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Die letzte grosse Baulandreserve in Lindau wird bald aufgefüllt

Verdichten – im Lindauer Ortsteil Winterberg ist das noch möglich. Eine Fläche in der Grösse von sieben Fussballfeldern wird ab diesem Frühling bebaut.

Blick auf die grüne Wiese im Zentrum von Winterberg – ab 2027 sollen hier 500 neue Winterberger wohnen. (Archiv)

Foto: Fabio Meier

Die letzte grosse Baulandreserve in Lindau wird bald aufgefüllt

Bevölkerungswachstum

Verdichten – im Lindauer Ortsteil Winterberg ist das noch möglich. Eine Fläche in der Grösse von sieben Fussballfeldern wird ab diesem Frühling bebaut.

Im Lindauer Ortsteil Winterberg wächst die Einwohnerzahl in den nächsten Jahren von rund 1000 auf 1500. Im Gebiet Ölwis/Blankenwis, um das sich die Winterberger Häuser scharen, fahren in diesem Frühjahr die Baumaschinen auf.

Das Gebiet ist die letzte grosse Baulandreserve der Gemeinde, die insgesamt rund 6000 Einwohner hat. Der Grund, dass diese so lange unberührt blieb, ist die Fluglärmbelastung des Ortsteils Winterberg. Lange war eine Bebauung wegen der Flugschneise des Flughafens Kloten unmöglich. «Als 2015 die Lärmschutzverordnung überarbeitet wurde und die Planung einer Bebauung angepackt werden konnte, setzten wir eine Gestaltungsplanpflicht fest», sagt Gemeindepräsident Bernard Hosang (FDP).

Kritische Stimmen verstummt

Zwei Grundeigentümer teilen sich das Gebiet Ölwis/Blankenwis, das eine Fläche von rund sieben Fussballfeldern umfasst. Der private Gestaltungsplan, der ausgearbeitet wurde, stiess zu Beginn nicht nur auf Begeisterung. Es bildete sich gar die Interessengemeinschaft Zukunft Winterberg (IGZW), die sich aus Anwohnern zusammensetzte. Sie befürchteten, dass sich das ländlich geprägte Ortsbild Winterbergs durch die neue Siedlung einschneidend verändern wird.

Screenshot; GIS-Browser «Fluglärm»
Die Karte «Fluglärm» im GIS-Browser zeigt, wo der Betrieb des Flughafens Kloten und des Flugplatzes Dübendorf für Grenzwert-Überschreitungen sorgt. Winterberg gilt in der aktuellen Version nicht mehr als betroffenes Gebiet.

«Diese kritischen Stimmen wurden ernst genommen», sagt Hosang. Entstanden sei ein Projekt, das Winterberg nicht in eine Identitätskrise stürzen sollte. Der überarbeitete Gestaltungsplan wurde schliesslich an der Gemeindeversammlung im Dezember 2022 mit grossem Mehr – und lobenden Worten der IGZW, die sich mittlerweile aufgelöst hat – genehmigt.

Insgesamt werden 152 Eigentumswohnungen und 21 Einfamilienhäuser entstehen, aufgeteilt in die zwei Projekte «Neuwis» und «Coll d’Or». Der Bezug ist auf Winter 2026/2027 geplant.

Schulraum sollte noch reichen

Die Gemeinde Lindau plant langfristig mit einem Bevölkerungswachstum auf bis zu 7000 oder 7500 Einwohner. «Das ist schön und gut, aber die Infrastruktur muss rechtzeitig nachgezogen werden», sagt Hosang. So werde es etwa im Gemeindesaal des Schulhauses Buck bei grösseren Veranstaltungen zunehmend eng.

Bei den Schulen schätze man die Situation momentan hingegen nicht als drängend ein. «Ohne Zuzüger würden die Schülerzahlen im Ortsteil Winterberg sogar schrumpfen», sagt Bernard Hosang. Grosse Bauprojekte seien darum vorerst nicht geplant. «Sollten sich zusätzliche Klassen als nötig erweisen, würden wir in einem ersten Schritt auf eine ähnliche Lösung wie im Buck Tagelswangen zurückgreifen.»

Die Preise der geplanten Eigentumswohnungen und -häuser im Gebiet Ölwis/Blankenwis bewegen sich zwischen ein und zwei Millionen Franken. «In dieser Preisklasse sind sowieso eher weniger Familien mit Kindern zu erwarten.»

Er werde immer wieder darauf angesprochen, ob denn nicht auch im Valley in Kemptthal, dem ehemaligen Maggi-Areal, Wohnungen möglich wären, sagt der Gemeindepräsident. «Doch das ist eine Industriezone, da ist zurzeit Wohnraum nicht erlaubt», fasst Hosang zusammen. Die Zahl der Arbeitsplätze steigt im Valley hingegen konstant. «Das ist bei einer wachsenden Bevölkerung für Lindau auch von grosser Bedeutung.»

Luftaufnahme des Valley in Kemptthal bei Sonnenuntergang
Bis zu 2500 Arbeitsplätze sollen auf dem ehemaligen Maggi-Areal dereinst möglich sein. (Archiv)

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