Wegen Platzmangel: Antiquitätenhändler verlässt Kollbrunn
Abschied und Neuanfang im Tösstal
Die Sammlung wächst, doch der Platz wird rarer: Antiquitätenhändler Enrico Keller hat deshalb sein Geschäft in Kollbrunn nach Gossau SG verlegt. Sein Nachmieter steht bereits fest.
Ein Jagdgewehr, eine Renaissance-Kastentruhe aus Arvenholz oder ein Engadiner Schlitten aus dem Jahr 1900: Enrico Kellers Herz schlägt für Antiquitäten und Volkskunst. 2018 machte sich der gebürtige Bündner mit dem Antiquitätengeschäft Keller Antiques an der Tösstalstrasse in Kollbrunn selbständig.
Eine Ära, die nun endet – zumindest, was den Standort anbelangt: Auf Anfang April hat Keller sein Geschäft vom Tösstal ins sankt-gallische Gossau verlegt, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtete. «Handwerkliche Objekte sind für mich kulturelle Zeugen. Sie haben mich schon von klein auf fasziniert», lässt sich der 32-Jährige dort zitieren.
Ausschlaggebendes Argument für den Umzug war der Platz. «Ich bin damals nach Kollbrunn gekommen, weil ich ein gutes und preiswertes Lokal suchte, das nah an meinem Wohnort Winterthur war», sagt Keller auf Anfrage. Nun wurde das Geschäft zu klein. Im neuen Ladenlokal steht ihm statt der bisherigen 200 Quadratmeter eine viermal so grosse Verkaufsfläche zur Verfügung.
Kein neuer Leerstand im Dorf
Im Gegensatz zu anderen Betrieben sei der Standort für ihn nicht zentral: «Meine Stammkundschaft kommt sowieso meist von weiter her, auch aus dem Ausland.» Und doch lässt der Jungunternehmer in der Region einige treue Kunden zurück. «Das bedauere ich natürlich, aber ich bin froh, dass die meisten mich auch in Gossau besuchen werden.»
Damit ist die Grossregion St. Gallen um ein Geschäft reicher. Und die Gemeinde Zell um ein Gewerbelokal ärmer? Fehlanzeige – das Lokal ist bereits wieder vermietet, wie Eigentümer Paul Steiger auf Anfrage bestätigt.
Ende April wird die Firma Tösstal Ride in das Lokal einziehen. Das Unternehmen, das Rundfahrten mit Elektroscootern anbietet, ist aktuell noch im Kollbrunner Tösspark beheimatet.
