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Auch Pfäffikon wird zum Logistikstandort für den Brüttener Tunnel

In Pfäffikon wird ein neuer Mini-Bahnhof eingerichtet: In der Industrie Witzberg plant die SBB einen Materialumschlagplatz für die Bauarbeiten am Brüttener Tunnel.

Die SBB wollen die bereits bestehenden Gleisanlagen auf dem Areal der FBB AG eingangs Pfäffikons nutzen.

Foto: Simon Grässle

Auch Pfäffikon wird zum Logistikstandort für den Brüttener Tunnel

Baustelle von 2026 bis 2035

In Pfäffikon wird ein neuer Mini-Bahnhof eingerichtet. Oder besser gesagt: In der Industrie Witzberg planen die SBB einen Materialumschlagplatz für die Bauarbeiten am Brüttener Tunnel.

Das Projekt «Mehrspur Zürich–Winterthur (MSZW)» mit dem Brüttener Tunnel bietet ab 2035 vier statt heute zwei Spuren für den Eisenbahnverkehr. Die Zuglinien, die durch Pfäffikon fahren, sind von diesem Ausbauschritt zwar nicht betroffen, aber von den Bauarbeiten wird man auch in der Gemeinde etwas spüren.

Denn neben dem Material, das beim Bau der beiden neuen, zehn Meter breiten Tunnelröhren aus dem Boden geholt wird, müssen auch Gerätschaften für den Gleisbau und den Fahrleitungsbau zur Baustelle hin- und wieder wegtransportiert werden. Die SBB planen darum in Pfäffikon auf dem Gebiet der Firma FBB AG in der Industrie Witzberg – westlich des Bahnübergangs der Kempttalstrasse – einen Logistikstandort. Dieser soll ab 2026 während der gesamten Bauzeit bis Ende 2035 genutzt werden.

Am Logistikstandort erfolgen gemäss technischem Bericht «Rangierbewegungen und die Erstellung der Betriebsbereitschaft von Bauzügen und Baumaschinen sowie die Zu- und Abfuhr von Güterwagen, Baumaschinen und Triebfahrzeugen». Weiter werden die eingesetzten Baumaschinen und Triebfahrzeuge dort abgestellt und gegebenenfalls auch gewartet.

Zudem wird Bahntechnikmaterial nach Pfäffikon angeliefert. Ein Teil davon wird zwischen Lastwagen und Bahnwagen umgeschlagen. Pro Woche werden durchschnittlich zwischen fünf und zehn Fahrten stattfinden. Da der Installationsplatz für die Versorgung des Abschnitts Bassersdorf mit Bahntechnikmaterialien eingesetzt wird, sollte es im Pfäffiker Dorfzentrum zu keinem Anstieg des Verkehrs kommen.

Nachtarbeiten unumgänglich

Da im Projekt «MSZW» bei laufendem Bahnbetrieb gebaut wird, müssen diverse Arbeiten nachts ausgeführt werden. Daher seien die zugehörigen Logistikleistungen wie die Zu- und Wegfuhr von Material oder die Anfahrt von Bauzügen auch in der Nacht erforderlich. Der Umschlag von Material für die Bahntechnik zwischen Lastwagen und Bahnwagen werde aber «soweit möglich tagsüber» erfolgen, heisst es im Bericht weiter.

Für die Nutzung der Logistikstandorte sind grundsätzlich keine baulichen Anpassungen notwendig. Es können die bestehenden Gleisanlagen verwendet werden. Auch die strassenseitigen Zufahrten zu den Installationsplätzen sind bestehend und müssen nicht angepasst werden.

Weitere Logistikstandorte planen die SBB unter anderem auch in Illnau-Effretikon und Dübendorf sowie in Schwerzenbach.

Der Brüttener Tunnel

Der neun Kilometer lange Brüttener Tunnel zwischen Winterthur und Dietlikon/Bassersdorf soll einen der grossen Engpässe im schweizerischen Bahnnetz beseitigen. Entlastet wird die kurvenreiche und viel befahrene zweigleisige Strecke zwischen Winterthur und Effretikon. Im Tunnel verkehren die Züge mit 160 Stundenkilometern. Die Fahrzeit im Tunnel beträgt somit rund drei Minuten. 

National- und Ständerat gaben im Bahn-Ausbauschritt 2035 grünes Licht für das 2,4 Milliarden Franken teure Vorhaben. Das Projekt umfasst verschiedene Teilprojekte: Zusätzlich zum eigentlichen Brüttener Tunnel werden die Anlagen der Bahnhöfe Dietlikon, Wallisellen und Bassersdorf sowie die Zufahrt zum Bahnhof Winterthur neu gebaut.

Grafik Brüttener Tunnel
Der Brüttener Tunnel soll das Nadelöhr zwischen Winterthur und Zürich entlasten.

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