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350 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft trafen sich in Knies Kinderzoo. Sie sprachen über den Wertewandel als Erfolgsfaktor.

Spannende Location für das Unternehmergespräch 2024: Knies Kinderzoo in Rapperswil.

Foto: Manuela Matt

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Standortförderung Zürioberland

Werthaltungen sind nicht für die Ewigkeit. Und wer sich nicht wandelt, wird keinen Erfolg haben. Dies war die Quintessenz des Unternehmergesprächs der Standortförderung.

«Wertewandel als Erfolgsfaktor» lautete die Überschrift auf der Einladung zum Unternehmergespräch 2024. Eingeladen hatten die Standortförderung Zürioberland und die Region Zürichsee-Linth. Die Location: Knies Kinderzoo in Rapperswil.

Dessen Direktorin Sybille Marti zeigte an einem handfesten Beispiel in der Entwicklung des Kinderzoos, wie sich Werte im Lauf der Zeit verändern: Die Eventlocation, der 2020 fertiggestellte Zauberhut mitten in der Anlage, ist dabei ein manifest gewordener Wertewandel.

Dort, wo sich die 350 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft am Dienstagabend zum Gedankenaustausch trafen, hatte der Kinderzoo von 1965 bis 1998 sein Delfinarium betrieben.

30 Jahre lang machte man sich kaum Gedanken darüber, ob diese Art der Haltung artgerecht ist. Die Delfine wurden 1998 durch eine Seelöwen-Show abgelöst. 2019 war auch damit Schluss, auch diesmal aus ethischen Überlegungen.

Der Wandel vom Delfinarium über die Seelöwen-Anlage zur multifunktionalen Event-Location sei nur durch den Mut möglich gewesen, Traditionen zu hinterfragen und neue Wege zu gehen, sagte Sybille Marti. Und kündigte weitere Veränderungen in naher Zukunft an, ohne allerdings konkret zu werden. Man stehe derzeit mitten in der Angebotsentwicklung.

Weit mehr als Sybille Marti konnte Severin Dressen ins Detail gehen: Der Direktor des Zoos Zürich stellte die anstehenden Veränderungen in seinem Tierpark vor und zeigte auf, wie zoologische Gärten in den Artenschutz eingebunden sind: «Als Menschen sind wir die einzige Art, die Verantwortung für andere Arten übernehmen kann.»

Tango mit dem Zukunftsforscher

Dazwischen brachte der Autor und Zukunftsforscher Thomas Juli das Auditorium dazu, Tango zu tanzen. Es ging um die grosse Frage: Folgen oder führen? Er stellte die Frage im Zusammenhang mit dem Siegeszug der Künstlichen Intelligenz: «Wie bleiben wir nicht nur ein Teil des Ganzen, sondern werden zu aktiven Gestaltern des technologischen Wandels?»

Juli zitierte den US-amerikanischen Ingenieur Frederick Winslow Taylor, der als Begründer der Arbeitswissenschaft gilt: «In der Vergangenheit stand der Mensch als Erstes; in der Zukunft muss das System an erster Stelle stehen.» Im 19. Jahrhundert hat es Taylor mit dieser Werthaltung geschafft, Prozesse zu strukturieren und damit die Produktion zu erhöhen bei gleichzeitiger Reduktion der Arbeitszeit.

130 Jahre später ist dieses Zitat aus der Zeit gefallen. «Wenn wir uns als menschliche Ressource verstehen, müssen wir mit anderen Ressourcen konkurrenzieren», stellte Juli klar: «Dazu gehört auch die Künstliche Intelligenz: Viel Spass!»

Eine Zukunft ohne Künstliche Intelligenz werde es nicht geben, sagte der Autor. Entscheidend sei, unsere Menschlichkeit zu wahren und die Technologie dort einzusetzen, wo es Sinn ergebe: bei Routinearbeiten.

In einem Dialog mit Moderator Stefan Bürer stellte schliesslich Rolf Spichtig, CEO des Design- und Konstruktionsunternehmens Marenco AG in Pfäffikon, einige Erfolgsgeschichten vor: So entwickelte Marenco in Pfäffikon ZH und Mollis GL einen Helikopter, der nun vom italienischen Rüstungs-, Luft- und Raumfahrtkonzern Leonardo produziert wird. Auch Kaffeevollautomaten oder Trainingsgeräte in der Medizinaltechnik wurden in Pfäffikon entworfen und konstruiert.

Nach diesen inspirierenden Referaten stand der anschliessende Abend in Knies Zauberhut bei einem Apéro riche ganz im Zeichen des Netzwerkens. Denn auch dafür waren viele der 350 Gäste gekommen.

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