Das bewegte im Jahr 2024 die Wirtschaft im Oberland
Jahresrückblick
Belimo, Huber+Suhner, R&M – das Zürcher Oberland blickt auf eine stolze industrielle Tradition zurück. Die Wirtschaft in der Region zeigte sich auch 2024 sehr resilient.
Januar
2. Januar: Gedämpfte Zuversicht
Das Wirtschaftsbarometer dieser Zeitung zeigt einen Optimismus mit Einschränkungen unter den wichtigsten Unternehmen der Region. Die grösste Sorge und damit ein «Dauerbrenner» in dieser negativen Hitparade ist der Fachkräftemangel. 63,2 Prozent der von dieser Redaktion befragten Firmen sehen hier das grösste Problem im Jahr 2024. Ein Jahr zuvor waren es erst 47,8 Prozent gewesen.
11. Januar: Eine Helix für eine bessere Welt
Idealismus und Geschäftssinn müssen keine Widersprüche sein. Im Valley in Kemptthal arbeitet das ETH-Spin-off Haelixa an einer besseren, weil transparenteren Welt. Gediminas Mikutis und 15 Mitstreiter – Chemiker, Biotechnologinnen, Molekularbiologen – entwickeln und produzieren DNA-Marker, mit denen Wertschöpfungsketten nachverfolgt werden können.

Dazu wird eine DNA-Sequenz in einer Kapsel verpackt und hoch verdünnt auf Produkte wie Textilien, Edelmetalle oder Edelsteine aufgetragen. Die Kapsel verbindet sich auf molekularer Ebene mit dem Material. Die DNA bleibt über die gesamte Wertschöpfungskette untrennbar mit dem Material verbunden. Wird beispielsweise Baumwolle nach der Ernte markiert, ist diese DNA auch nach der Verarbeitung zu Garn, nach dem Bleichen, Färben, Waschen noch immer eindeutig nachweisbar.
Auf diese Weise erhält jedes Produkt eine einzigartige, fälschungssichere Identität, die durch die gesamte Lieferkette bis zum Einzelhändler führt.
So verkauft die ZKB seit 2021 Goldbarren, deren Herkunft eindeutig identifizierbar und nachverfolgbar ist. Auch die Textilindustrie zeigt sich zunehmend interessiert. Unternehmen wie Calida, Hugo Boss, FTC oder Nikin arbeiten bereits mit Haelixa zusammen. Der Jahresumsatz des Start-ups sei 2023 siebenstellig gewesen, sagt Mikutis: «Und er verdoppelt sich jedes Jahr.»
Weitere Schlagzeilen im Januar
18. Januar – Es geht weiter im «Freihof» in Grüningen: Ende 2023 gingen im «Freihof» in Grüningen die Lichter aus. Der langjährige Wirt liess sich pensionieren, das Besitzerpaar suchte monatelang erfolglos nach einem Nachfolger. Dann geht es plötzlich schnell: Michal Polak und sein Geschäftspartner und Küchenchef Zaki Abdullah übernehmen das traditionsreiche Restaurant. Das Duo führt bereits die «Hochwacht» auf dem Pfannenstiel.
22. Januar – Oberländer Beizer schliessen sich zusammen: 420 von 2200 Zürcher Gastro-Betrieben wirtschaften im Zürcher Oberland. Mit der Gründung eines neuen Verbands wollen sie Einigkeit demonstrieren und mit einer Stimme auftreten.
23. Januar – Huber+Suhner erzielt deutlich weniger Umsatz: Nach dem Rekordjahr kommt der Kater. Der Pfäffiker Elektrotechnikkonzern Huber+Suhner meldet einen Umsatzrückgang von mehr als 10 Prozent.
Februar
2. Februar: «Maurmer Post» sägt am Stuhl des Chefredaktors
Mit einem Stelleninserat sucht die «Maurmer Post» einen neuen Chefredaktor und damit einen Ersatz für den interimistischen Chef Thomas Renggli. Die Begründung ist eigenartig. «Als wir Thomas Renggli im Mai 2023 mit der Führung der ‹Maurmer Post› betraut hatten, war nicht klar, was mit der Zeitung passieren würde», sagt Herbie Schmidt.
Der NZZ-Journalist präsidiert die (mittlerweile aufgelöste) Redaktionskommission der wöchentlich erscheinenden Gemeindezeitung. Im bis Ende März 2024 befristeten Vertrag sei nie von einer Verlängerung die Rede gewesen, so Schmidt. Die Ausschreibung der Stelle sei «in diesem Zusammenhang ein völlig normaler struktureller Prozess».
Im März eskaliert der schwelende Streit. Die «Maurmer Post» publiziert einen Artikel über ein mutmassliches Tötungsdelikt in der Gemeinde. Der Artikel impliziert eine Mitverantwortung der Gemeinde, verzichtet aber auf eine Stellungnahme der Behörde. In der Folge wird Renggli bis zum Ende seines befristeten Vertrags krankgeschrieben.

14. Februar: Die ZKB schickt mehr als 30 Millionen Franken ins Oberland
Nach dem Ende der Negativzinsen verdienen die Banken wieder viel Geld mit dem Zinsdifferenzgeschäft. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) vermeldet einen Rekordgewinn von 1,2 Milliarden Franken und eine Gewinnausschüttung von 528 Millionen Franken an den Kanton Zürich und die Gemeinden.
Mit gut 30 Millionen profitieren die Gemeinden im Zürcher Oberland, aufgeschlüsselt nach der Bevölkerungszahl. So fliessen mehr als 3,8 Millionen Franken nach Uster, mit gut 37’000 Einwohnerinnen und Einwohnern die drittgrösste Stadt im Kanton. Am anderen Ende der Skala liegt Wildberg, wo gut 1000 Menschen wohnen. Die kleine Gemeinde im Bezirk Pfäffikon erhält etwas mehr als 109’000 Franken.
Weitere Schlagzeilen im Februar
7. Februar – Auf dem Bachtel entsteht ein Beizenprovisorium im «Alpenchic»: Das «Bachtel-Kulm» wird umgebaut. Eineinhalb Jahre dauert die Sanierung des in die Jahre gekommenen Gasthauses. In dieser Zeit bewirtet das Wirtepaar Aila und Stefano Marini seine Gäste in einer Besenbeiz, die in einem Stall 100 Meter unterhalb des Restaurantgebäudes eingerichtet wird.

29. Februar – Zuversichtliche Stimmen aus dem Millionengrab: Meier Tobler präsentiert ernüchternde Jahreszahlen. Der Klimatechnikspezialist aus Schwerzenbach erzielt im Jahr 2023 weniger Umsatz sowie weniger Gewinn trotz boomendem Markt für Wärmepumpen. Der Grund für die enttäuschenden Zahlen liegt im Kanton Solothurn, wo ein neues Dienstleistungszentrum monatelang an Kinderkrankheiten leidet.
Bereits im Oktober 2023 musste Meier Tobler eine Gewinnwarnung aussprechen. Das Unternehmen kämpft von September bis Dezember 2023 mit Lieferproblemen. Die Folge sind verärgerte Kunden – Heizungsinstallateure und Hausbesitzer, die auf bestellte Wärmepumpen warteten – und verloren gegangene Umsätze für Meier Tobler.
März
1. März: Bank Avera knackt die 5-Milliarden-Marke
Die grösste Regionalbank im Kanton Zürich gedeiht. Nie hat die Bank Avera besser gewirtschaftet als 2023. Ausschlaggebend seien das «freundliche Zinsumfeld» sowie die «positive Entwicklung im Dienstleistungsbereich», teilt die Bank mit Hauptsitz in Wetzikon mit.
Etwas weniger euphemistisch ausgedrückt: Die Bank verdient an den Margen im Zinsgeschäft und an Gebühren. Der Gewinn steigt um beinahe 80 Prozent auf 10 Millionen Franken, die Bilanzsumme erhöht sich auf über 5 Milliarden Franken.
6. März: Ein Rekordjahr für den Tourismus in der Schweiz und in der Region
Schweiz Tourismus meldet einen neuen Rekord bei den Logiernächten. Insgesamt knapp 42 Millionen Übernachtungen zählt die Vermarktungsorganisation des Bunds im Jahr 2023. Beinahe die Hälfte dieser Übernachtungen entfällt auf den Inlandtourismus.
Davon profitiert auch das Oberland, obwohl es vom früheren SP-Präsidenten und Walliser Hotelier Peter Bodenmann schnöde als «touristische Pampa» bezeichnet wird. 174’000 Übernachtungen zählt die Standortförderung Zürioberland in den Bezirken Uster, Pfäffikon und Hinwil, ein Plus von etwas mehr als 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
«Die Schweizer haben die Region schätzen gelernt», sagt Daniela Waser, Geschäftsleiterin der Standortförderung. In der Tat stammt mehr als die Hälfte der Gäste aus der Schweiz (55,8 Prozent), gefolgt von Deutschland (15,2), Italien (4,9) und Frankreich (2,2). «Das ist für das Oberland als Naherholungs- und Freizeitregion typisch», so Waser.

Weitere Schlagzeilen im März
2. März – Hunderte Bauern fordern in Hinwil mehr Geld für ihre Milch: Die schweizweiten Bauernproteste erreichen die Region. Rund 500 Oberländer Bäuerinnen und Bauern nehmen mit Fackeln und Kuhglocken an einem Mahnmarsch durch die Strassen des Bezirkshauptorts Hinwil teil. Der Zürcher Bauernverband (ZBV) verlangt von der Branchenorganisation Milch sowie den Grossverteilern eine Erhöhung des Milchpreises um 4 Rappen pro Liter.
4. März – Belimo investiert 80 Millionen in den Standort Hinwil: Der Hinwiler Industriekonzern Belimo präsentiert in einem anspruchsvollen Umfeld ein beeindruckendes Jahresergebnis. Das organische Wachstum in Lokalwährungen beträgt 2023 stolze 7,2 Prozent. Der starke Franken lässt dieses Wachstum in lokalen Währungen auf noch 1,4 Prozent zusammenschmelzen. Der Hersteller von Antrieben, Ventilen und Sensoren für die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik will weiterwachsen und am Hauptsitz in Hinwil ein neues Produktions- und Logistikgebäude bauen. 80 Millionen Franken sollen investiert werden.
7. März – Stewi-Chef bekennt sich zum Standort Bauma: Seit August 2023 ist der deutsche Industrielle Felix Reichardt mit seiner Reichardt Group Besitzer des Schweizer Traditionsunternehmens Stewi. Er hat den Hauptsitz und die Produktion von Winterthur nach Saland verlegt und bekennt sich im Interview zum Standort.
12. März – Raiffeisenbank steigert Zinsertrag und Gewinn markant: Auch die Raiffeisenbank Zürcher Oberland blickt auf ein erfreuliches Jahr zurück. Die Genossenschaftsbank mit Hauptsitz in Uster steigert den Jahresgewinn um mehr als 30 Prozent auf 3,8 Millionen Franken. Die Bilanzsumme nähert sich der 2-Milliarden-Marke. Besonders das Zinsgeschäft blüht.
Selbiges gilt für die Bank BSU in Uster. Auch die kleinste der drei Regionalbanken im Oberland steigert das Hypothekarvolumen und den Gewinn. Der Jahresgewinn klettert um knapp 10 Prozent auf 1,4 Millionen Franken. Die Bilanzsumme beträgt 1,19 Milliarden Franken.
April
11. April: Spionage, die russische Mafia, ein Oligarch und verschwundene Millionen
Das Ende eines Wirtschaftskrimis im Oberland: Nach mehr als sechs Jahren Ermittlungen stellt die Bundesanwaltschaft das Verfahren gegen den Pfäffiker Unternehmer Martin Stucki ein. Stucki, Unternehmer, Tüftler und Erfinder, hat mit seiner Marenco AG in Pfäffikon einen neuartigen Helikopter entwickelt. Als Geldgeber hatte er einen russischen Oligarchen gefunden, als es noch möglich war, mit solchen Investoren zusammenzuarbeiten. Doch die Dinge laufen aus dem Ruder. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen wirtschaftlichen Nachrichtendiensts, unlauterer Werbe- und Verkaufsmethoden, Nötigung und Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses. Oder: Wirtschaftsspionage und Verrat, um es auf einen Nenner zu bringen. Die Ermittlungen führen ins Nichts.

16. April: Der letzte Berufsfischer auf dem Greifensee gibt auf
Es ist das Ende einer Ära: Mehr als 20 Jahre fährt Andreas Zollinger Tag für Tag auf den Greifensee und legt seine Netze aus. An guten Tagen zieht er 50 Kilogramm Fisch aus dem Gewässer, vor allem Felchen. Am 30. April endet Zollingers Seepacht und damit die Berufsfischerei auf dem Greifensee.
Er hat sich nicht um eine Verlängerung beworben, und die Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich schreibt diese vorerst auch nicht wieder aus. Zuerst will sie abklären, wie stark die Fische im Greifensee mit Chemikalien belastet sind. Namentlich geht es hierbei um per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS).

Weitere Schlagzeilen im April
19. April – Das beste alkoholfreie Bier der Schweiz kommt aus Uster: An der vierten Ausgabe des Swiss Beer Awards weiss die Brauerei Uster erneut zu überzeugen. Als einzige Brauerei der Region gewinnt sie – und dann gleich vier Auszeichnungen. Gold gibt es für das «Alkoholfrei» und das «Usterbräu Dunkel». Dazu werden auch das «Züri Hell», ein helles Lagerbier, und das «Usterbräu Original», ein helles Kellerbier, ausgezeichnet.
29. April – Wetziker Traditionsgeschäft lebt an neuer Adresse weiter: Seit über 175 Jahren existiert die Firma Ryffel Felle + Leder AG. Um ein Haar wäre das Traditionsunternehmen von der Bildfläche verschwunden. Besitzer Martin Meierhofer näherte sich dem Pensionsalter und fand keinen Nachfolger für das Familienunternehmen an der Bahnhofstrasse in Wetzikon. Bis eines Tages eine Verkäuferin den Stammkunden Marcel Keller fragt, ob nicht er das Geschäft übernehmen wolle …
Mai
8. Mai: Generationenprojekt am Atzmännig muss in Extrarunde
Eine kombinierte Sessel- und Gondelbahn, eine moderne, längere Sommerrodelbahn und ein neues Verwaltungsgebäude: Die Sportbahnen Atzmännig AG will hoch hinaus und hat im Frühjahr 2023 ihr sogenanntes Generationenprojekt vorgestellt. Mit rund 20 Millionen Franken soll die angejahrte Infrastruktur modernisiert werden. Geplant war, dass die neuen Anlagen bis 2026 stehen. Doch es kommt zu Verzögerungen. Grund ist ein Sondernutzungsplan, den der Kanton St. Gallen von der Sportbahnen Atzmännig AG verlangt.
8. Mai: R&M in Wetzikon feiert 60-jähriges Bestehen
1964 gründeten Hans Reichle und Renato De-Massari eine kleine Firma und begannen, Telefonsteckdosen zu produzieren. Mit ihren einfach und schnell zu montierenden Telefonanschlussdosen erleichtern die beiden das Leben vieler Elektroinstallateure und -monteure.
60 Jahre später spielt R&M als Anbieter von kompletten, integrierten Infrastrukturen für Daten- und Kommunikationsnetze auf dem Weltmarkt mit. Das Familienunternehmen beschäftigt 1600 Mitarbeitende und erwirtschaftet 2023 einen Umsatz von rund 260 Millionen Franken, 80 Prozent davon im Ausland.

Weitere Schlagzeilen im Mai
14. Mai – Immobilienpreise steigen weiter kräftig an: Die Preise für Wohneigentum im Kanton Zürich sind erneut markant gestiegen – um 4,2 Prozent innerhalb von zwölf Monaten. Auch mieten wird immer teurer. Die Angebotsmieten sind sogar 7,0 Prozent teurer als noch vor Jahresfrist. Zu diesem Resultat kommen die Experten der Bank Avera und des Immobiliendienstleisters Iazi im aktuellen Eigenheimindex. Der Index deckt das Geschäftsgebiet der Regionalbank im Zürcher Oberland, am rechten Zürichseeufer und in der Stadt Zürich ab.
22. Mai – Claro Laden in Uster lebt weiter: Der Claro Weltladen in Uster ist der älteste seiner Art. Seit 1974 kann man an der Amtsstrasse 3 fair gehandelte Lebensmittel, Artikel des täglichen Gebrauchs und Handwerkserzeugnisse kaufen. Doch die Umsätze waren rückläufig, und der in die Jahre gekommene Vorstand fand keine Nachfolge. Neun Monate nach dem Beschluss, den Verein aufzulösen und den Laden zu schliessen, kommt die Kehrtwende. Ein neuer Vorstand übernimmt mit einem angepassten Konzept.
Juni
8. Juni – Wolfensberger AG in Bauma feiert 100-Jahr-Jubiläum
«Wir kommen dort ins Spiel, wo andere Giessereien scheitern», sagt André Masuhr, Eigentümer der Wolfensberger AG in Bauma. Am 8. Juni feiert die Giesserei ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Volksfest. Das Unternehmen ist eine der letzten grossen Giessereien der Schweiz. Angefangen hat die Firma mit Bremsklötzen für die Wagen der SBB und der Zürcher Strassenbahn, später kamen Schachtdeckel hinzu.
In den 1960er Jahren modernisierten und spezialisierten die Söhne von Firmengründer Jakob Wolfensberger das Familienunternehmen. Heute ist klar, dass die Abkehr von der Massenproduktion und die Entwicklung des Spezialgusses das Überleben der Wolfensberger AG bis in die Gegenwart sichern. So nutzt das Unternehmen beispielsweise keramische Formen, um Düsenringe für Turbolader von Schiffsdieselmotoren oder Retarder für Nutzfahrzeugbremsen im sogenannten Unicast-Verfahren extrem exakt zu giessen.
Im Jahr 2021 erwirbt der deutsche Industrielle André Masuhr das Unternehmen. Masuhr ist ein Spezialist für Prozessoptimierung und Automatisierung.
25. Juni: Ott AG in Uster will kein Bauunternehmen mehr sein
«Es macht keine Freude mehr», sagt Andres Ott, Bauunternehmer in Uster. Während mehr als 100 Jahren prägte seine Baufirma das Ortsbild von Uster. Jetzt hat Ott genug von der Bautätigkeit. Der starke Konkurrenzdruck in der Branche drückt die Preise, und die Bauteuerung nagt an den knappen Margen. «Wir können am Markt nicht mehr die Preise durchsetzen, die es gebraucht hätte, um längerfristig kostendeckend zu arbeiten», sagt der Ustermer SVP-Gemeinderat.
Die Firma soll aber weiterbestehen. Mit ihr konzentriert sich der Unternehmer in Zukunft auf die Entwicklung von Immobilien. Die Familienunternehmung besitzt einige strategisch wichtige Grundstücke in der Region, wo Bauprojekte anstehen.
Weitere Schlagzeilen im Juni
6. Juni – Heftige Regenfälle – mit Folgen für die regionale Landwirtschaft? Regen, Regen, Regen. Im Mai und Juni regnet es im Oberland so stark, dass Flüsse überlaufen, die Seen an ihre Grenzen kommen, Strassen gesperrt werden müssen und ganze Felder unter Wasser stehen. Für die Bauern ist das Wetter ein Problem: Die Ernte 2024 fällt schlecht aus – egal, ob bei Kartoffeln, Weizen oder Weintrauben. Das Fragezeichen, das in der Schlagzeile vom 6. Juni noch seine Berechtigung hat, wird im Herbst überflüssig.
14. Juni – «Die Vielseitigkeit des Zürcher Oberlands fasziniert mich»: Andreas Bühler (SP) wird neuer Präsident der Standortförderung Zürioberland. Der Hinwiler Gemeindepräsident will «ein nachhaltiges Wachstum in den drei Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft fördern».
21. Juni – Wieso Mercedes-Benz ohne Wetzikon nicht funktionieren würde: Das Logistikcenter von Mercedes-Benz in Wetzikon feiert sein 40-jähriges Bestehen. Zweimal täglich werden von Kempten aus 138 Werkstätten der Marke mit Stern in der ganzen Schweiz beliefert.
26. Juni – Trox Hesco setzt mit Neubau ein Zeichen für den Wirtschaftsstandort: Die Trox Group eröffnet ihren neuen Unternehmenssitz in Rüti. Knapp 30 Millionen Franken hat der in 28 Ländern auf fünf Kontinenten tätige Hersteller von Lüftungs- und Klimaanlagen investiert. Auf einer Fläche, die der Grösse eines Fussballfelds entspricht, ist ein imposantes, dreistöckiges Holzgebäude entstanden. Es bietet den 120 Mitarbeitenden im Zürcher Oberland neue, moderne Arbeitsbedingungen.
Juli
9. Juli: SportX-Läden verschwinden aus der Region
Die Migros will ihre schwächelnden Sportfachmärkte loswerden und hat einen Käufer gefunden, wenigstens für gut die Hälfte der Ladengeschäfte. Die Deichmann-Gruppe, zu der in der Schweiz Ochsner Sport und Dosenbach gehören, übernimmt 27 der 49 SportX-Filialen. 24 werden als Ochsner Sport weitergeführt, drei als Filialen des Schuhhändlers Dosenbach.
Für die SportX-Filialen im Oberland hat dies unterschiedliche Auswirkungen: SportX in Uster West mit seinen insgesamt zehn Mitarbeitenden wird zu Ochsner Sport und wird damit neben Volketswil der zweite Standort von Ochsner Sport in der Region sein. Keine Zukunft gibt es für SportX in Wetzikon. Der Laden im Züri Oberland Märt wird geschlossen.
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der betroffenen Filialen würden übernommen, auch die Lernenden von SportX könnten ihre Ausbildung nahtlos weiterführen, schreibt die Migros in einer Medienmitteilung.
Später veräussert die Migros auch ihre Fachmärkte für Fahrräder und Zubehör an die Berner Firma Thömus AG: Während die Bike World in Volketswil unter neuem Namen weiterbetrieben wird, verschwindet die Filiale in Hinwil.

22. Juli: Belimo in Hinwil meldet kräftiges Wachstum und korrigiert Prognose nach oben
Und wieder gibt es gute Nachrichten von Belimo. Trotz schwacher Baukonjunktur legt der Spezialist für Steuergeräte in der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik starke Halbjahreszahlen vor.
Um 9,7 Prozent ist Belimo im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zur Vorjahresperiode gewachsen. Umgerechnet von den lokalen Währungen in Schweizer Franken beträgt das Wachstum 5,6 Prozent; in absoluten Zahlen erreicht das Hinwiler Unternehmen damit einen Halbjahresumsatz von 473,5 Millionen Franken.
Auch der Reingewinn kann um 19 Prozent gesteigert werden und wächst auf 77,2 Millionen Franken. Entsprechend zuversichtlich zeigt sich das Unternehmen im Hinblick auf das zweite Halbjahr und erhöht die Umsatzprognose.

Weitere Schlagzeilen im Juli
16. Juli – Zum Jubiläum schenkt sie sich ein Event-Loft in Dürnten: Elvira Holcomb ist mit ihrer Catering-Firma Maximahl eine feste Grösse in der Region. 2024 ist die gebürtige Süddeutsche seit zehn Jahren im Geschäft. Zum Jubiläum beschenkt sie sich gleich selbst: mit einem stimmungsvollen Event-Loft in Dürnten.
25. Juli – Meier Tobler kämpft an mehreren Fronten: Vertrauen ist schneller verspielt als aufgebaut. Die Meier Tobler AG blickt auf ein schwieriges erstes Halbjahr zurück. Der Gebäudetechnikspezialist aus Schwerzenbach weist für das erste Halbjahr 2024 einen Nettoumsatz von 238,7 Millionen Franken aus. Das ist ein Rückgang im Vergleich zur Vorjahresperiode von 13,6 Prozent. Auch das Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) liegt 17,1 Millionen Franken um 36,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Grund ist nach wie vor das neue, hoch automatisierte Logistikzentrum in Oberbuchsiten SO, das lange nicht so funktionierte, wie es sollte. Die Lieferschwierigkeiten haben offensichtlich viele Kunden vergrault.
August
20. August: Huber+Suhner in Pfäffikon hat die Talsohle durchschritten
Huber+Suhner muss auch im ersten Halbjahr 2024 einen Umsatzrückgang vermelden. 430,6 Millionen Franken verdient Huber+Suhner im ersten Halbjahr 2024. Das ist im Vergleich zur Vorjahresperiode ein Rückgang von 9,8 Prozent. Doch es ist nur die halbe Wahrheit.
Im Zentrum steht eine andere Kennzahl: Der Spezialist für elektrische und optische Verbindungstechnik weist einen Auftragseingang von 521,0 Millionen Franken aus – das ist ein starkes Plus von 14,9 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode und der höchste Auftragseingang, den Huber+Suhner in der Firmengeschichte vermelden darf.
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Pfäffikon teilt sein Geschäft in drei Marktsegmente auf: Industrie, Kommunikation und Transport. «Diese Diversifikation verleiht dem Unternehmen eine hohe Widerstandskraft in einem volatilen Umfeld», sagt CEO Urs Ryffel. Die Aussichten in allen drei Segmenten seien mittel- und langfristig gut.

24. August: Im ältesten Kino des Kantons übernimmt die vierte Generation
Zwischen Dübendorf und Wald existierten einst acht Kinos. Heute gibt es nur noch in Wetzikon Blockbuster zu sehen. Das Kino Palace trotzt dem Zeitgeist und den Widrigkeiten der letzten Jahre und ist das älteste kommerzielle Lichtspielhaus im Kanton Zürich.
Gegründet wurde das Kino an der Bahnhofstrasse 70 in Wetzikon vom Oberländer Kinopionier Silvano Wacker. 1955 wechselte es in den Besitz von Stefan Hasenfratz und ging später an dessen Tochter Ruth Forrer-Hasenfratz über. 1997 übernahmen Ruth Forrers Tochter Priska Brenner und ihr Mann Marco.
Marco und Priska Brenner geben die Verantwortung nun an die vierte Generation weiter. Severin Brenner, der als Geschäftsführer firmiert, und Saskia Brenner, die an der Bar arbeitet, wollen dafür sorgen, dass das Kino im Zürcher Oberland nicht ganz Geschichte wird.

Weitere Schlagzeilen im August
9. August – Warum sich in Fällanden auch heute noch alles um sein Fotogeschäft dreht: Seit 50 Jahren behauptet sich Hansruedi Morgenegg mit seinem Fällander Fotofachgeschäft in einer mehrfach totgesagten Branche. Zu den besten Zeiten hat Morgenegg mehrere Filialen in der Region und 19 Angestellte auf der Lohnliste. Die Digitalisierung, das Smartphone, die sozialen Medien, Internetdienste oder E-Commerce haben die Branche grundlegend verändert – Hansruedi Morgenegg ist trotzdem noch da.
17. August – «Wir können nicht dreieinhalb Millionen Bäume pflanzen»: Das Wetziker Industrieunternehmen R&M will bis 2050 klimaneutral sein. Für ein Unternehmen, das nur einen kleinen Teil seiner CO2-Emissionen direkt beeinflussen kann und kein Greenwashing betreiben will, ist das eine Herausforderung. COO Markus Stieger erklärt im Interview, wo R&M ansetzen will.
September
3. September: Beerstecher plant 20-Millionen-Investition in Hinwil
Thomas Beerstecher ist der grösste Gemüseproduzent in der Region. Wer in einer Migros oder einem Coop im Zürcher Oberland Gemüse mit dem Label «Aus der Region» oder «Mini Region» kauft, der legt mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit Tomaten, Peperoni, Gurken oder Salate der Beerstecher AG in sein Körbli.
150 Hektaren Freilandfläche und 50'000 Quadratmeter in Gewächshäusern bewirtschaftet die Familien-AG in Dübendorf und Hinwil. Nun plant Thomas Beerstecher, die Gewächshausfläche in Hinwil massiv auszubauen: Im Gebiet Stocken zwischen Hinwil und Wetzikon will er neben dem bestehenden Gewächshaus mit einer Fläche von 33'000 Quadratmetern ein weiteres, mehr als doppelt so grosses Treibhaus bauen.

3. September: Dormakaba präsentiert ein ermutigendes Jahresergebnis
Seit Jahren ringt Dormakaba im Markt der Schliess- und Zutrittstechnik um den Anschluss an die Konkurrenz. Dabei scheint der Konzern mit Sitz in Rümlang und Wetzikon auch ein Spezialist für Drehtüren zu sein: Der aktuelle CEO Till Reuter ist der dritte Firmenchef seit 2021.
Doch bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2023/2024 (das Geschäftsjahr von Dormakaba dauert von Juli bis Juni) zeigt sich, dass die vor einem Jahr eingeschlagene Strategie zu greifen scheint. Der Schliesstechnikkonzern ist in den vergangenen zwölf Monaten stärker gewachsen als seine Konkurrenten und hat vor allem seine Kriegskasse gefüllt.
Dank einem freien Cashflow von 204,6 Millionen Franken kann die Verschuldung markant auf noch 454,8 Millionen Franken reduziert werden (–23,8 Prozent). Und dies wiederum erlaubt Dormakaba, Übernahmen ins Auge zu fassen. CEO Reuter spricht an der Bilanzmedienkonferenz von «Feuerkraft».

16. September: Uster Messe 2024 ist abgesagt
Publikumsmessen haben es schwer. In Uster hätte vom 1. bis 3. November in der Landihalle die regionale Gewerbeausstellung über die Bühne gehen sollen. Daraus wird nichts. Der Verein teilt mit, dass er auf eine Ausrichtung verzichtet. Mit 60 Ausstellern hätte die Messe kostendeckend durchgeführt werden können. Bis September sind nicht einmal 30 Anmeldungen eingegangen.
Es ist schon die zweite Absage einer regionalen Messe, weil das Interesse der Aussteller fehlt. Die Organisatoren der Pfäffiker Mäss haben bereits im Juli die Notbremse gezogen.
27. September: Ein Fehraltorfer Unternehmen, dessen Produkte wohl jede und jeder nutzt
Die Edi Baur AG in Fehraltorf produziert Geräte, mit denen wir vermutlich alle schon zu tun hatten – ohne dass wir das wissen. Auf «mindestens drei» schätzt Firmenchef Nicholas Saladin die Anzahl seiner Produkte, die in einem durchschnittlichen Schweizer Haushalt zu finden sind. Nur steht auf den wenigsten davon Edi Baur AG. Dafür heissen die Markennamen Miobrill, Twister (Migros), Flup oder Prix Garantie (Coop). Es sind Bürsten und Besen für jeden Zweck.

Weitere Schlagzeilen im September
16. September – Beim Bahnhof Nänikon-Greifensee entsteht ein imposanter Gewerbepark: Seit Jahren suchte die Ustermer Traditionsfirma Klaus-Häberlin AG einen neuen Standort. Fündig geworden ist sie beim Bahnhof Nänikon-Greifensee. Vom Architektur- und Holzbauunternehmen Schindler & Scheibling AG kann ein genügend grosses Grundstück direkt neben dem Bahnhof Nänikon-Greifensee erworben werden. Schindler & Scheibling ist auch für den Neubau zuständig. Preisschild: gut 22 Millionen Franken.
23. September – Elektro Oberland gibt Firmensitz in Bauma auf: Die Elektro Oberland GmbH zieht von Bauma nach Uster. Grund ist für Geschäftsführer René Schmid der Personalmangel: «Ich finde hier im Tösstal keine geeigneten Fachkräfte.» Ironie der Geschichte: Die Elektro Oberland GmbH lockt mit attraktiven Arbeitsbedingungen. So hat René Schmid vor zweieinhalb Jahren die 4-Tage-Woche eingeführt.
27. September – Die Ära der Raucherbeiz Sternen in Turbenthal ist zu Ende: 31 Jahre lang führte Martha Aeschlimann die bekannte Raucherbeiz Sternen in Turbenthal. Im September nimmt die Geschichte ein jähes Ende. Die 74-Jährige kämpft mit gesundheitlichen Problemen und ist nicht mehr in der Lage, das Restaurant zu führen.
Oktober
4. Oktober: Schuhhaus Walder in Brüttisellen feiert 150-jähriges Bestehen
Mehr als 300’000 Paar Schuhe verkauft die Familie Walder aus Brüttisellen jedes Jahr. Am 1. Oktober 2024 feiert das Schuhhaus Walder seinen 150. Geburtstag. Daniel Walder führt das Familienunternehmen als Vertreter der sechsten Generation und ist für den Verkauf verantwortlich. Ihm zur Seite stehen seine Schwestern Martina Walder und Sandra Furger-Walder, die für den Einkauf zuständig sind.
Am 1. Oktober 1874 war das Unternehmen vom Seidenfabrikanten und Philanthropen Caspar Appenzeller als «Knabenanstalt Brüttisellen» gegründet worden. Heimatlose Jungen sollten dort bei einer sinnvollen Tätigkeit eine fürsorgliche, christliche Erziehung geniessen.
Bis Anfang der 1970er Jahre war Walder auch Schuhproduzent. Dann schloss die Fabrik in Brüttisellen, und Walder wurde zum reinen Schuhhändler.

18. Oktober: Saland ist das Mekka der Schweizer Saab-Enthusiasten
Marcel Menzi war 21-jährig, als Saab 2011 in Konkurs ging. Heute ist der Automechaniker aus Saland weit über die Region hinaus als Spezialist der Kultmarke bekannt. In seiner Garage Krauer GmbH kümmert er sich ausschliesslich um Autos des schwedischen Herstellers.
Die Rechnung des heute 34-Jährigen ist simpel: Je besser er ist, desto länger bleiben die Zürcher Oberländer Saab auf der Strasse und desto mehr Arbeit bringt ihm dies in die Garage. «Saab ist für viele Menschen mehr als nur ein Auto, Saab ist auch ein Lebensgefühl. Darum wollen viele ihre Fahrzeuge möglichst lange fahren und geben dafür auch gerne Geld aus.» Sein Job sei es, Lösungen für diese Menschen und ihre geliebten Autos zu finden.

Weitere Schlagzeilen im Oktober
8. Oktober – «Neue Spinnerei» in Aathal muss aufgeben: Das Zürcher Oberland verliert ein beliebtes Restaurant. Die «Neue Spinnerei» in Aathal schliesst ihre Türen. Elf Jahre führte Hansueli Wagner das Restaurant mit bis zu 180 Plätzen. 50 weitere Plätze gab es in der Lounge, im Sommer lud ein lauschiger Garten mit zusätzlichen 150 Plätzen zum Verweilen. «Die hohen Personalkosten und die hohen Miet- und Betriebskosten machen einen rentablen Betrieb nicht mehr möglich», begründet der 60-jährige Gastronom das abrupte Ende.
10. Oktober – Steigt in Westafrika ein Fest, feiert auch Russikon mit: Die Weberei Russikon ist die letzte industrielle Baumwollweberei in der Schweiz. 1887 gegründet, gehört die Weberei seit 1996 zur Getzner Textil AG aus Bludenz (Vorarlberg). Die Österreicher haben seither den Maschinenpark modernisiert und setzen voll auf schwere Damaststoffe. Daraus entsteht später Mode für Westafrika.
14. Oktober – Was Monkky aus Bisikon besser macht als Shein aus China: Früher trug man die Hosen des grossen Bruders nach, heute nennt sich das Circular Fashion, zirkulierende Mode. Das Geschäfts- und Ehepaar Fabienne und Julio Montepeque hat sich diesem nachhaltigen Prinzip verschrieben. 2019 haben die beiden Monkky, einen Onlineshop mit einem Ladenatelier in Bisikon, ins Leben gerufen. Mit Erfolg.
November
3. November: Restaurants in Uster und Wetzikon geschlossen – «Suan Long» in Konkurs
Gastro-Unternehmer Roth Ly steckt in Schwierigkeiten. Über seine Restaurants Suan Long ist der Konkurs eröffnet worden. Die Kette des Unternehmers aus Grüningen, der als Kind aus Kambodscha in die Schweiz geflüchtet war, umfasst insgesamt sechs Betriebe: die Restaurants in Wetzikon, Uster, Winterthur, Opfikon und Zug sowie den Produktionsbetrieb in Volketswil. Sie alle sind auf Anordnung des Konkursamts Zug geschlossen.
Grund für die Konkurseröffnung seien Liquiditätsprobleme und Ausstände bei der Pensionskasse, sagt Roth Ly. Betroffen von der Schliessung sind insgesamt 70 Mitarbeitende. Weiter betreiben darf der Gastronom seine Restaurants Schlüssel Bar in Uster, Frohsinn in Fehraltorf, Asian Fusion in Dübendorf und Ichiban in Küsnacht. Sie sind rechtlich und wirtschaftlich unabhängig von der konkursiten «Suan Long»-Muttergesellschaft Connect Asia Swiss GmbH.

9. November: Schreiner in Saland macht kleine Wohnträume wahr
Wie viel Raum braucht der Mensch? Steffen Braun, Schreiner in Saland, beantwortet diese beinahe philosophische Frage auf seine eigene Weise. Er baut in seiner Holzwerft GmbH sogenannte Tiny Houses.
Die Bewegung stammt ursprünglich aus den USA und ist mittlerweile auch in Europa angekommen. Es geht den Besitzerinnen und Besitzern zumeist um einen nachhaltigen, minimalistischen Lebensstil. «Ich finde, dass wir unseren Materialismus und Lebensstil immer wieder hinterfragen müssen», sagt Steffen Braun. Der 45-Jährige will nicht einfach kleine Häuser schreinern, sondern «in der Gesellschaft einen Unterschied machen».
Die Tiny Houses, die er mit seinem kleinen Team baut, sind allesamt Einzelanfertigungen. Die Aussenwände sind aus Lärchenholz, für den Innenausbau greift Braun gerne zu Arve und Fichte. Etwa vier Monate beträgt die reine Bauzeit eines solchen Häuschens, Kostenpunkt: zwischen 120’000 und 160’000 Franken. Dafür bekommt man auf wenigen Quadratmetern ein komplettes Haus mit Wohn- und Schlafbereich, Küche, sanitärer Einrichtung und Stauraum.

Weitere Schlagzeilen im November
5. November – Eigenheimpreise im Oberland steigen erneut: Die Preise für Wohneigentum kennen seit Jahren nur eine Richtung. 3,1 Prozent beträgt die Steigerung innert Jahresfrist im Zürcher Oberland. Damit liegt die Region leicht unter der Entwicklung im gesamten Kanton (+3,7 Prozent). In der Stadt Zürich wird Wohneigentum innert Jahresfrist gar um 5,2 Prozent teurer. Das zeigt der Avera-Eigenheimindex.
14. November – Was der erste eigene Coiffeursalon für diese 23-Jährige bedeutet: Sie ist mit 23 bereits ihr eigener Chef. Coiffeuse Luana Blöchliger wagt in Kollbrunn den Sprung in die Selbständigkeit und eröffnet ihren eigenen Salon. «Eigentlich bin ich jetzt im besten Alter dazu», findet sie.

18. November – In Russikon kann man neu (fast) rund um die Uhr einkaufen: In Russikon verschwindet Henry’s Metzg, eine Filiale der Metzgerei Keller in Weisslingen. Stagnierende Umsätze und steigende Personalkosten hätten zu dieser Entscheidung geführt, sagt Metzger Silvio Keller. Anstelle der klassischen Metzgerei hat Keller an der Dorfstrasse ein für die Region neuartiges Ladenkonzept eingerichtet: einen Self-Scanning-Shop mit Lebensmitteln aus der Region, der 17 Stunden am Tag offen steht.
Dezember
6. Dezember: Unternehmer in Uster ärgern sich über die Stadt
Die drittgrösste Stadt im Kanton will wachsen. Nicht als Schlafstadt des nahe gelegenen Zürich, sondern als Wirtschaftsstandort. «Uster ist im Grossraum Zürich ein wichtiger Akteur», heisst es im Strategiepapier 2030. Uster setzt sich zum «Ziel, die Arbeitsplätze parallel zur wachsenden Wohnbevölkerung zu entwickeln».
Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es eine wirtschaftsfreundliche Politik. Doch genau hier stösst die Stadt auf Kritik vonseiten des Unternehmertums. Hohe Energiepreise machen der Industrie und den Gewerbetreibenden wie Bäckern oder Gastronomen zu schaffen. Und auch die Gebühren und die Bewilligungspraxis stossen auf Kritik.
Stefan Feldmann (SP), Stadtrat und Verwaltungsratspräsident der Energie Uster AG, kann die Klagen der Unternehmer und Gewerbetreibenden nachvollziehen. Aber die hohen Energiepreise seien geopolitischen Problemen geschuldet: «Das Preisniveau ist überall, nicht nur in Uster, in den letzten beiden Jahren gestiegen.»

9. Dezember: Dübendorf rückt ins Zentrum der europäischen Raumfahrt
Das Raumfahrtunternehmen Starlab Space will sich im Innovationspark neben dem Flugplatz in Dübendorf niederlassen. Eine entsprechende Absichtserklärung wird Anfang Dezember unterzeichnet.
Der Standort sei für das Unternehmen attraktiv, weil er neben dem Zugang zu einem Flugfeld starke Forschungspartner wie die Universität Zürich und die ETH biete, heisst es in einer Medienmitteilung. Auch der «innovative Wirtschaftsstandort Kanton Zürich» habe Starlab überzeugt.
Starlab Space ist ein Joint Venture von Industriepartnern wie Airbus, Voyager Space, Mitsubishi Corporation und MDA Space. Das Unternehmen plant und baut die Nachfolge der europäischen Raumstation ISS, die 2030 das Ende ihrer Lebensdauer erreichen wird.
Von Dübendorf werden keine Raketen in den Orbit starten, der Standort ist als Support- und Logistikcenter vorgesehen. Wie viele Arbeitsplätze geschaffen werden, ist noch unklar.

Weitere Schlagzeilen im Dezember
11. Dezember – Der «China-Schrott» kommt jetzt aus Effretikon: Anfang Jahr hatte die Fehraltorfer Firma BGF Investment GmbH mit «China-Schrott» für Negativschlagzeilen gesorgt. Das Unternehmen betrieb von Fehraltorf aus verschiedene Webshops, die Swissness und Qualität vorgaukelten, aber Billigware aus China lieferten – wenn überhaupt.
Die BGF Investment ist mittlerweile in Konkurs. Doch die Hinterleute operieren weiter: An einer neuen Adresse in Effretikon betreiben sie mit ihrer Ende September gegründeten Czarina GmbH erneut verschiedene Webshops.
13. Dezember – Wie sich Wetzikon und Uster einen Weltmarkt teilen: Bis Mitte des letzten Jahrhunderts ist das Zürcher Oberland ein Zentrum der Textilindustrie. Dann verabschiedet sich diese nach Fernost. Aber nicht ganz: In Uster und Wetzikon teilen sich zwei Firmen einen Weltmarkt. Es ist ein sehr kleiner Weltmarkt, die Nische der Qualitätssicherung.
Loepfe Brothers in Wetzikon und Uster Technologies stellen Bauteile her, die direkt in die Garnspulmaschinen integriert sind. Sensoren überprüfen das Garn nach Dick- und Dünnstellen, aber auch nach kleinsten Verschmutzungen.
20. Dezember – Russikon bangt um seine Beizen: Restaurants sind mehr als nur Orte, wo man sich verpflegen kann. Restaurants bieten den Rahmen für Geselligkeit und soziale Kontakte. Doch in der Gemeinde Russikon sorgt man sich um die beiden letzten Beizen: Der Landgasthof zur Krone ist geschlossen, und das Restaurant zur Metzg steht zum Verkauf. «Umnutzung nicht ausgeschlossen» steht im Verkaufsinserat.