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Dormakaba steigert Gewinn und verbessert Prognose

Der Spezialist für Schliesstechnik und Zutrittssysteme steigert den Umsatz um 5,1 Prozent. Der Reingewinn hat sich sogar verdoppelt.

Der Hauptsitz der Dormakaba Holding in Rümlang.

Foto: PD

Dormakaba steigert Gewinn und verbessert Prognose

Bessere Margen, mehr Gewinn

Dormakaba hat in den vergangenen sechs Monaten mehr verkauft – und das erst noch zu höheren Preisen. «Wir haben gut gewirtschaftet», sagt CEO Till Reuter.

Während in dieser Woche die meisten börsenkotierten Unternehmen aus dem Oberland ihre Jahreszahlen präsentieren, sind es bei Dormakaba die Halbjahreszahlen. Das Geschäftsjahr des Konzerns für Zutritts- und Schliesstechnik mit Hauptsitz in Rümlang und Produktion in Wetzikon dauert von Juli bis Juni.

Dieses zweite Semester 2024 – und folglich die erste Hälfte des Geschäftsjahrs 2024/2025 – kann als durchaus erfolgreich bezeichnet werden. Der Umsatz von Dormakaba wuchs im Vergleich zur Vorjahresperiode organisch um 5,1 Prozent auf 1,42 Milliarden Franken. Dabei konnte Dormakaba sowohl das Volumen (3,3 Prozent) erhöhen als auch höhere Preise (1,8 Prozent) durchsetzen.

Das bereinigte Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen) stieg auf 216,1 Millionen Franken, die bereinigte Ebitda-Marge von 14,6 auf 15,2 Prozent. Es ist die fünfte Steigerung dieser wichtigen Kennzahl in Folge. Mittelfristig will CEO Till Reuter diese Marge auf 16 bis 18 Prozent erhöhen. Das hatte der Deutsche bereits am Capital Markets Day im vergangenen November angekündigt.

Der Reingewinn lag mit 96,7 Millionen Franken praktisch doppelt so hoch wie in der Vorjahresperiode. Das war hauptsächlich auf niedrigere Restrukturierungskosten und Abschreibungen sowie den Verkauf eines Grundstücks in Montreal zurückzuführen.

«Wir sind auf Kurs, um unsere Ziele zu erreichen», sagte Reuter an einer Telefonkonferenz, in der er die Zahlen präsentierte. «Die Transformation wird fortgesetzt.» Sein Vorgänger Jim-Heng Lee hatte im Sommer 2023 ein rigides Sparprogramm lanciert, um die Profitabilität des Konzerns zu verbessern. «Shape4Growth» nannte Dormakaba das Programm, das einen Abbau von 800 der weltweit 16’000 Stellen und jährliche Einsparungen von 170 Millionen Franken vorsah. Die Umsetzung dieses Programms zeige sich an den steigenden Margen, so Reuter.

Porträt von Till Reuter, dem CEO von Dormakaba: Er trägt einen grauen Anzug und eine grüne Krawatte.
«Wir sind auf Kurs»: Dormakaba-CEO Till Reuter.

Man sei mit der Umsetzung der Strategie und des Transformationsprogramms auf Kurs und setze den strategischen Weg «von Shape zu Growth» fort, sagte Reuter. Das heisst, Dormakaba will nach dem Abbau, von dem auch der Standort Wetzikon betroffen war, wieder wachsen. Zeichen dieses neuen Optimismus ist beispielsweise eine Minderheitsbeteiligung an der US-amerikanischen Safetrust Inc., die Dormakaba am Montag bekannt gegeben hat. Safetrust ist ein führender Anbieter von ID- und Zutrittslösungen.

Auf der anderen Seite hat sich Dormakaba in den letzten Monaten von verschiedenen strategisch wenig bedeutenden Tochtergesellschaften in England, Südafrika und Kuwait getrennt und arbeitet dort mit Partnergesellschaften zusammen.

Wachstum in beiden Marktsegmenten …

Das Geschäftsfeld «Access Solutions» (Zutrittslösungen) verzeichnete ein starkes organisches Nettoumsatzwachstum von 5,0 Prozent. Der Gesamtumsatz belief sich auf 1,2 Milliarden Franken. Alle Kernmärkte und alle wichtigen Produktgruppen sowie der Kundenservice trugen zum organischen Wachstum bei.

Das kleinere Geschäftsfeld «Key & Wall Solutions and OEM» (Schlüssel- und Raumtrennsysteme) wuchs organisch gar um 7,0 Prozent. Diese Steigerung wurde durch das Volumen (3,7 Prozent) als auch durch höhere Preise (3,3 Prozent) angetrieben. Der Nettoumsatz belief sich in diesem Segment auf 246,1 Millionen Franken.

… und sogar in Deutschland

Erstaunliches zeigt sich im Blick in die verschiedenen Länder. So wuchs Dormakaba im wirtschaftlich kriselnden Deutschland, neben der Schweiz einer der Heimmärkte des Fusionsprodukts aus Dorma und Kaba, um satte 10 Prozent. Man habe das Produktportfolio abgerundet und verstärkt, erklärte Reuter. Vor allem das Geschäft mit innovativen Sicherheits- und Zutrittslösungen an Flughäfen laufe vielversprechend.

Erfolgreich sei in diesem Zusammenhang auch der Auftritt an der Fachmesse Bau 2025 im Januar in München gewesen. Dort präsentierte Dormakaba eine neue, automatisierte Zutrittslösung für Flughäfen. Das sogenannte Automated Personnel Screening vereinfacht die Sicherheitskontrollen, erhöht die Kapazität und die Effizienz. Am Flughafen in Las Vegas läuft derzeit ein Pilotprojekt, in München soll der Testbetrieb in den nächsten Tagen starten.

Der Auftragsbestand sei stabil, sagte Reuter und nannte mehrere Grossprojekte: So wechselt Dormakaba für die Hotelkette Premier Inn in England nicht weniger als 90’000 Schlösser aus, hat in der Schweiz für Victorinox eine neue Zugangslösung implementiert und einen Grossauftrag in Australien an Land gezogen.

Den bisherigen Ausblick schraubt Konzernchef Till Reuter leicht nach oben: Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen eine erneut verbesserte Ebitda-Marge von 15,5 Prozent. Etwas weniger exakt ist man bei den Wachstumszahlen: Das organische Wachstum soll sich in der Grössenordnung von 3 bis 5 Prozent bewegen.

René Peter neuer Finanzchef

Weiter hat der Verwaltungsrat René Peter (57) mit sofortiger Wirkung zum Chief Financial Officer (CFO) ernannt. Er tritt damit die Nachfolge von Christina Johansson an, die Anfang Februar nach langer Krankheit verstorben ist. Interimistisch hatte Peter die Position des CFO im Juli 2024 übernommen. Peter ist seit 2013 bei Dormakaba und war seit 2019 Chef des globalen Controllings.

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