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Grosse Ehre für Schreinerei BBF Weber AG in Fehraltorf

Der Prix Lignum wird nur alle drei Jahre vergeben und gilt als «Oscar» der Schweizer Schreiner. Gleich zwei Betriebe aus der Region sind am Prix Lignum 2024 für ihre Arbeiten ausgezeichnet worden.

Schreinerarbeit auf höchstem Niveau: Valentin Weber, Geschäftsführer der Schreinerei BBF Weber AG in Fehraltorf (links), und Projektleiter Martin Müri mit einem Muster für den Innenausbau des preisgekrönten Saals.

Foto: Sandro Compagno

Grosse Ehre für Schreinerei BBF Weber AG in Fehraltorf

Prix Lignum 2024

Der Prix Lignum ist die höchste Auszeichnung im Schweizer Holzbau. Die Fehraltorfer Schreinerei BBF Weber AG hat sich den Preis 2024 gesichert.

Das Team der Schreinerei BBF Weber AG in Fehraltorf um Geschäftsleiter Valentin Weber und Projektleiter Martin Müri wurde für den Innenausbau des neuen Saals im Drei-Häuser-Hotel Caspar in Muri AG mit Gold ausgezeichnet.

Der Highend-Saal entstand nach Plänen der renommierten Schweizer Architektin Tilla Theus. 121 Projekte waren in der Kategorie Schreinerarbeiten eingereicht worden.

Das Drei-Häuser-Hotel Caspar ist ein Ensemble, das aus den historischen Gasthäusern Ochsen und Adler sowie dem neu gebauten Haus Wolf entstanden ist. Es liegt gegenüber dem geschichtsträchtigen Habsburger Kloster im Ortskern von Muri im Kanton Aargau. Jüngster Teil dieses Ensembles aus Alt- und Neubauten ist der Saal, für den die BBF Weber AG verantwortlich zeichnet.

Akustisch und optisch überzeugend

Die Juroren des Prix Lignum schreiben über die Schreinerarbeit aus Fehraltorf, dass sie mit «raffinierter Detaillierung, gelungener Raumakustik und edler Anmutung überrascht und begeistert».

Valentin Weber freut sich über das Lob: «Wir greifen gerne heisse Eisen an. Das ist unsere Leidenschaft.» Denn die Pläne von Tilla Theus – die Bündnerin hat unter anderem das Home of Fifa in Zürich entworfen – hatten es in sich. Aus insgesamt 20'000 passgenau in Pyramidenform geschnittenen, massiven Eichenteilen bestehen die Oberflächen von Wänden und Decken.

«Eichenholz ist ein sehr teurer Baustoff. Darum lag unser Fokus auch darauf, möglichst wenig Holzabfall zu produzieren», erklärt Weber. Eine ausgeklügelte CNC-Schnitttechnik machte eine praktisch 100-prozentige Nutzung des Rohstoffs möglich.

In Fehraltorf vorproduziert

Die Eichenholzelemente wurden allesamt in Fehraltorf vorproduziert und in Muri verbaut. «Wir mussten vor Ort praktisch nichts anpassen», sagt Weber, «die Elemente haben perfekt gepasst.»

Durch die versetzte Anordnung bilden die Eichenholzelemente eine strukturierte Oberfläche, die für eine herausragende Akustik sorgt. Unterstützt wird die akustische Wirkung raffiniert durch Schlitze, Hohlräume, Akustikvliese und Hinterlagen.

Türen, Leinwände und Revisionsöffnungen verschwinden dank präziser Planung und Fertigung gänzlich unsichtbar und lassen die Flächen ohne Störungen in ihrer Ästhetik wirken.

Und noch eine Herausforderung habe die BBF Weber AG zu bewältigen gehabt, so Weber: «Das Foyer zum neuen Saal dient als Fluchtweg und muss aus unbrennbarem Material bestehen.» Die Lösung aus Fehraltorf: Die pyramidenförmigen Elemente im Foyer – hier aus Blech – wurden mit feinem Eichenfurnier umhüllt. «Der Laie erkennt keinen Unterschied.»

Die Festrede im Berner Hotel National hielt Bundesrat Albert Rösti (SVP). Beim Prix Lignum werde sichtbar, was findige Köpfe und fleissige Hände zustande brächten, sagte der Magistrat und liess es sich nicht nehmen, die fleissigen Hände aller Gewinnerteams zu schütteln.

Oder, um es mit den Worten der Jury über die Arbeit der BBF Weber AG zu sagen: «Das Resultat überzeugt in Architektur, Atmosphäre und Funktion.»

Bronze für Schreinerei Merk AG in Uster

Nicht nur Gold ging beim Prix Lignum 2024 in die Region, auch Bronze in der Kategorie Schreinerarbeiten fand ins Zürcher Oberland. Die Merk Raumgestaltung/Schreinerei Merk AG aus Uster wurde für eine durch und durch nachhaltig entworfene Küche in einem umgebauten Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert in Volketswil ausgezeichnet.

Vierkant-Fichtenhölzer von 30 mal 30 Millimetern fügen sich in Küchenkombination und Regalgestellen zum filigranen, beliebig erweiterbaren Gerüst. «Keine Schraube, kein Klebstoff, keine Auszüge oder Scharniere», so lautete die Idee – und bis auf die verklebten Zinken und die angeschraubten Stahlbleche ist das auch gelungen.

Ein echtes Novum ist die Oberflächenbehandlung. Der Bauherr mischte dafür Russ aus dem Schornstein mit Alkoholsprit. So wurde das im Grunde günstige Fichtenholz mit haus- und holzeigenen Partikeln aufgewertet. Es wirkt nun richtiggehend edel.

Der Prix Lignum existiert seit 2009 und wird alle drei Jahre in den Kategorien Schreinerarbeiten und Holzbauten vergeben. Der Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) zeichnet damit «innovativen, hochwertigen und zukunftsweisenden Einsatz von Holz in Bauwerken, im Innenausbau, bei Möbeln und künstlerischen Arbeiten» aus.

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