«Steiners Bakery» in Pfäffikon schliesst Ende Februar
Nach einem knappen Jahr
Der Turnaround unter neuer Führung ist missglückt. «Steiners Bakery», das ehemalige «Schneiders Quer», ist am Ende. Immerhin bleibt das kleine Café an der Seestrasse von der Schliessung verschont.
Noch halten 14 Mitarbeitende den Betrieb in «Steiners Bakery» an der Speerstrasse in Pfäffikon aufrecht. Doch in drei Wochen ist Schluss. Spätestens. Joel Steiner, der den Betrieb im März 2025 aus der Konkursmasse von «Schneiders Quer» herausgelöst und wiedereröffnet hatte, hat allen Angestellten per Ende Monat gekündigt: «Wer eine neue Anstellung findet, darf schon jetzt gehen.»
Auch der Mietvertrag mit der Besitzerin der Liegenschaft, der Pfäffiker Familie von Allmen, wurde per 28. Februar aufgelöst. Das war so nicht geplant, als Steiner den Betrieb mit Schaubäckerei, Gastronomie und Hotellerie im Industriegebiet Witzberg vor elf Monaten erworben hatte.
Als Gastronom hatte der 31-Jährige, der in Uster geboren und in Volketswil aufgewachsen ist, mit dem «Baba Baos» in Zürich Erfahrungen gesammelt. Das trendige Lokal an der Langstrasse ist auf chinesisches Streetfood spezialisiert. In Pfäffikon versprach er die «meiner Meinung nach beste Pizza im Oberland». Ausserdem wollte er weiterhin Brot backen und «den Betrieb fit für die Zukunft und krisenresistent» machen.
Keine Abnehmer – Lieferanten wollten Bares
Liegenschaftsbesitzer Albert von Allmen modernisierte den Betrieb an der Speerstrasse, baute dort um, wo es sinnvoll erschien. Gleichzeitig suchte Steiner nach weiteren Abnehmern der Produkte aus der grosszügig dimensionierten Bäckerei/Konditorei. Er zielte dabei auf Cafés ohne eigene Produktion, Lebensmittelläden, Tankstellen, Restaurants oder Kantinen.
«Leider ohne Erfolg», konstatiert er heute. «Niemand wollte sich auf das Risiko einlassen, Lieferverträge mit einer Bäckerei abzuschliessen, die eben erst in Konkurs gegangen war.» Dazu kam, dass der Jungunternehmer seine Rohstoffe nur gegen Vorkasse beziehen konnte. «Die ganze Angelegenheit stand unter einem schlechten Stern», sagt er. «Wir hatten nie eine echte Chance.»
Der Start im März/April war holprig. Auch das Hotel mit seinen 20 Zimmern lieferte nach der Übernahme während Monaten kaum Umsatz: «Das Zutrittssystem hatte das Konkursamt mitgenommen und auch das Kassensystem des Restaurants.» Er selbst und sein Geschäftsführer hätten sich monatelang keinen Lohn ausgezahlt.
Im Herbst redimensionierte Steiner den Betrieb an der Speerstrasse. Seit Oktober ist die Bäckerei mit Restaurationsbetrieb nur noch bis 16 Uhr geöffnet. Der Pizzaofen blieb kalt. So liessen sich Personalaufwendungen sparen.
Insgesamt habe er «sehr viel Herzblut und einen sechsstelligen Betrag» ins «Quer» investiert, sagt Steiner. Nicht von der Schliessung betroffen ist das kleine Café an der Seestrasse im Zentrum von Pfäffikon. Hier wird ein Team von vier Mitarbeitenden wie bis anhin von Dienstag bis Sonntag Gäste bewirten. Die Backwaren wird Steiner von Lieferanten beziehen, der Kaffee kommt von der Rösterei Cafiosa, die sich nur ein paar Meter entfernt an der Seestrasse 9 befindet.


Steiner hat den Betrieb an der Speerstrasse und das Café an der Seestrasse rechtlich getrennt. Auf diese Weise kann er das kleine Café unabhängig vom ursprünglichen Hauptgeschäft weiterführen.
Und was passiert mit dem Lokal an der Speerstrasse?
Wie es im Industriegebiet ab März weitergeht, ist offen. Sicher ist, dass das Hotel mit 20 neu eingerichteten Hotelzimmern am 1. April 2026 von zwei ehemaligen Mitarbeitenden neu eröffnet wird. Für das Restaurant und die Bäckerei ist Liegenschaftsbesitzer von Allmen mit potenziellen Interessenten im Gespräch: «Aber es ist zu früh, um Namen zu nennen.» Bislang gibt es in Pfäffikon eine Filiale der Bäckerei Hotz sowie die Bäckerei der Stiftung Palme.
Das Lokal sei so aufgestellt, dass morgen ein neuer Mieter anfangen könne, sagt Steiner. «Viele Geräte sind neu. Die Infrastruktur ist auf dem neusten Stand. Was nicht mehr gebraucht wird, haben wir veräussert.» Er selbst hat im Betrieb, den er elf Monate führte und mit dem er letztlich gescheitert ist, noch ein einziges Ziel: «Ich will hier erhobenen Hauptes rausgehen – mit bezahlten Löhnen und Sozialleistungen für meine Mitarbeitenden und ohne konkursamtliches Siegel.»