Greifensee und Uster gehören zu den attraktivsten Wohngemeinden der Region
Wo sich das Wohnen lohnt
Eine neue Studie im Auftrag der UBS vergleicht die Wohnattraktivität von Schweizer Gemeinden: Greifensee und Uster schaffen es beide in die Top Ten.
Wo lebt es sich als Familie besonders gut? Dieser Frage geht die UBS in ihrem neuen «Wohnattraktivitätsindikator 2026» nach. Untersucht wurden über 2000 Schweizer Gemeinden anhand von insgesamt 38 Faktoren: Dazu zählen etwa die Erreichbarkeit von Arbeitsplatz und Schule, Einkaufsmöglichkeiten und medizinische Versorgung. Auch Faktoren wie Freizeitangebote, Naturflächen, Kriminalitätsrate sowie Mieten, Steuerfuss und Krankenkassenprämien wurden miteinbezogen.

Die UBS teilt die Schweiz in zehn Arbeitsmarktregionen ein und vergleicht innerhalb dieser Regionen, wie attraktiv eine Gemeinde ist. Das Zürcher Oberland gehört dabei zur grossen Region Zürich–Aarau–Schaffhausen, die sich unter anderem von Aarau und Schaffhausen über Zürich, Winterthur und Wetzikon bis nach Rapperswil-Jona und Freienbach erstreckt. Für die regionalen Top Ten berücksichtigt die Studie nur Gemeinden mit mindestens 500 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Eine weitere Besonderheit der Studie: Sie unterscheidet zwischen Familien mit hohem, mittlerem und niedrigem Einkommen und passt die Ergebnisse daran an. Denn: Ein Wohnort, der für Menschen mit viel Geld attraktiv ist, ist dies nicht gleichermassen für jene mit mittlerem oder geringem Einkommen.
Greifensee landet auf Rang 8
Besonders gut schneidet Greifensee bei Familien mit mittlerem Einkommen ab. Für eine Familie mit zwei Kindern landet die Gemeinde auf Rang 8. Vor Greifensee liegen Aarau, Baden, Schaffhausen, Zürich, Rapperswil-Jona, Zollikon und Rüschlikon. Damit lässt Greifensee unter anderem Kilchberg und Freienbach hinter sich.
Als «mittleren» Haushalt definiert die UBS eine vierköpfige Familie mit einem Bruttoeinkommen von 150'000 Franken, einem Vermögen von 80'000 Franken und einer Mietwohnung mit 110 Quadratmetern. Die Studie ist also nicht als allgemeines Ranking für sämtliche Einwohnerinnen und Einwohner zu verstehen.
Bei Familien mit geringerem Einkommen schneidet Greifensee ebenfalls gut ab und landet auf Rang 9. Hier geht die UBS von einem Bruttoeinkommen von 85'000 Franken und einem Vermögen von 30'000 Franken aus.
Uster punktet bei Familien mit geringem Einkommen
Auch Uster schafft es in einer Kategorie unter die besten zehn Gemeinden. Für Familien mit tieferem Einkommen landet die Stadt auf Rang 8 und damit sogar einen Platz vor Greifensee. Bei Haushalten mit mittlerem oder hohem Einkommen gehört Uster hingegen nicht mehr zu den zehn bestplatzierten Gemeinden der Region.
Ein weiterer interessanter Punkt der Studie: Eine zentrale Lage ist zwar bequem, kostet aber entsprechend. Im Zürcher Umland können Familien deshalb mit einem weniger zentralen Wohnort sehr viel Geld sparen: Laut Studie liegen die jährlichen Lebenshaltungskosten in Gemeinden der Agglomeration sehr viel tiefer als bei jemandem, der in der Stadt Zürich wohnt.
Mit 10 bis 15 Minuten ÖV-Fahrzeit bis nach Zürich spart man im Schnitt rund 11'500 Franken. Ab 45 Minuten Entfernung wächst der Unterschied sogar auf mehr als 20'000 Franken.
Andere Oberländer Gemeinden unter ferner liefen
Auffällig ist zudem, wer nicht auftaucht: Keine der übrigen Oberländer Gemeinden schafft es in einer der drei Einkommenskategorien unter die Top Ten der Grossregion. Die Studie sagt damit allerdings nicht, dass diese Gemeinden generell unattraktiv wären. Im gewichteten Zusammenspiel aus Infrastruktur, Freizeit und Lebensqualität sowie Kosten schneiden andere aber besser ab.

