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Wirtschaft

Aus für Bubikon und Fehraltorf

Bank Avera schliesst zwei Filialen im Oberland

Aus zwölf Filialstandorten werden zehn: Die Bank Avera schliesst auf Mitte Jahr ihre beiden Geschäftsstellen in Bubikon und Fehraltorf.

Am 30. Juni ist Schluss: Die Filialen der Bank Avera in Fehraltorf und Bubikon.

Foto: Simon Grässle

Bank Avera schliesst zwei Filialen im Oberland

Aus für Bubikon und Fehraltorf

Aus zwölf Filialstandorten werden zehn: Die Bank Avera schliesst auf Mitte Jahr ihre beiden Geschäftsstellen in Bubikon und Fehraltorf.

Immer mehr Menschen erledigen ihre Bankgeschäfte digital. Da machen auch die Kundinnen und Kunden der Bank Avera keine Ausnahme. Erst vor einem knappen Jahr hatte die grösste Regionalbank im Kanton im Geschäftsbericht stolz darauf hingewiesen, dass das Mobile Banking zum meistgenutzten Kanal der Bank aufgestiegen sei.

Mit monatlich 150’000 Logins hat die Mobile-App der Bank das E-Banking via PC überflügelt. Was Mobile Banking und E-Banking gemeinsam haben: Sie brauchen keine Filiale.

Schliessung am 30. Juni 2026

Das hat jetzt Folgen für zwei Geschäftsstellen: Per 30. Juni werden die Filialen in Bubikon und Fehraltorf geschlossen. Die Filiale in Fehraltorf wird in den Standort Pfäffikon integriert. Dort plant die Bank, ihre Filiale umzubauen und zu modernisieren. Die Kundinnen und Kunden aus Bubikon will die Bank Avera künftig in Rüti und am Hauptsitz in Wetzikon betreuen.

Auf die Anzahl der Mitarbeitenden hat die Reduktion von zwölf auf zehn Filialen keinen Einfluss. Die betroffenen Banker in Bubikon und Fehraltorf werden an anderen Standorten weiterbeschäftigt.

André Wegmann im Gespräch.
«Die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden verändern sich»: André Wegmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bank Avera. (Archiv)

«Das Filialnetz wird immer wieder einer Überprüfung unterzogen», hatte André Wegmann im Mai 2025 im Interview gesagt. Es sei sehr kostspielig, in die digitalen Kanäle zu investieren und gleichzeitig ein dichtes Netz an physischen Vertriebsstellen aufrechtzuerhalten. «Deshalb ist es nicht auszuschliessen, dass in den nächsten zehn Jahren einmal eine Filiale geschlossen wird», erklärte der Vorsitzende der Geschäftsleitung damals.

Nun dauerte es nicht zehn Jahre, sondern lediglich zehn Monate, bis die Bank auf die rückläufigen Frequenzen in ihren Filialen reagiert hat. «Die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden verändern sich», sagt Wegmann heute. «Viele schätzen den direkten digitalen Zugang zu unseren Dienstleistungen, unabhängig von Öffnungszeiten und Standort.»

Anzahl Bankfilialen nimmt schweizweit ab

Die Schliessung der Avera-Filialen in Bubikon und Fehraltorf sind Manifest einer Entwicklung, die das Bankwesen in der Schweiz in den letzten Jahren geprägt hat. So hat sich die Anzahl der Geschäftsstellen seit 2015 um 23 Prozent reduziert, von knapp 3400 auf noch etwas über 2600. Auffällig ist die Entwicklung bei den Grossbanken; dort hat die Integration der Credit Suisse in die UBS die Abnahme weiter angeheizt.

Dass sich das Oberland dieser Entwicklung nicht verschliessen kann, ist nur logisch. Nichtsdestotrotz betont Wegmann den Stellenwert der persönlichen Beratung. «Unsere Kundinnen und Kunden werden weiterhin von ihren vertrauten Ansprechpartnerinnen und -partnern betreut.»

«Solche Entscheide fallen nie leicht»

Herr Wegmann, die Bank Avera schliesst die Standorte in Bubikon und Fehraltorf. Was sind die Gründe?
André Wegmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung Bank Avera:
Die Nutzung klassischer Bankfilialen hat in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen, während digitale Kanäle stark an Bedeutung gewonnen haben. Gleichzeitig erfüllen die beiden Standorte die heutigen Anforderungen an moderne Beratung und Infrastruktur nicht mehr. In Fehraltorf wären umfassende bauliche Massnahmen nötig gewesen, die keinen nachhaltigen Nutzen gebracht hätten. In Bubikon sind die Kundenfrequenzen seit Jahren rückläufig.

Was bedeutet die Schliessung für Kunden und Mitarbeitende?
Für unsere Kundinnen und Kunden bleibt die Betreuung nahtlos gewährleistet. Sie werden weiterhin von ihren vertrauten Beraterinnen und Beratern betreut, einfach an einem nahe gelegenen Standort. Alle Mitarbeitenden wechseln an andere Filialen in der Region.

Wie schwer ist Ihnen persönlich der Entscheid gefallen, die beiden Filialen aufzugeben?
Solche Entscheide fallen nie leicht, gerade weil Filialen oft eine lange Tradition haben und für viele Kundinnen und Kunden ein vertrauter Ort sind. Gleichzeitig tragen wir die Verantwortung, unser Netz so weiterzuentwickeln, dass es den heutigen und zukünftigen Bedürfnissen entspricht. Wenn ein Standort baulich nicht mehr zeitgemäss erneuert werden kann oder die Nutzung stark zurückgeht, müssen wir handeln. Wichtig ist mir, dass wir die persönliche Beratung weiterhin sicherstellen, und das tun wir an unseren modernen, gut erreichbaren Standorten.

Gleichzeitig investieren Sie in den Standort Pfäffikon. Ist eine weitere Konzentration auf wenige, dafür starke Standorte möglich?
Wir überprüfen unser Filialnetz regelmässig hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Kundenfrequenz und des baulichen Zustands. Wo ein Standort nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht und auch bauliche Massnahmen keine nachhaltige Lösung bieten, kann eine Schliessung nicht ausgeschlossen werden. Gleichzeitig investieren wir gezielt in starke, moderne Standorte. Auf die bereits erfolgten Investitionen in Wetzikon und Hinwil folgt nun die gezielte Weiterentwicklung des Standorts Pfäffikon. Unser Ziel ist ein Filialnetz, das effizient, zeitgemäss und für unsere Kundschaft gut erreichbar bleibt.

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