Die Milchschwemme rüttelt am System
Eine Branche in Bedrängnis
Zu viel Milch, sinkende Preise: Was hinter dem Phänomen steckt und welche Lehren der Fischenthaler VMMO-Präsident Reto Schaufelberg daraus zieht.
Der Schweizer Milchmarkt befindet sich momentan in einer schwierigen Lage. Weil im Vorjahr die Wetterbedingungen überdurchschnittlich gut waren und den Bauern nun dementsprechend mehr und qualitativ besseres Futter zur Verfügung steht, ist die Milchmenge um rund zehn Prozent angestiegen.
Gleichzeitig kommen mehrere äussere Faktoren hinzu, die die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Milchprodukte hemmen. Der starke Franken etwa, die neu aufgezogenen Zoll-Hemmnisse, die tiefen Weltmarktpreise oder auch schlicht und einfach der Umstand, dass auch das nahe Ausland eine ähnliche Milchschwemme erlebt.
Auf diese Situation hat die Branchenorganisation Milch, die sich aus Produzenten, Verarbeitern und Händlern zusammensetzt, mit einer drastischen Massnahme reagiert: Per 1. Februar hat sie den Richtpreis für ein Kilogramm sogenannter A-Milch von 82 auf 78 Rappen gesenkt – und das nicht wie üblich für einen, sondern gleich für elf Monate.

