So werden die «Zirkusschafe» aus Illnau für die Alp vorbereitet
Serie Schafzucht, Teil 2
Mitte Juni schicken Sabrina Otto und Bruno Zähner vom Biolandbau Guggenbüel in Illnau ihre Schafe auf die Alp. Diese Sömmerung will vorbereitet sein.
Das Mutterschaf hat sich in sein Schicksal ergeben: Die Aue liegt, auf den Rücken gedreht, im Klauenstand und lässt die «Pediküre» über sich ergehen. Sabrina Otto schneidet die Klauen an den Vorderbeinen, Bruno Zähner entfernt mit dem Klauenmesser überflüssiges Material an den Hinterbeinen.
Zweimal pro Jahr lassen die Schafe des Landwirtepaars in Illnau diese Prozedur über sich ergehen, die weiblichen Lacaune-Schafe sind dabei um einiges kooperativer als der Texel-Widder, der zusammen mit seinen Auen zum «Nägelschneiden» muss. Nur mit grosser Mühe kann Bruno Zähner die Klauen an dessen zappelnden Hinterbeinen stutzen. Doch die «Pediküre» ist wichtig. Ungepflegte Klauen bieten Keimen optimale Wachstumsbedingungen und sind anfällig für Infektionen, zum Beispiel für die Klauenseuche (nomen est omen) oder die Moderhinke.
Einige Wochen vor der Fahrt auf die Alp pflegen Sabrina Otto und Bruno Zähner die Klauen ihrer Mutterschafe, Widder und Lämmer. Mitte Juni werden die Tiere dann per Lastwagen auf die Alp Zanai oberhalb von Bad Ragaz gebracht.
