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Solarstrombörse in Dürnten wird aufgelöst

Ende Jahr wird die Solarstrombörse in Dürnten eingestellt. Trotz oder vielmehr wegen des Booms der Photovolatik.

Die Gemeinde Dürnten besitzt 25 Prozent des Aktienkapitals der Energie am Bachtel AG. (Archiv)

Foto: Andreas Stutz

Solarstrombörse in Dürnten wird aufgelöst

Nicht das Ende der Geschichte

Nach 15 Jahren löst sich der Verein Unternehmen Dürnten auf. Die zugehörige Aktiengesellschaft bleibt bestehen.

2009 wurde der Verein Unternehmen Dürnten mit dem Ziel gegründet, eine langfristige und nachhaltige Entwicklung von erneuerbarer Energie in der Gemeinde Dürnten zu fordern, zu fördern und aktiv zu unterstützen. Nun wird der Verein nach 15 Jahren aufgelöst. Das hat die Vereinsversammlung am 16. Oktober beschlossen.

Grund für die Auflösung ist das Ende der Solarstrombörse in Dürnten. Diese Börse führt der Verein mit Unterstützung und einer Leistungsvereinbarung der Gemeinde. An der Solarstrombörse können private Besitzer von Photovoltaikanlagen ihren überschüssigen Strom mit einem Herkunftsnachweis ins Netz liefern. Stromverbraucher können auf diese Weise lokal produzierte Solarenergie erwerben. Nun wird die Solarstrombörse auf Ende Jahr eingestellt.

(K)ein Widerspruch

«15 Jahre lang hatte das einigermassen funktioniert», sagt Max Linder, Aktuar im Verein. Aber die Solarstrombörse passe nicht mehr in die Gegenwart. In einer Zeit, in der überall von der Energiewende und vom Wechsel von fossiler zu erneuerbarer Energie die Rede ist, erscheint das als Widerspruch.

In der Tat ist die Anzahl Vereinsmitglieder und auch die Anzahl Stromabonnenten seit Jahren rückläufig. Max Linder erklärt: «Das hat verschiedene Gründe: Auf der einen Seite sind PV-Anlagen in den letzten Jahren massiv preisgünstiger geworden. Wer Solarstrom will, der kann diesen heute für eine überschaubare Investition selbst produzieren. Und auf der anderen Seite sind die Einspeisevergütungen durch das EKZ recht hoch, sodass ein Produzent seinen Überschuss nicht an der Solarstrombörse verkaufen muss.»

Abgesehen von Teilnahmen an den örtlichen Veranstaltungen wie Chilbi, Neujahrsapéro, Neuzuzügeranlass und Dürntner Markt sowie periodischen Flyer-Aktionen bestand der Vereinszweck fast ausschliesslich im Betrieb dieser Börse. Damit ist mit dem Ende der Solarstrombörse auch der Verein obsolet geworden.

Vereinsvermögen und Aktien

Doch einfach das Licht löschen und den Schlüssel drehen können Max Linder und Vereinspräsident Markus Bless nicht. Der Verein sitzt auf einem erklecklichen Vermögen von rund 65’000 Franken, und er hält 25 Aktien der Energie am Bachtel AG. Diese Aktiengesellschaft wurde 2015 gegründet. Jeweils 10 Prozent des Kapitals gehören dem Verein Unternehmen Dürnten und der Politischen Gemeinde Dürnten. Die übrigen Aktien sind breit gestreut, vor allem bei in Dürnten wohnhaften Vereinsmitgliedern.

Die AG war gegründet worden, um im Tannertobel ein kleines Wasserkraftwerk zu erstellen. Das Unternehmen verfolgt weniger ökonomische als vielmehr ökologische Ziele: Die erwirtschafteten Erträge fliessen in neue Projekte in der Photovoltaik.

So ist beispielsweise die Solaranlage auf dem Dach des Garten-Centers Meier in Dürnten im Besitz der Energie am Bachtel AG. Das Garten-Center kauft der AG den Solarstrom ab. Mit dem Vereinsvermögen von 65’000 Franken wollen die Mitglieder eine PV-Anlage auf dem Flachdach des reformierten Kirchgemeindehauses in Tann realisieren.

Ansturm auf das Gartencenter Meier, nach Wiedereröffnung.
Die PV-Anlage auf dem Dach des Gartencenters Meier gehört der Energie am Bachtel AG. (Archiv)

Für seine 25 Aktien sowie für zehn weitere sucht die AG nun Käufer. Die 35 Wertschriften sollen zum Nominalwert von 1000 Franken pro Aktie verkauft werden. Weitere Informationen erhalten Interessenten unter info@energieambachtel.ch. Über die definitive Zuteilung entscheidet der Verwaltungsrat.

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