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Schliessung in Schwerzenbach

Bällebad, Lichterwand oder eine Windmaschine – der Battlepark wird liquidiert

Neun Jahre lang lieferten sich Gruppen im Battlepark in Schwerzenbach spielerische Gefechte. Doch von den Folgen der Pandemie hat sich der Park nie ganz erholt – eine jüngste politische Entscheidung besiegelt nun sein Aus.

Sie führten neun Jahre den Battlepark: Patrick Gsell (links) aus Schwerzenbach und Roman Schnelli aus Seegräben.

Foto: Fiorella Koch

Bällebad, Lichterwand oder eine Windmaschine – der Battlepark wird liquidiert

Schliessung in Schwerzenbach

Neun Jahre lang lieferten sich Gruppen im Battlepark in Schwerzenbach auf spielerische Art Gefechte. Doch von den Folgen der Pandemie hat sich der Park nie ganz erholt – eine politische Entscheidung besiegelt nun sein Aus.

Im Battlepark in Schwerzenbach gab es am Sonntag eine Lichterwand für 11'000 Franken zu kaufen. Oder ein Bällebad für 2500, ein komplettes Autoball-Set für 300 oder mehrere Sofas für 30 Franken. Denn nach neun Jahren schloss die Anlage, in der Gruppen von Erwachsenen sich in zahlreichen verschiedenen Spielen messen konnten.

Die Gründer Patrick Gsell und Roman Schnelli organisierten aus diesem Anlass am vergangenen Sonntag einen Basar. Die Requisiten und Utensilien für die zahlreichen angebotenen Spiele standen für die Öffentlichkeit zum Verkauf. Während mehrere Helfer gleichzeitig damit beschäftigt waren, den Auszug vorzubereiten, wuselten die Kunden durch das äusserst diverse Angebot von Klimaanlagen, Dekorationen, Spielsachen oder Möbeln.

«Wir haben die Preise nach Gefühl gesetzt», sagte Gsell. «Es geht uns nicht ums Geld.» Wer etwas Grosses kaufte, wie zum Beispiel den Segelregatta-Tisch oder die Lichterwand – beides sperrig und schwer –, muss sich mit der Abholung aber noch gedulden.

Der Warenlift ist nämlich kaputt. Ein grosses Problem für die Betreiber des Parks, der sich in einem Obergeschoss eines mehrstöckigen Gewerbegebäudes befindet. «Nun stecken wir hier fest», sagte Gsell. Der Auszugstermin wäre eigentlich auf den 23. Dezember gesetzt gewesen, jetzt läuft die Frist bis Januar 2026. «Das ist mühsam für uns. Wir können hier nicht richtig abschliessen.»

Nachwehen der Pandemie

Es ist kein einfaches Ende für die beiden Gründer, die den Battlepark zu einem grossen Teil selbst gebaut und viel Zeit und Energie in ihr Projekt gesteckt haben. «Den Park zu schliessen, war eine traurige Entscheidung.»

Aber eine Unausweichliche. «Wir haben uns finanziell nicht von der Pandemie erholt. Denn auch als die Ausgehbeschränkungen aufgehoben wurden, kehrten unsere Kunden nicht zurück», erklärte Gsell. Das hänge damit zusammen, dass der Grossteil der Besucher aus Mitarbeitern von Unternehmen bestanden habe. «Firmen organisierten keine Anlässe im Battlepark, während ihre Angestellten im Homeoffice arbeiten mussten.»

Ein weiterer Grund für die Schliessung: Der Zwischennutzungsvertrag läuft nach mehreren Verlängerungen endgültig aus. «Das Gebäude wird abgerissen. Im Rahmen der neuen Bau- und Zonenordnung soll an diesem Ort etwas Neues entstehen.»

Die beiden Männer, die neben der Leitung des Battleparks auch andere berufliche Tätigkeiten ausübten, werden sich nun verstärkt ihrem Job und ihrer Familie widmen. Den Park zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu eröffnen, sei eine Möglichkeit, aber kein konkreter Plan. «Das hängt vom Immobilienmarkt ab. Wir behalten sicher die Marke und die Domain», so Gsell. Deshalb wird verkauft, was möglich ist, der Rest wird entsorgt oder verschenkt.

Ein zweites Leben für Hunderte Bälle

Der unterhaltsamste Verkauf des Nachmittags war das Bällebad: Ein Paar aus Pfäffikon erwarb die Hälfte der Bälle, um einen ungenutzten Gang in seiner Wohnung damit zu füllen. «Wir haben den Park früher schon mal besucht, und als ich gelesen habe, dass das Bällebad zum Verkauf steht, wusste ich sofort, dass ich es haben will», sagte der Mann.

Also kamen sie mit einem gemieteten Van, vielen grossen Plastiksäcken und einem Freund, um die zahllosen Bälle für 620 Franken einzupacken. Gsell freute das. «Ich finde es schön, wenn einige Sachen noch ein zweites Leben bekommen.»

Drei Leute packen Bälle in Säcke.
Flo und Sabrina aus Pfäffikon kamen vorbereitet: Mit der Hilfe eines Freunds packten sie Hunderte Bälle in die mitgebrachten Säcke.

Allgemein seien die vielen unterstützenden Rückmeldungen auf die Nachricht der Schliessung tröstend gewesen. «Schliesslich gab es im Battlepark für jeden etwas – wir feierten Geburtstage, hatten Besuche von Promis wie Luca Hänni, eine Verlobung und viele Polterabende. Das Projekt hat mir viel zurückgegeben.»

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