Ein Rekordjahr für die Schweiz, ein gutes Jahr für das Oberland
Logiernächte
42,83 Millionen Logiernächte zählte die Schweizer Hotellerie im vergangenen Jahr. Das ist ein neuer Rekord. Das Zürcher Oberland kann nicht ganz mithalten.
Exakt 42'830’588 Mal übernachtete ein Tourist oder eine Touristin im vergangenen Jahr in einem Schweizer Hotel. Diese Rekordzahl vermeldet Hotellerie Suisse. Das ist eine Zunahme von 2,6 Prozent oder 1'071’505 Übernachtungen im Vergleich zu 2023.
Und was der Verband der Schweizer Hoteliers besonders hervorstreicht: Das Niveau aus den Jahren vor der Covid-Krise wurde nicht nur im Inlandtourismus, sondern erstmals auch bei den ausländischen Gästen erreicht. Während die inländische Nachfrage praktisch stabil blieb (+0,1 Prozent), wuchs die Zahl der Logiernächte durch Touristen aus dem Ausland um 5,1 Prozent. «Das ist das Resultat der harten Arbeit von allen Tourismusakteuren», jubelt Martin von Moos, Präsident von Hotellerie Suisse.
Jede sechste Übernachtung in und um Zürich
Ein starkes Wachstum meldet auch die Tourismusregion Zürich. Die Region erstreckt sich von Baden und Winterthur über die Stadt Zürich und die Flughafenregion bis nach Rapperswil und in den Kanton Zug und umfasst so auch das Oberland. Um 4,9 Prozent auf 7,3 Millionen stieg die Anzahl Logiernächte hier im Jahr 2024. Mit anderen Worten: Jede sechste Hotelübernachtung in der Schweiz entfällt auf die Grossregion rund um Zürich.

Von der Grossregion zum touristisch eher überschaubaren Zürcher Oberland. Hier blickt man zufrieden, aber nicht euphorisch auf die vergangenen zwölf Monate: 163’592 Logiernächte wurden im Jahr 2024 zwischen Illnau-Effretikon und Wald gezählt. Das entspricht einem Rückgang von knapp 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. «2023 war ein absolutes Rekordjahr, eine Ausnahme», sagt Daniela Waser, Geschäftsleiterin der Standortförderung Zürioberland, und vergleicht mit den Jahren vor der Pandemie: «Die Zahl im Jahr 2024 ist weiterhin höher als der Vor-Corona-Wert.» Die 163’592 Logiernächte sind das zweitbeste Ergebnis für das regionale Gastgewerbe überhaupt.
Dass das Oberland im Vergleich zur Gesamtschweiz kein neues Rekordjahr feiern dürfe, sei auch der Herkunft der Gäste geschuldet, so Daniela Waser: «Die nationale Zunahme ist vor allem auf Gäste aus Übersee zurückzuführen – und hier insbesondere aus Asien und den Golfstaaten. Von diesen Gästen haben wir wenige in der Region.»
Rückgang aus den Nachbarländern, dafür viele Holländer
Beliebt ist das Oberland nach wie vor bei Inlandtouristen, hier verzeichnen die Hoteliers in der Region erneut eine leichte Zunahme. Gäste aus der Schweiz waren für fast 60 Prozent aller Hotelübernachtungen in den Bezirken Uster, Pfäffikon und Hinwil verantwortlich.
Dafür fehlten beispielsweise Gäste aus Deutschland und Frankreich. «Wir vermuten, dass das mit der Wirtschaftslage zusammenhängt», sagt Daniela Waser. Das würde auch erklären, wieso das zweite Halbjahr 2024 schlechter war im Vergleich mit 2022 und 2023. Die wirtschaftlichen Daten aus den Nachbarländern deuten nach unten.
Teilweise konnte der Rückgang dieser Gästegruppe durch die Holländer kompensiert werden. Ihre Übernachtungszahlen stiegen um satte 58 Prozent.
Leicht rückläufig im Vergleich mit dem Rekordjahr 2023 waren auch die Belegungszahlen der verfügbaren Zimmer und die Aufenthaltsdauer. Der Belegungsgrad sank von 46,19 auf 43,44 Prozent, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 2,57 auf 2,38 Tage respektive Nächte. Daniela Waser: «Beide Werte sind aber über jenen vor Corona, was durchaus erfreulich ist.»
