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Landi stellt den Betrieb ihrer Trocknungsanlage in Gossau ein

Die Trocknungsanlage läuft nur noch für wenige Wochen. Danach stehen Landwirte vor einer neuen Herausforderung.

Die Trocknungsanlage der Landi in Ottikon bei Gossau wird schon bald schliessen.

Foto: PD

Landi stellt den Betrieb ihrer Trocknungsanlage in Gossau ein

Zu wenig Kundschaft

Die Trocknungsanlage in Gossau läuft nur noch für wenige Wochen. Danach stehen Landwirte vor einer neuen Herausforderung.

Seit Ende der 1970erJahre steht die Trocknungsanlage in Ottikon bei Gossau. Ursprünglich war sie von einer Genossenschaft betrieben worden. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 betreibt die Landi Zola die Anlage.

Landwirtschaftsbetriebe aus der Region liefern der Landi seither Produkte wie Mais oder Gras und lassen diese in der Anlage trocknen. Doch nun stellt die Besitzerin den Betrieb ihrer Trocknungsanlage per Ende Jahr ein.

Mehrere Versuche, die Trocknungsanlage in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen weiterzuführen, sind gescheitert.

Die Trocknungsanlage in Gossau

Die Trocknungsanlage ist in einem Gebäude an der Grüningerstrasse im Ortsteil Ottikon untergebracht. Zu rund 80 Prozent konserviert die Anlage Mais, bei der restlichen Menge handelt es sich meist um Gras. Mittels Hitze werden die Produkte letztlich getrocknet und zu Würfeln verarbeitet, die später wieder als Tierfutter verwendet werden. (jgu)

Der Betrieb läuft für jeweils sechs bis zehn Wochen im Herbst auf Hochtouren. Im Frühling und Sommer gibt es gelegentlich Aufträge. Zu Spitzenzeiten arbeiten bis zu vier Mitarbeitende im Schichtbetrieb in der Anlage. Diese sind im Saisonbetrieb angestellt und oft auch anderweitig bei der Landi tätig. «Wir müssen deshalb keiner Person kündigen», sagt Aline Schmucki, Leiterin Agrar Landi Zola.

Hohe Kosten, sinkende Nachfrage

Die Gründe für das Einstellen des Betriebs sind einerseits die hohen Betriebskosten. «Da die Anlage mit Erdgas betrieben wird, waren wir von den höheren Energiepreisen in den letzten Jahren stark betroffen», so Schmucki. Für eine Revision der Anlage hätte die Landi zudem mit Kosten von 1,2 Millionen Franken gerechnet. Investitionen sind mit grossen Risiken verbunden. Ausserdem gelten strikte gesetzliche Vorgaben für die Branche.

Die Nachfrage ging seit 2019 kontinuierlich um etwa einen Drittel zurück, da die Landwirte vermehrt auf günstigere Konservierungsmethoden zurückgreifen. Für einen wirtschaftlichen Betrieb benötigt die Anlage eine Verarbeitungsmenge von rund 2000 Tonnen pro Jahr. In den letzten fünf Jahren lag die Menge jedoch unter 1500 Tonnen.

Was passiert mit den Landwirtschaftsbetrieben?

Die Konservierung durch die Trocknungsanlage nutzen hauptsächlich regionale Landwirte aus einem Umkreis von ungefähr 15 bis 30 Kilometern. Diese müssen nun eine Alternative suchen. «Die Lösungen werden je nach Betrieb unterschiedlich aussehen», erklärt Schmucki.

«Gewisse Landwirte werden neue Futtermittel einsetzen, andere weichen möglicherweise auf alternative Trockenanlagen aus.» Die nächstgelegenen Anlagen stehen in Kaltbrunn SG, Eschlikon bei Sirnach TG oder Bülach.

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