Zwei Brüder machen den Ehriker Beck zum Genusswerk
Gastronomie in Turbenthal
Dario und Marco Ariano wollen das Geschäft in Turbenthal unter neuem Namen weiterführen. Der Charakter soll aber erhalten bleiben. Der ehemalige Betreiber unterstützt die beiden.
Nach wochenlanger Ungewissheit ist nun klar, wie es mit der Filiale des Ehriker Becks in Turbenthal weitergeht. Dario und Marco Ariano mieten das Geschäft mit Café und wollen es unter dem Namen Genusswerk wiedereröffnen.
Eine Immobilienfirma habe die Liegenschaft an der Tösstalstrasse 85 gekauft, sagt Dario Ariano. Diese wolle aber namentlich nicht öffentlich auftreten.
Ende März hatten Hanna und Andreas Hofer vom Ehriker Beck bekannt gegeben, dass sie den Betrieb aufgeben wollen. Am Sonntag, 28. Mai, öffnen sie das Geschäft zum letzten Mal, danach bleiben die beiden Filialen kurzzeitig geschlossen.
Nicht alles auf den Kopf stellen
In der Filiale in Russikon übernimmt am 3. Juni die Bäckerei-Konditorei Vuaillat. In Turbenthal öffnet am 10. Juni das Genusswerk.
Das Geschäft mit Verkaufstheke und Café in Turbenthal wollen Dario und Marco Ariano nach der Übernahme nicht auf den Kopf stellen.
Wir wollen die Persönlichkeit des Ehriker Becks erhalten.
Dario Ariano, neuer Mieter Ehriker Beck
«Die Grundstruktur wird sich nicht gross verändern», sagt Dario Ariano. «Wir wollen die Persönlichkeit des Ehriker Becks erhalten und diese unter dem neuen Namen Genusswerk weiterleben lassen.»
Auch das bisherige Personal übernehmen sie zu einem grossen Teil. Zudem stehe ihnen Andreas Hofer, der ehemalige Inhaber vom Ehriker Beck, im Juni mit Rat und Tat zur Seite.
Sauerteigbrote und Panettone
Dario und Marco Ariano sind beide aus dem Tösstal. Sie seien quasi mit der Gastronomie aufgewachsen, sagt Dario Ariano. Ihrer Familie hätten etwa der «Bären» in Turbenthal, die «Ilge» in Zell und das Restaurant Löwen in Rikon gehört, wo sie schon als Kinder mitgeholfen hätten.
Später war der gelernte Schreiner Dario Ariano im Immobilienbereich tätig und führt auch ein Geschäft mit Spirituosen. Sein Bruder Marco ist gelernter Koch und hat im Ausland in der gehobenen Gastronomie gearbeitet, nach der Rückkehr ist er Küchenchef im «Green Inn» in Bubikon gewesen und gründete danach die Mikrobäckerei Otto e Nove in Kollbrunn.
«Alle Produkte im Genusswerk sollen von Hand im Haus produziert werden», sagt Dario Ariano weiter. «Zu Beginn dürfen wir einen Teil unserer Produkte weiterhin in den Räumen des Ehriker Becks herstellen.» Dieser produzierte im namensgebenden Ehrikon in der Gemeinde Wildberg.
Hinzu kommen im Genusswerk Spezialitäten und die Unterstützung von der Mikrobäckerei Otto e Nove. Dazu gehören etwa Sauerteigbrote, Panettone, Catering oder «Private Dining».
Ziel der beiden Brüder ist es, das Café an der Tösstalstrasse auch für ein jüngeres Publikum attraktiv zu machen – «mit genussvollen Angeboten». Zudem wollen sie sich «langfristig und als attraktiver Arbeitgeber und Ausbildungsplatz positionieren».
Doch wie sind die beiden Brüder auf den Namen Genusswerk gekommen? Der Name verbinde alles, was sie bieten wollten: Genuss und Handwerk mit Panettone, feinem Kaffee, Eclairs oder guter Gesellschaft.
«Wir schaffen einen Ort, wo sich Menschen für Kultur, Kommunikation und kulinarische Erlebnisse treffen und somit ein soziokultureller Austausch stattfindet», sagt Dario Ariano.
Kein Thema für Voland und Janz
Für die beiden anderen grösseren Bäckereien im Tösstal war eine Übernahme der Filiale in Turbenthal übrigens kein Thema, wie die Betriebe Voland und Janz auf Anfrage mitteilen.
«Dieser Standort in Turbenthal ist sicher ein optimaler Ort für eine Bäckerei mit Café», schreibt René Schweizer von Voland. «Wir sind aber in der anderen Richtung unterwegs mit unseren Backwaren, deshalb stand dieser Standort nie zur Diskussion.»
Und bei Janz entspreche es nicht der Philosophie, nebst den Standorten in Wila und Wetzikon noch eine Filiale zu übernehmen, schreibt Christian Deppeler Janz. «Es wäre eine zu grosse Nummer.»