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Wirtschaft

Restaurant in Schlossnähe

Die «Linde» in Kyburg steht für drei Millionen zum Verkauf

Willy Rüegg will die Linde Kyburg verkaufen. Das Restaurant mit Pächterin Nicole Jordan ist zwar weiter geöffnet. Doch laut Inserat könnten darin Wohnungen entstehen.

Die «Linde» ist eines der ältesten Gebäude im Dorf Kyburg mit Baujahr 1792. Die Zukunft des Restaurants ist ungewiss.

Foto: Marc Dahinden

Die «Linde» in Kyburg steht für drei Millionen zum Verkauf

Restaurant in Schlossnähe

Willy Rüegg will die «Linde» in Kyburg verkaufen. Das Restaurant mit Pächterin Nicole Jordan ist zwar weiterhin geöffnet. Doch laut einem Inserat könnten darin Wohnungen entstehen.

Im historischen Ortskern von Kyburg ist ein aussergewöhnliches Objekt ausgeschrieben: das Restaurant zur Linde. Das Wohnhaus mit Restaurant stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist eines der ältesten Gebäude im Dorf. Nur einen Katzensprung vom berühmten Schloss Kyburg entfernt.

Verkauft wird die Liegenschaft als Gesamtpaket mit Bauland, Parkplätzen und Wald mit Bachanstoss, insgesamt geht es um eine Fläche von knapp 3000 Quadratmetern. Der Richtpreis liegt gemäss Verkaufsdokumentation auf der Immobilienplattform Homegate bei 2,98 Millionen Franken.

Das Restaurant ist dabei inklusive, seit Anfang 2024 ist es an Nicole Jordan verpachtet. Sie hatte schon dort zuvor im Service gearbeitet, als Inhaber Willy Rüegg noch im Restaurant wirtete.

Restaurant mit Rittersaal und Weinkeller

Für Willy Rüegg ist die «Linde» das Lebenswerk. Der gelernte Koch arbeitete über 40 Jahre lang im Restaurant – bis er in Pension ging und die Pacht an Nicole Jordan übergab. Die Liegenschaft konnte er im Jahr 1987 kaufen, im Jahr 1990 baute er sie um.

Nun ist offen, ob im Gebäude auch nach einem Verkauf dauerhaft ein Restaurant bleibt. Denn gemäss Dokumentation könnte es auch zu Wohnraum umgenutzt werden, insgesamt wären so neun Wohnungen möglich. Auf dem Bauland direkt nebenan, wo heute Parkplätze sind, könnte zudem ein Dreifamilienhaus entstehen.

Nicole Jordan Anfang 2024
Nicole Jordan Anfang 2024, als sie die «Linde» zur Pacht übernehmen konnte.

Zum Restaurant gehören eine Gaststube, ein Gourmetstübli, ein Rittersaal und zwei Terrassen. Hinzu kommt ein Weinkeller. Die Denkmalpflege stehe einer Umnutzung zu Wohnungen grundsätzlich offen gegenüber, sofern dabei die Schutzwürdigkeit des Ortsbilds berücksichtigt werde, heisst es im Inserat weiter. Die «Linde» findet auch in einem älteren Datenblatt des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder (Isos) Erwähnung: Der stattliche Landgasthof mit Gartenwirtschaft präge den Dorfeingang massgeblich mit.

Mit der «Linde» würde in Kyburg ein beliebtes Ausflugsrestaurant verschwinden und das zweitletzte Restaurant. Denn neben der «Linde» gibt es im Dorf noch den «Hirschen».

Verkauf der «Linde» schon 2017 geplant

Aus gesundheitlichen Gründen wollte Willy Rüegg die «Linde» schon einmal verkaufen – im Jahr 2017. Er rechnete aber damit, dass es bis zu einem Verkauf mehrere Jahre dauern könnte. Zumal er damals noch nach einem «Vollblutwirt» Ausschau hielt.

Noch ist aber offen, wie es mit dem Restaurant mittelfristig weitergeht. Bis auf Weiteres will Pächterin Nicole Jordan jedenfalls in der «Linde» wirten, wie sie auf Anfrage sagt. Eine neue Besitzerin oder ein neuer Besitzer könnte das bestehende Restaurant zudem auch weiterführen.

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