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Vier Oberländer Firmen für Green Business Award nominiert

Was haben Kürbisse und Windturbinen gemeinsam? Auf den zweiten Blick mehr, als man denken würde.

Der Juckerhof in Seegräben. Der Landwirtschaftsbetrieb stellt seine Produktion auf regenerativen Anbau um. (Archiv)

Foto: Urs Jaudas

Vier Oberländer Firmen für Green Business Award nominiert

Grüne Ideen für die Wirtschaft

Windturbinen, Klimageräte, Stromkabel und Landwirtschaft. Vier innovative Unternehmen aus dem Oberland dürfen auf den Green Business Award hoffen.

Bereits zum siebten Mal sucht eine hochkarätige Jury unter dem Vorsitz von alt Bundesrätin Doris Leuthard nach innovativen, nachhaltigen Geschäftsideen. Der Award zeichnet jedes Jahr Schweizer Unternehmen aus, welche die Ökologie mit der Ökonomie verbinden und damit die Wirtschaft nachhaltiger gestalten wollen.

Für den siebten Green Business Award sind 37 Unternehmen nominiert, darunter auch vier aus der Region: vom Start-up mit einer Handvoll Mitarbeitenden bis zum 100-mal grösseren, global tätigen Konzern. Drei davon kann man im weitesten Sinne zur Energiebranche zählen, aus der in diesem Jahr viele spannende Lösungen für den Wettbewerb eingereicht wurden.

«Technologische Innovationen im Energiebereich leisten einen wichtigen Beitrag zur notwendigen Energiewende», sagt Jurypräsidentin Doris Leuthard.

Die vier nominierten Unternehmen aus dem Zürcher Oberland

Agile Wind Power AG, Dübendorf

Das Start-up mit Sitz in Dübendorf hat mit «Vertical Sky» eine vertikale Windturbine in der Megawatt-Klasse entwickelt. Die Turbine ist für die lokale, dezentrale Stromerzeugung in Gewerbe und Industrie geeignet. Ihre langsame Rotation macht sie deutlich leiser als herkömmliche Windräder, wodurch sie sich auch für den Einsatz in besiedelten Gebieten eignet. Zudem ist die Turbine für Vögel und Fledermäuse gut sichtbar.

Agile Wind Power entstand aus einer Bastelei: Karl Bahnmüller hatte für seine Enkel im Garten eine Wasserlandschaft gebaut. Um das Wasser in Umlauf zu halten, konstruierte er eine Windturbine mit einem neuen Antriebssystem. Der heutige CEO Patrick Richter erkannte das Potenzial der Idee. Nach ersten Berechnungen und Tests an grösseren Modellen in einem professionellen Windkanal gründete Richter am 1. März 2010 die Agile Wind Power AG. Heute beschäftigt das Unternehmen 25 Mitarbeitende.
 

Eine vertikale Windturbine der Agile Wind Power AG. Die Testanlage steht in Grevenbroich (Deutschland). Man sieht einen Mast mit drei vertikal angebrachten Turbinen in der Morgendämmerung.
Die Agile Wind Power AG in Dübendorf entwickelt vertikale Windturbinen. Hier ein Bild der Testanlage in Grevenbroich (Nordrhein-Westfalen).

Belimo, Hinwil

Laut dem Bundesamt für Umwelt ist der Gebäudesektor für rund 23 Prozent der CO2-Emissionen in der Schweiz verantwortlich. Mit ihren smarten Lösungen zielt die Belimo-Gruppe darauf ab, das Raumklima durch den Einsatz von Sensoren, Ventilen und Antrieben zu optimieren. Dabei werden fünf zentrale Aspekte berücksichtigt: Komfort, Energieeffizienz, Sicherheit, Installation und Instandhaltung.

Mit diesem Cesim genannten Prinzip erreicht Belimo einen nachhaltigen Gebäudebetrieb, Kosteneinsparungen, eine verbesserte Raumluftqualität und reduzierte Emissionen. Die kleinen, orangen Geräte aus Hinwil haben nicht nur eine grosse Wirkung auf den Energieverbrauch von Industrie- und Gewerbebauten, sondern auch auf die Erfolgsrechnung von Belimo. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen, beschäftigt rund 2400 Mitarbeitende und erwirtschaftet weltweit einen Umsatz von gegen einer Milliarde Franken.

Porträt von Lars van der Haegen. Er steht im hellblauen, offenen Hemd vor einer Wand mit Röhren und den typischen orangen Geräten von Belimo.
Lars van der Haegen, CEO von Belimo, in Showroom am Hauptsitz in Hinwil. (Archiv)

Hivoduct AG, Kemptthal

Das 2020 gegründete Start-up Hivoduct entwickelt und produziert Druckluftkabel für die Übertragung von elektrischer Energie in Hochspannungsnetzen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kabeln und gasisolierten Systemen nutzt Hivoduct Druckluft als Isolationsmedium.

Klassische Systeme benötigen zur Isolation das klimaschädliche Schwefelhexafluorid (SF6) oder auch PFAS, sogenannte Ewigkeitschemikalien, die in der Natur kaum abgebaut werden können. Mit dem neuartigen Druckluftkabel lassen sich schädliche Emissionen vermeiden, wodurch die Umweltbelastung reduziert wird.

Stromkabel der Hivoduct AG in Kemptthal. Man sieht drei Röhren aus Glas, in denen graue Kabel stecken.
Druckluft als Isolationsmedium: Stromkabel der Hivoduct AG in Kemptthal.

Juckerfarm AG, Seegräben

Als viertes Oberländer Unternehmen ist die Juckerfarm in Seegräben für den Green Business Award nominiert worden. Der Landwirtschaftsbetrieb besteht heute aus vier Erlebnishöfen in Seegräben, Jona, Kloten und Rafz. Dazu kommen Kürbisausstellungen, Restaurants und Hofläden. Auf ihren Feldern baut die Familie Jucker diverse Kulturen an – von Kürbis über Spargeln bis zu Kichererbsen – und verarbeitet sie in der hofeigenen Manufaktur.

Das Unternehmen befindet sich im Transformationsprozess hin zur regenerativen (Land-)Wirtschaft. Ein gesunder Boden speichert mehr CO₂, lässt mehr Wasser versickern, schützt sowohl vor Trockenheit wie auch vor Hochwasser und fördert die Biodiversität.

Eine Luftaufnahme des Juckerhofs in Seegräben.
Der Juckerhof in Seegräben. Die Familie führt den Betrieb in der fünften Generation. (Archiv)

Der Auswahlprozess für den Green Business Award erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren. Nachdem rund 40 Partnerorganisationen des Awards – darunter das Bundesamt für Umwelt, Solar Impulse, Swiss Textiles oder der WWF – ihre Nominationen eingereicht haben, zeichnet eine Vorjury die fünf besten Lösungen mit dem Label Green Business Excellence aus.

Diese fünf Firmen präsentieren ihre Lösung mit einem Pitch vor der Hauptjury unter dem Präsidium von Doris Leuthard. Der Gewinner wird am 13. Februar 2026 am Impact Circle Event in Gstaad präsentiert.

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