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Postfinance muss 25 Millionen abschreiben – wegen GZO Spital

Jetzt wird erstmals der Name eines grossen Gläubigers des GZO Spitals bekannt. Laut «SonntagsBlick» flossen Millionen von der Postfinance nach Wetzikon.

Das GZO Spital in Wetzikon befindet sich seit dem 30. April in Nachlassstundung. (Archiv)

Foto: Marie Fredericq

Postfinance muss 25 Millionen abschreiben – wegen GZO Spital

Darlehen von 40 Millionen

Ein Abschreiber von 25 Millionen Franken belastet das Halbjahresergebnis der Postfinance. Grund soll ein Darlehen sein, das dem GZO Spital im Jahr 2014 gewährt wurde.

Am kommenden Freitag kommt es an der Gläubigerversammlung zum Showdown. Eine Gruppe um den aktivistischen Investor Gregor Greber hat diese Versammlung eingefordert. Es geht um eine Obligationenanleihe von 170 Millionen Franken, die die GZO derzeit weder zurückzahlen noch refinanzieren kann, und um die Frage, wie das Spital saniert werden soll.

In der aktualisierten Bilanz der GZO AG stehen Schulden von 285 Millionen Franken einem Eigenkapital von 8 Millionen Franken gegenüber. Die Eigenkapitalquote beträgt 2,8 Prozent.


> > Lesen Sie hier, was bisher in der Wetziker Spitalkrise passiert ist.


Die Obligationenanleihe über 170 Millionen Franken dominierte die Schlagzeilen in den letzten Monaten. Doch es gibt noch weitere langfristige Verbindlichkeiten, die das Spital in Bedrängnis bringen. Denn im Jahr 2014 hatte die GZO AG nicht nur die besagte Obligationenanleihe auf den Kapitalmarkt gebracht, die am 12. Juni 2024 fällig wurde. Das Spital nahm im selben Jahr weitere 60 Millionen Franken als Schuldscheindarlehen auf.

10 Millionen dieses Darlehens sind 2025 fällig, 50 Millionen müssen erst 2031 zurückbezahlt werden. Nun berichtet der «SonntagsBlick», dass die Postfinance der weitaus grösste Darlehensgeber sei. Schuldscheine im Wert von 40 Millionen Franken habe das Finanzinstitut übernommen.

Wertberichtigung belastet Halbjahresergebnis

Die Postfinance kommentiert die Zahlen nicht, hat aber laut Halbjahresbericht eine «Wertberichtigung von 25 Millionen Franken auf einer Einzelposition» vorgenommen. Der Halbjahresgewinn schrumpfte aufgrund dieses Abschreibers um 30 Prozent auf 64 Millionen Franken.

Und: Mit diesen 25 Millionen hat die Postfinance nicht ihr gesamtes Darlehen bei der GZO AG abgeschrieben, sondern etwa 60 Prozent. Rund 15 Millionen bleiben gemäss «SonntagsBlick» in den Büchern des Finanzinstituts. Der Abschreiber von 60 Prozent liegt ziemlich exakt in der Grössenordnung des Kursverlusts der Obligationenanleihe.

Der Hauptsitz der Postfinance in Bern. Ein modernes Hochhaus mit gelbem Schriftzug.
Gemäss Informationen des «SonntagsBlick» steht das GZO auch bei der Postfinance in der Kreide.

Das Engagement der Postfinance in Wetzikon ist heikel, nicht nur aufgrund der aktuellen Ereignisse rund um das Spital: Kernauftrag des Finanzinstituts ist die Bereitstellung einer Infrastruktur für den Zahlungsverkehr in der Schweiz. Kreditähnliche Investments zu tätigen, gehört nicht dazu. Die Vergabe von Krediten und Hypotheken ist gemäss Postorganisationsgesetz sogar ganz verboten. Das Schuldscheindarlehen befindet sich in der Nähe des Verbots.

Wenn sich am kommenden Freitag die Gläubiger der 170-Millionen-Anleihe der GZO AG zur Versammlung treffen, wird auch die Meinung der Postfinance gefragt sein. Sie ist zwar nicht Obligationär, aber als Darlehensgläubigerin muss sie dennoch entscheiden, ob sie sich den Plänen der sogenannten «GZO Creditor Group» um Gregor Greber anschliessen will oder nicht.

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