Weniger Ernte und Umsatz, dafür Mehrkosten: Ein Bauer aus Gibswil schildert seine Probleme
Wegen Trockenheit und Hitze
Manche jammern über Hitze und Trockenheit, andere geniessen sie. Für die Landwirtschaft hingegen ist der Rekordsommer eine Belastungsprobe, die auch monetär erhebliche Folgen hat.
Die Trockenperiode lässt lokale Bauern leiden. Wie sollen sie ihre Tiere durch den Winter bringen, wenn sie keine Futterreserven anlegen können, sondern diese bereits jetzt einsetzen müssen, da auf den Feldern nichts mehr wächst? Für Landwirte, die im Oberland in erster Linie von der Milch- und Fleischproduktion leben, drängen sich existenzielle Fragen auf.
Milch produzieren Kühe ohne frisches Gras sowieso schon weniger. Auch der Wasserbedarf des Viehs, dessen Notschlachtungen Bauern teilweise in Betracht ziehen, darf nicht ausser Acht gelassen werden: Bereits bei normalen Temperaturen trinkt eine Milchkuh zwischen 80 und 100 Liter Wasser am Tag. Ab 26 Grad Celsius bis zu 200 Liter.
Einer der unter dieser Situation leidenden Bauern ist Hannes Vontobel, Betriebsleiter des Hofs Vontobel in Gibswil beim Bachtel auf Fischenthaler Gemeindegebiet. «Schon jetzt ist klar, dass ich wegen dieses Sommers auf das gesamte Jahr betrachtet wenig oder nichts verdienen werde.» Vontobel hat den Hof vor sechs Jahren von seinen Eltern übernommen. Die Lage habe sich nicht nur wegen der derzeitigen Dürre verschlechtert. «Die Struktur- und Nebenkosten sind stark gestiegen, und die Erlöse für die Produkte sind gesunken», so Vontobel.

