtiger Besucher in den letzten Jahren zugenommen habe und die Badi an ihre Kapazitätsgrenze stosse. « Die hohen Besucherfrequenzen haben dazu geführt, dass die personellen Ressourcen zur Gewährung der Sicherheit erhöht werden mussten. Dadurch sind auch die Betriebskosten angestiegen » , sagt Hansruedi Weiss von der Liegenschaftenverwaltung. Ein Preisvergleich mit anderen Badeanlagen habe zudem ergeben, dass in Grüningen die Eintrittspreise sehr günstig gewesen seien.
Die Badi Tränkibach werde als idyllisch gelegene, familienfreundliche und überschaubare Anlage geschätzt. « Wenn Einheimische aufgrund der hohen Besucherfrequenzen jedoch auf umliegende Freibäder ausweichen, ist das nicht im Sinne der Bevölkerung und der Gemeinde » , sagt Weiss.
Der Gemeinderat habe die Situation geprüft und sich für die Einführung eines höheren Tarifes entschieden. Damit könne das Betriebsdefizit etwas verringert werden. « Auswärtige leisten dabei einen höheren Beitrag als unsere Steuerzahler » , so Weiss. Der Gemeinderat rechne jedoch nicht damit, dass sich die Situation völlig verändern wird. « Wir haben immer noch familienfreundliche Preise. » Der Bade(s)pass, als Verbund von 13 regionalen Badeanlagen, wird weiterhin zum gleichen Preis angeboten.