Die Pizzakette Napulé ploppt in Effretikon auf – um zu bleiben
Restaurant in Illnau-Effretikon
Im ehemaligen «Nussbaum» wird neuerdings Pizza serviert. Richtig los gehts dann im Januar mit einem regulären Restaurantbetrieb.
Wo jahrzehntelang vor allem Schweizer Küche angeboten wurde, wird nun «vera pizza napoletana» in den Ofen geschoben. Die Pizzakette Napulé betreibt im ehemaligen Restaurant Nussbaum seit Anfang September ein Pop-up. Die Traditionsbeiz in Effretikon war Ende März zugegangen.
Das Pop-up mit reduzierter Karte und Öffnungszeiten bietet sozusagen einen ersten Vorgeschmack auf das, was die Gäste nach einer Renovation ab Anfang 2025 erwarten können. Gebacken wird zurzeit nämlich noch in einem mobilen Pizzaofen im Garten. Je nach Wetter soll das Pop-up bis Ende November in Betrieb bleiben.
«Beste Pizzeria ausserhalb Italiens»
Unter Pizza-Tifosi ist der Name Napulé ein Begriff. Anfang 2023 wurde die Zolliker Filiale der Pizzakette vom renommierten italienischen Restaurantführer «Gambero Rosso» als «beste Pizzeria ausserhalb Italiens» ausgezeichnet. Und die Kulinarikkenner von «Gault Millau» liessen nach einem Besuch im Hauptsitz in Meilen verlauten, dass eine «bessere Pizza im Napoli-Stil schweizweit kaum zu finden» sei.
Gegründet wurde die Gastrokette von Raffaele Tromiro. Sein erstes Lokal eröffnete der Meilemer 2015 an seinem Wohnort und benannte es nach seiner Heimatstadt Napoli. Es folgten Filialen in Netstal, Locarno, Zug, Zollikon und zuletzt Dietikon. Dazu kamen zwei Take-out-Standorte an der Zürcher Josefstrasse und beim Stadelhofen. Heute beschäftigt Napulé insgesamt 70 Mitarbeitende.

Effretikon als neunter Standort ist der erste, der nicht von Tromiro selber initiiert wurde. Im Juni war überraschend bekannt geworden, dass sich der dreifache Pizza-Weltmeister von seinem Pizza-Imperium verabschiedet. Er wolle in Zukunft Projekte unter seinem eigenen Namen umsetzen, liess die Pressestelle der Restaurantkette damals verlauten.
Liegenschaft gehört Napulé-Besitzer
Federführend sei diesmal der Besitzer der Napulé AG, Bruno Bencivenga, gewesen, erklärt Verwaltungsrat Urs Egger. Dieser kenne den «Nussbaum»-Besitzer privat. «Als sich mit der Pensionierung der bisherigen Pächter die Frage stellte, wie weiter, hat er sich kurzerhand zum Kauf der Liegenschaft entschieden.» Die Napulé-Filiale in Effretikon sei jetzt sozusagen bei Bencivenga eingemietet.

Eine Win-win-Situation laut Urs Egger: «Der ‹Nussbaum› ist exakt die Art von Location, für die Napulé steht: eine Dorf- oder Quartierbeiz mit Charme in einem mittelgrossen Ort und mit einer starken lokalen Verankerung.» Ohne diese sei es kaum mehr möglich, eine Beiz erfolgreich zu betreiben. Das sei auch der Grund, warum man beispielsweise mit dem FC Effretikon den Kontakt suche. «Die Vereine an Bord zu haben, ist für uns nachhaltiger als jede weitere Story zu Napulé in der ‹Schweizer Illustrierten›.»
Schöner Garten als Auslöser
Die Idee des Pop-ups sei im Übrigen wegen des schönen Gartens entstanden. «Es wäre zu schade gewesen, diesen bis zur offiziellen Eröffnung im Januar brachliegen zu lassen.» Kurz habe man sich überlegt, das Lokal für ein paar Wochen unterzuvermieten. «Mit Blick auf unseren grossen Personalpool ist dann aber plötzlich die Idee aufgekommen, selber in die Hosen zu steigen.»
Eine Idee, die anzukommen scheint. «Obwohl wir bisher kaum Werbung gemacht haben, haben wir gut zu tun», sagt Bruno di Palma. Der Pizzaiolo stemmt mit zwei weiteren Angestellten aktuell den Betrieb. Er habe bereits in mehreren Napulé-Filialen gearbeitet, erzählt er. «Hier bin ich jetzt erstmals il capo – der Chef.»

Di Palmas Vater stammt aus Napoli. «Die neapolitanische Pizza ist für mich nicht einfach Essen, sondern Heimat», sagt er denn auch. «Der dicke Rand gut durchgebacken, die Mitte schön leicht und saftig – unsere Pizza kannst du dank ihrer guten Verdaulichkeit bereits zum Frühstück essen», schwärmt er.
Bevor das Napulé in Effretikon Anfang 2025 dann zum Normalbetrieb inklusive Mittagsangebot wechselt, wird das Lokal noch sanft renoviert. Der grösste Brocken werde der Einbau des neuen Pizzaofens sein, sagt Bruno di Palma. Kurz habe man sich auch überlegt, einen eigenen Lieferservice aufzubauen.
Ein Versuch in der Netstaler Filiale habe aber gezeigt, dass das zu aufwendig wäre. «Abgesehen davon ist es doch viel schöner, in so einer charmanten Umgebung seine Pizza geniessen zu können.»
Das Napulé-Pop-up in Effretikon hat voraussichtlich noch bis Mitte November mittwochs, donnerstags und sonntags von 17 bis 22 Uhr sowie freitags und samstags von 17 bis 22.30 Uhr geöffnet. Weitere Infos: www.napule.ch/de/effretikon
