Zwei neue Kreisel mitten in Hinwil
Ein Strassenbauprojekt mitten im Zentrum Hinwils und der Kanton steckt dahinter: Da zeichnet sich eine grosse Sache ab. Kein Wunder also, dass am Donnerstagabend gut 150 Zuhörer den Ausführungen der Kantonalen Baudirektion in der Reformierten Kirche Hinwil folgen. Der Moderator der Veranstaltung, Anselm Schwyn, klärt auf, dass Abschnitte der Zürich-, Dürntner- und Bachtelstrasse in «zwei bis drei Jahren» saniert werden müssten. Nun liege das Vorprojekt vor.
Gemeinderat Andreas Bühler, Ressortvorsteher Bau und Planung, sagt, dass es sich hier um ein Teilprojekt im Rahmen des Masterplans Verkehr der Gemeinde und des darin verankerten Verkehrsleitbildes handle. «Massnahmen, wie sie in das nun vorliegende Vorprojekt eingeflossen sind, beschäftigen Hinwil schon lange», betont er. Bühler erklärt, dass die Gemeinde mit dem Kanton auch über die Einführung einer Tempo-30-Zone verhandelt habe. «Fakt ist, dass wir bei Tempo 50 bleiben werden, jedoch mit diversen baulichen Massnahmen auf diese Tempolimite einwirken wollen.»
Autos, Fussgänger, Velofahrer
Der Referent erklärt sodann den Begriff «Verkehrskultur der Koexistenz». Dies bedeute, sämtlichen Verkehrsteilnehmenden den nötigen Raum zu geben, diesen aber soweit anzupassen, dass die Bedürfnisse der anderen Verkehrsteilnehmer ebenfalls den nötigen Stellenwert erhielten. Konkret: Motorisierter Individualverkehr, Fuss- und Veloverkehr sowie öffentlicher Verkehr müssten mit geeigneten Massnahmen aufeinander abgestimmt werden.
Wie das dereinst in der Praxis konkret aussehen könnte, erklärt Markus Allenspach, Projektleiter beim Tiefbauamt des Kantons Zürich. Zum einen sollen zwei neue Kreisel entstehen, ein Standardkreisel mit 26 Metern Durchmesser bei der Einmündung der Bachtel- in die Dürntnerstrasse, sowie ein Minikreisel mit einem Durchmesser von 20 Metern bei der Verzweigung Dürntner-, Ringwiler- und Zürichstrasse. Nach Vorstellung der Planer soll hier der Charakter eines Dorfplatzes entstehen.
Ein Mehrzweckstreifen
Die Fahrbahn zwischen den beiden Kreiseln soll mit zwei Fussgängerquerungen mit Mittelinseln sowie einem sogenannten Mehrzweckstreifen aufgewertet werden. In den Abschnitten der Hauptfahrbahn werden in jeder Fahrtrichtung Fahrradstreifen markiert.
Im unteren Bereich der Dürntnerstrasse, ab Bahnübergang, sollen zwei Fussgängerstreifen aufgehoben werden, «weil diese nicht mehr den drei Kriterien Licht, Sicht und Warteraum genügen». Einzelne bestehende Trottoirlücken sollen geschlossen werden. Gemeinde und Kanton verfolgen mit dem Projekt mehrere Ziele. Einerseits geht es um die Werterhaltung der Strasse und der Werkleitungen. Dann sollen aber vor allem der Fussgängerschutz sowie der Verkehrsfluss optimiert werden.
Über 10 Millionen Franken
Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 10,31 Millionen Franken. Hinwil soll sich mit 2,57 Millionen Franken beteiligen. Markus Allenspach bekräftigte, dass es dem Kanton wichtig sei, das Bauvorhaben dereinst «möglichst schnell» abzuwickeln, um die Belastung für die Bevölkerung möglichst gering zu halten. Im Idealfall soll die Sanierung im dritten Quartal 2020 in Angriff genommen und zwei Jahre danach beendet werden.
Im zweiten Teil der Veranstaltung kommen die Anwesenden zu Wort. «Den geplanten Mini-Kreisel könnt ihr ’rauchen’«, lautet etwa das Verdikt eines Votanten mit Anspielung auf die doch eher begrenzten Platzverhältnisse beim Schnittpunkt Zürich-, Ringwiler- und Dürntnerstrasse.
Kritik an Aufhebung der Fussgängerstreifen
Mehrere Votanten zeigen sich erstaunt darüber, dass im unteren Abschnitt der Dürntnerstrasse ab Bahnübergang zwei Fussgängerquerungen aufgehoben werden sollen. Damit werde die Sicherheit der Fussgänger, insbesondere der Schulkinder, aufs Spiel gesetzt. Allenspach entgegnete, dass man mit einer Trottoirfortsetzung sowie zwei Inselköpfen beim Bahnübergang machbare Lösungen realisieren wolle. (Marcel Vollenweider)